Nach einer Busfahrt, viel Regen und einer schaukeligen Fahrt mit der Fähre sind wir an meinem letzten Stop, der Isla Holbox angekommen.
Die Insel war leider so überschwemmt (und allem Anschein nach überhaupt nicht auf Regen vorbereitet), dass wir schon unterwegs die Schuhe ausziehen und quer durch gigantische Matsch-und Wasserpfützen waten. Unser Hotel hier ist noch recht neu, super goldig und vielleicht ein wenig unorganisiert, das einzige wirkliche Manko die Klos (die entweder nicht funktionieren oder deren Riegel einen für geraume Zeit einsperrt, wie ich direkt am ersten Abend erfahren durfte).
Wir haben direkt Maike und Timo wiedergetroffen und sind mit ihnen einen guten Kaffee trinken gegangen, haben den Sonnenuntergang versucht zu finden und abends essen gegangen (super lecker!).
Unseren ersten richtigen Tag auf der Insel haben wir viel mit am Strand liegen und an der Bräune arbeiten verbracht, auch wenn die Sonne selbst die meiste Zeit hinter den Wolken verborgen blieb. Gegen Abend hin haben wir nochmal einen zweistündigen Spaziergang zum ‚Puncto Mosquito‘ gemacht und dort Flamingos betrachtet, nur um danach noch ein letztes Mal Taco Abend zu machen und eine Runde Monopoly zu spielen.
Der letzte richtige Tag fernab von Zuhause begann mit Hostelfrühstück und wurde mit Zeit am Strand/Meer fortgeführt, diesmal sogar ohne regnerische Unterbrechung und dafür mit Pausen, bei denen wir die letzten Pesos verbraten haben.
Der letzte Abend in Mexiko wurde von einem wunderschönen Sonnenuntergang und Kartenspielen gekrönt, der letzte Morgen von einem leckeren Frühstück.
Am Vormittag habe ich mich dann alleine mit der Fähre und dem Shuttle auf nach Cancun zum Flughafen gemacht, wo ich wegen reibungslosem Ablauf (wenn man Mal außer acht lässt, dass ich noch Ausreisegebühren beschaffen und bezahlen musste) vier Stunden lang Zeit verbracht habe.
Das war es dann Mal wieder. Fast neun Wochen Abenteurer. So viele Geschichten und Erinnerungen, viel gesehen, viel gelernt, viel GELEBT.
Die letzten Semesterferien waren es wohl -garantiert aber nicht die letzte Reise…
Archiv des Monats: September 2018
Valladolid
In Valladolid haben wir uns zuallererst ein wenig Frühstück erjagt, um uns für die Free Walking Tour im Anschluss zu stärken. Doof nur, das sie gar nicht statt fand und daher haben wir das Kolonialstädtchen auf eigene Faust erkundet. Mit vielen Gärten im Hinterhof und ein paar Museen sowie süßen Cafés lässt es sich ganz gut aushalten. Am Nachmittag haben wir uns in der stadteigenen Zenote (=Sinkhole) abgekühlt und sind ein wenig im dunkelblauen Wasser geschwommen. Am Abend haben wir uns sogar noch einmal für die Lightshow an der San Bernardino Kirche, die von der Geschichte der Stadt erzählt, aufgerafft und es hat sich gelohnt 😉
Am nächsten Morgen ging es wieder super früh raus und mit dem ersten Collectivo Richtung Chichén Itzá, eines der Weltwunder. Man sollte generell sehr früh dorthin, um sowohl der Hitze als auch den nervigen Verkäufern zu entgehen (und wenn es geht nicht sonntags, das Mexikaner dann freien Eintritt haben). Nach einem Morgen voller Staub und Steinen mussten wir uns zunächst mit Kaffee und Schokokuchen belohnen. Anschließend haben wir uns Fahrräder geliehen und versucht, die Zenoten in der Nähe zu finden. Auf dem Weg haben wir uns leider dermaßen verfahren, dass wir auf einer waschechten und widerlichen Müllhalde gelandet sind. Also haben wir spontan den Plan über den (Müll)Haufen geworfen und eine andere Zenote ausgecheckt, die sich als richtiger Fund entpuppte (mit einem Seil konnte man ins Wasser schwingen – FUN).
Am Abend haben wir Mal wieder versucht, eine Free Walking Tour zu machen und wurden leider wieder enttäuscht. Da aber Sonntags immer recht viel los ist, wurde uns stattdessen eine ‚Mayan Warrior Show‘ geboten. Endlich konnten wir Mal wieder ins Bett gehen!
Das letzte Kapitel ‚Isla Holbox‘ bricht nun an…
Mérida
Mit einer historischen Free Walking begann unsere Zeit in Mérida, eine Mischung zwischen Touri-Ort und ganz normalem mexikanischen Alltag. Tagsüber ist es eigentlich immer so heiß, das einem der Schweiß den Rücken runterrinnt, also sind wir in ein Hostel mit Pool umgezogen. Den Nachmittag sind Louisa und ich durch die Stadt und über ein paar Märkte gestromert, haben Abendessen gekocht und Timo und Meike – zwei Deutsche, dir wir noch aus Guatemala kennen – in einer ziemlich coolen Bar ‚La Negrita‘ mit Live-Musik getroffen (Margarita Happy Hour).
Zusammen mit den zwei haben wir uns eben Mal schnell für wenig Geld ein Auto für den nächsten Tag gemietet. Roadtrip! Es ging nach Rio Lagartos, wo wir nach einigem Gehandel eine Bootstour gemacht haben, die ins zuallererst zu Flamingos und Mangrooven gebracht hat. Im Anschluss gab es noch jede Menge Pelikane und sogar Krokodile, die bis ans Boot herangeschwommen kamen. Wir konnten sie sogar anfassen!
An pinken Salzfeldern haben wir noch ein paar cooles Fotos gemacht und sind noch ein wenig mit dem Boot rumgecruizt, bevor wir uns ins Auto gesetzt haben, um noch einen kleinen Stop in Izamal, der ‚gelben Stadt‘ zu machen. Zusammen mit dem coolen Licht bei Sonnenuntergang und leckerem Stileis (scheint ein Ding zu sein hier auf der Yucatan Halbinsel) war dieser kleiner Schlenker ein schöner Abschluss des Tagestrips.
Wir haben noch spontan zusammen sehr amerikanisch bei Domino’s Pizza zu Abend gegessen und sind gemeinsam nach Hause gerollt. What a day!
Den letzen Tag in Mérida haben Louisa und ich direkt nochmal das Auto genutzt und zwei Jungs aus dem Hostel eingepackt. Zu viert haben wir eine DIY Tour zu den Uxmal Maya Ruinen gemacht. Es war wieder brütend heiß und wir haben nicht so arg viel Zeit in den wahnsinnig gut erhaltenen/originalgetreu zusammengeputzelten/ wiederaufgebauten Steintempeln verbracht. Die Aussicht auf den Pyramiden war überragend und die Ruinen mit all ihren Ornamenten sehr beeindruckend.
Auf dem Rückweg haben wir nach kurzer Verwirrung, nach der wir eine Dirtroad entlangrumpelten nur um vor einem verschlossenen Tor umzukehren, sogar noch Cynoten besucht. Von diesen Sinklöcher gibt es auf der Halbinsel an die 300 Stück und sie eignen sich hervorragend die Hitze zu bekämpfen und den Staub abzuwaschen.
Cynoten Nummer Eins (X-Batum) war ein wirklich magischer Ort, kristallklares Wasser, hängende Wurzeln, das ganze Programm.
Die zweite Cynote war zwar nicht ganz so elfengleich hübsch, aber halb unterirdisch in einer Höhle.
Nach einigem Heckmeck mit der Rückgabe des Mietwagens (lauter Einbahnstraßen! Wo war nochmal das Office? Ach tanken müssen wir ja auch noch!) haben wir den schönen Tag bei Starbucks ausklingen lassen, bevor Louisa und ich einen abendlichen Bus nach Valladolid genommen haben.
Es ist einfach zu traurig, dass dieses Abenteuerleben bald zuende ist!
Bacalar
Nach Frühstück im Hostel haben wir versucht herauszufinden, wie wir an die Ruinen nach Calakmul kommen. Da dies sich als sehr mühselig und sehr zeitraubend (die zumindest ich leider gar nicht mehr habe) herausstellte, haben wir beschlossen, den Plan über den Haufen zu werfen und entschieden, von hier direkt nach Mérida weiter zu fahren.
Innerhalb einer halben Stunde haben wir also zusammen gepackt und ein Hostel gebucht, sind am Buchen eines Bustickets online gescheitert und mit dem hosteleigenen Shuttle erstmal an den Privatabschnitt der Laguna de Siete Colores (Lagune der sieben Farben) gefahren.
Die Lagune ist wirklich wahnsinnig schön: wieder kristallklar und mit Süßwasser gefüllt, konnte man herrlich in Hängematten oder auf der Schaukel im Wasser entspannen, lesen und nochmal ein wenig Sonne tanken.
Leider wurde uns gegen Nachmittag hin Mal wieder die Regenzeit demonstriert, sodass wir einen Teil der Zeit unter einem.Dach verschanzt verbracht haben.
Mit dem Abendbus ging es dann bei sibirischen Temperaturen (die Klimaanlage kann nur ganz oder gar nicht) einmal quer über die Yucatan Halbinsel nach Mérida.
Blue Hole
Um 5 in der Frühe durfte ich mich schon wieder an den Steg begeben, um viel Geld für das Tauchen auszugeben. Auf der Liste eines jeden Tauchers steht wohl das Blue Hole – ein Sinkhole mitten im Meer. Ich habe viel Gutes und viel Schlechtes gehört. Fest steht: es ist ziemlich teuer und steht auf der Liste der Top Ten Diving Sites der Welt (und solche Sinklöcher im Meer gibt es wohl auch weltweit nur 2).
Nach kurzem Frühstück ging es erstmal zwei Stunden mit dem Boot ins offene Meer. Schön wie eh und je ist die Karibik!
Angekommen am richtigen Ort, konnte man das Blue Hole vom Boot aus nur erahnen, nach einer kurzen Instruktion ging es direkt ins Wasser.
Endlos in die Tiefe erstreckte sich nichts als Blau, Blau und noch tieferes Blau. Als Advanced Diverse durfte ich bis 42m in die Tiefe und konnte so die ‚Höhle‘ des Lochs mit seinen Stalagmiten durchtauchen. Ein paar Meter unter mir schlängelten sich bestimmt 10 Haie elegant durch die Tiefe. Zwar gibt es kaum Tiere oder Pflanzen zu sehen, allerdings gibt die Tiefe gepaart mit den Haien und den Steinsäule dem ganzen etwas mystisches, was mir auf jeden Fall getaugt hat.
Der zweite Stop (Half Moon Wall) war dafür umso reicher an Leben unter Wasser: die wohl außergewöhnlichsten und buntesten Korallen, die ich je gesehen habe. Tausende Fische, die sich teilweise streicheln ließen wieder einzelne Haie und Rochen.
Mittagessen gab es auf einer traumhaften Insel (Half Moon Case): kristallklares Wasser, weisser Sand, Palmen. Bei einer kurzen Entdeckungstour gab es jede Menge nistende Rotfußtölpel und tausende Krabben in Muscheln sowie gigantische Leguane zu bestaunen.
Am dritten Tauchstop ‚The Aquarium‘ wurde dem Namen nochmal alle Ehre gemacht: Fischschulen, Korallen wie von einet anderen Welt, riesige gepunktete Rochen, vereinzelt Haie, die bis auf Armlänge an einen herangleiten.
Den Weg zurück haben die meisten Taucher für ein kleines Schläfchen genutzt, darunter auch ich, weil ich direkt vom Tauchen schon wieder zusammen mit Louisa auf ein Boot ans Festland gestiegen bin, um kurz vor Mitternacht noch die Grenze nach Mexiko zu passieren.
Um 2 in der Frühe lagen wir dann auch endlich in unserem Hostelbett in Bacalar.