San Ignacio und die ATM Caves

Lousia, Dinjo (UK) und ich haben sich also in Flores getroffen und sind bepackt wie die Esel bei gefühlten 50 Grad im Schatten fast zwei Kilometer bis zur Bushaltestelle in Santa Elena gelaufen, um den Shuttle über die Grenze zwischen Guatemala und Belize zu umgehen.
Wirklich durchtränkt vom eigenen Schweiß sind wir in ein winziges Collectivo gestiegen, was bis unters Dach vollgeladen wurde und dann irgendwann nach zahlreichen Stops an die Grenze gelangt ist. Unterwegs haben wir leider einen Hund überfahren, ein ziemlich traumatisches Erlebnis für mich, für alle anderen scheinbar völlig normal.
Nach dem Grenzübergang fing tatsächlich ein bisschen eine neue Welt an: alle sprechen Englisch (Landessprache) und der karibisch angehauchte entspannte Lifestyle ist sofort zu spüren. Überall läuft Reggae, die Leute rauchen den ganzen Tag lang Gras und alles läuft im Landesmotto ‚Go Slow‘.
Wir haben in unser Hostel eingecheckt, die Stadt erkundet und Belize Dollar abgehoben, viel Gemüse gekauft und am Abend daraus ein leckeres Curry gezaubert.
Irgendwie interessant, dass durch verbesserte Kommunikation auch gleich alles ein wenig freundlicher und entspannter wird, auch wenn wir für den richtigen Preis der ATM-Tour wieder einige Angebote einholen mussten.
Die ATM Caves (Actun Tunichil Muknal) sind ehemalige Maya Höhlen, in denen auch Menschenopfer gebracht wurden.
Am Morgen wurden wir also mit anderen Touris dorthin gekarrt und mit Helmen, Kopflampen und Schwimmwesten ausgestattet. Nachdem wir ein paar Mal teilweise bis zur Brust durch einen Fluss gewatet waren haben wir den Eingang der Höhle erreicht: schwimmend, kletternd und uns durch Felsspalten hindurchzwängend haben wir es bis zu einer Stelle geschafft, ab der man nur noch sockig weiterklettern durften. Neben ziemlich coolen und glitzernden Steinformationen und Stalaktiten/Stalagmiten finden sich dort auch die Überbleibsel von Maya-Opfergaben: Tonkrüge sowie menschliche Knochen.
Das Highlight ist dann ein vollständig erhaltenes Skelett eines jungen Mädchens, was komplett von Mineralien ‚überwachsen‘ immer noch in Position liegt.
Nach drei Stunden waren wir dann auch wieder am Tageslicht und sind so der Mittagshitze geschickt entgangen.
Am Nachmittag haben wir noch einmal unsere Gemüsevorräte vor unserem morgigen Trip auf die Insel Caya Caulker aufgestockt haben, war es ein ziemlich erschlagener Abend.