Mit Kaffeepause und Walmart-Stop sind wir immer gegen Westen gefahren, bis uns aufgefallen ist, das wir uns schon wieder um einen Tag vertan haben. Also haben wir uns spontan noch ein Zimmer in der Großstadt gebucht und an einem ranzigen Motel auf dem Boden zu Mittag gegessen. In San Francisco angekommen mussten wir zunächst einiges organisieren. Wir haben unser gesamtes Leben in das Hostel gefahren, was wir erst ab morgen gebucht haben (die haben vielleicht geguckt bei all dem Krempel, den wir angeschleppt haben!), haben Skibby ein letztes Mal vollgetankt und ihn dann am Flughafen zurück gegeben. Dann haben wir den Abend mit der Rückfahrt vom Airport in die Stadt sowie der lange ersehnten Dusche verbracht.
Tag 2 in San Francisco sind wir viel gelaufen: von Hostel Nr. 1 zum Union Square, wo wir Mal wieder eine Free Walking Tour bei einem überhippen Local mitgemacht haben, vom Ende der Tour die Market Street runter und von dort an den Painting Ladies vorbei bis zur Haight Street (und diese komplett rauf und runter).
Wenn wir am Anfang doch noch überraschend skeptisch dieser großen Stadt gegenüber standen (direkt vor Hostel Nr. 1 hat sich ein Junkie ne Runde H gespritzt, auf dem Weg zu Tour nur Obdachlose und verrückte, die Stadt nicht besonders schön und sehr touristisch), haben uns die wunderschönen Häuser entschädigt und die Haight Street mit ihren verrückten Second und First Hand Läden fasziniert, wo man alles was das Burner-Herz begehrt kaufen kann.
Das einzige Manko: Es ist kalt. Kalt und windig. Sehr. Deshalb bringt uns auch an diesem Abend der Bus zurück ins Hostel, wo wir zu Gourmet-Köchen mutieren, bevor wir uns in den vierfach beschnarchten 24er Dorm zurück ziehen.
Tag 3 beginnt mit gratis Frühstück im Hostel, dann machen wir uns wieder auf Wanderschaft. Erstes Ziel war der Pier 39. Schon auf dem Weg dorthin gab es einiges -wenn auch touristisches- zu entdecken. Besonders in Bann gezogen hat uns dabei eine als Museum getarnte Lagerhalle voll mit uralten Jahrmarktspielen, Automaten und anderen Unterhaltungsmöglichkeiten, die einen für Preise aus einem anderen Jahrhundert bespaßen. Außerdem war es ein kleines Highlight die Horde an Seelöwen auf den kleinen Holzinseln zu beobachten!
Auf dem Rückweg gab es noch schnell gefrorenen und in Schokolade getunkten Cheesecake am Stil. Willkommen in Amerika!
Mit Zwischenstopp im Hostel sind wir dann zur Golden Gate Bridge gelaufen, immer am Meer entlang durch eisige Briesen.
Von dort aus ging es mit Bus zum Golden Gate Park, wo wir wieder ewig herumgelaufen sind, um ein eher mäßig spannendes Bison-Gehege zu sehen.
Mit kurzem Stop am Palace of fine Arts sind wir zurück ins Hostel (nebenbei ein recht teures aber dafür auch eines der besten, in denen ich je war!) zum abendlichen Kochen und Pläneschmieden (bis Mitternacht!).
Nach gratis Frühstück Nummer zwei sind wir über die Lombard Street (eine ziemlich steile und gewundene, bepflanzte Strasse) zum Bus gelaufen und damit an die San Francisco Gallery of Modern Art gefahren. Dort haben wir uns mehr und weniger künstlerisch wertvolle Werke angesehen, bevor wir zu einer von unserem Hostel angebotene China Town Tour gegangen sind, die von einem Grufti/Vampir/Mönch gehalten wurde. Der doch sehr charismatische Typ hat uns mehrere ‚Tempel‘ gezeigt, und viel erzählt und zu einer Teeprobe mitgenommen, bevor wir dann auf eigene Faust noch ein wenig die kulinarische Gegend erkundet haben. Von Chinatown ging es über Little Italy zurück zu unserer Base, wo wir die Wartezeit auf Julian bastelnd verbracht haben. Zu dritt vereint haben wir dann ganz nach amerikanischer Sitte Pizza gemacht und Peanutbutter-Icecream genossen.
Archiv des Monats: August 2017
Yosemite Nationalpark
Um 5 sind wir von unserem Tent Cabin zum Yosemite losgestochen. Unser Ziel entgegen allen Empfehlungen wegen zu großen Andrangs: Camp 4, ein Walk in Campingplatz, der nach dem Motto verfährt: First come, first serve.
Um 6 sind wir angekommen, vor der Registrierung (öffnet um 8) hatten scheinbar schon ein paar Leute gecampt. Am Eingang ein Schild: heute werden 52 Leute reingelassen! Also haben wir uns mit Decke und Frühstück in die Schlange dieses exklusiven Clubs gereiht. Nachdem ich Mal grob gezählt hatte (45!) wussten wir nicht so genau, ob das jetzt gut oder schlecht ist, denn von einigen Gruppen haben sich nicht alle angestellt. Ich bin richtig nervös geworden und hab einfach gehofft, das es hinhaut!
Kurz vor acht ging es dann los: es wurden Nummern verteilt. Und wie es das Schicksal wollte, haben wir Nummer 52 bekommen. Allerdings zu zweit!
Also folgten weitere 2 Stunden banges Warten, ob alles funktioniert. Und dann die Erlösung! Ein Platz für uns beide auf dem heißbegehrten Campingplatz!
Das Übliche folgt: Zelt aufstellen und nach Tips unserer Nachbarn gegen Regen schützen, alles in die Bärenbox und Schlafplatz aufbauen.
Anschließend haben wir uns mit Kaffee versorgt und Pläne geschmiedet. Immer der Nase nach sind wir losgestiefelt und so den verbleibenden Tag vom Mirrow Lake (leider im Sommer nicht mehr viel von übrig) über das Yosemite Village zu den Yosemite Falls (ziemlich cool) gewandert. Leider drängeln sich hier bisher fast überall die Touris, aber sobald man die asphaltierten Wege verlässt, lässt auch der Andrang nach.
Ziemlich erschlagen haben wir im Zelt entspannt und den Abend mit unseren Nachbarn am Lagerfeuer ausklingen lassen. Dabei haben wir versucht, Popcorn auf dem Feuer zu machen, was eher das Kind in und als unseren Gaumen erfreut hat.
Tag 2 startete dann zur üblichen Uhrzeit. Mit dem Shuttle ging es bis zum Four Miles Trailhead, von wo aus wir gut 8 km den Berg erklommen haben, teilweise ziemlich steil, aber immer mit bestem Ausblick. Oben angekommen am Glacier Point haben wir den Blick auf den Half Dome genossen und Mittagspause gemacht, bevor wir die ganze Strecke knieschonend wieder runtergelaufen sind.
Den Nachmittag haben wir uns wie immer ein wenig versüßt und ein bisschen im Zelt abgehangen.
Am Abend haben unsere Camping-Nachbarn nochmal versucht Popcorn auf dem Lagerfeuer zu machen und sind kläglich gescheitert. Wir haben bis das Feuer aus war noch gequatscht und dann alles tierfest verstaut, bevor wir in die Schlafsäcke gekrochen sind.
Heute früh waren unsere quasi Mitbewohner dann schon bevor wir aufgestanden sind abgereist, nur ihre Stühle haben sie uns als Geschenk da gelassen.
Wir haben sehr entspannt gefrühstückt und uns auf einen noch entspannteren Tag vorbereitet. Es konnte ja keiner wissen, das es zu den Vernal und Nevada Falls fast 5km treppenartig in die Höhe geht! Aber trotz der unerwarteten Anstrengung hat es sich gelohnt: mit einer der schönsten Spots im Yosemite Park mit eindrucksvollen Wasserfällen, Regenbogen und toller Landschaft.
Die tausend Stufen sind wir natürlich auch wieder runter und haben uns dann einen gemütlichen Nachmittag/Abend gemacht!
Heute frühs hieß es dann ‚Bye Bye‘ Yosemite und mit einem letzten Frühstück am Rim of the World haben wir uns vorerst aus den Nationalparks in Richtung San Francisco verabschiedet…
Sequoia/ Kings Canyon Nationalpark
Den Tag von Las Vegas zum Sequoia Nationalpark haben wir Mal abgesehen von Kaffeepausen und Walmart-Stops vorwiegend mit Autofahren verbracht. Ein Hoch auf Klimaanlagen! Und ein Hoch auf Sassi, die ‚Sophie’s Welt‘ live als Hörbuch performt. Gegen Abend ist uns dann die Idee gekommen, das der Nationalpark vielleicht joirgendwann zu machen könnte oder der Campingplatz vor unserer Nase schließt? Also sind wir ein wenig schneller durch Orangenbaumplantagen und über kurvige Bergstraßen gefahren. Glücklicherweise ist doch alles ausgegangen, ca. 1h vor Straßenschluss wegen Bauarbeiten haben wir eben diese passiert und im Dunkeln unseren Campsite gesucht. Mit unseren Stirnlampen haben wir die Bärenbox (vor Bären sicherer Stauraum für Essen, Zahnpasta etc.) eingeräumt und das Zelt aufgebaut.
Nach einem kurzen Snack sind wir im doch eher kalten Schaflager eingenickt.
Den nächsten Tag haben wir mit einem gemütlichen Frühstück und Informations-Sammlung begonnen, bevor wir einsame und verlassene Trails zum General Sherman Tree, dem größten Baum der Welt, bewandert haben. Schon nach ca. 1 Stunde haben wir zufällig unseren ersten Bären gesehen und auch eine Schlange mussten wir passieren. Nach der Mittagspause haben wir uns auf den Weg zum Moro Rock gemacht, wo wir noch einige Stufen bis zu einer fantastischen 360° Aussicht über die Wälder erklommen haben.
Nach einiger Zeit im Shuttlebus haben wir es uns mit Kaffee und Kuchen gemütlich gemacht, unsere Füße im eiskalten aber super klaren Fluss hinter unserem Campingplatz gewaschen und die abendlichen Stunden mit lesen oder ähnlichem verbracht.
Am Morgen des zweiten Tages haben wir leider festgestellt, das wir uns ein wenig mit den nächsten Unterkunftsmöglichkeiten verkalkuliert haben -das kommt davon wenn man den Überblick über die Wochentage verliert.
Also haben wir uns an ein Münztelefon gewagt und gehofft, unser Hostel umbuchen zu können (alle Campingplatz Spots waren schon voll). Mit zwei Anläufen hat auch das dann geklappt! (Vielleicht bleiben wir auf unserer Anzahlung sitzen, aber Mal schauen…). Im Anschluss sind wir in den angrenzenden Kings Canyon gefahren, immer die kurvigen Strassen lang, bis zum Ende. Dort haben wir eine wirklich schöne Wanderung zu den Mist Falls gemacht. Der Wald war voll mit Schachtelhalmen aber leider auch mit tausenden richtig nervigen Fliegen.
Nach einem nachmittaglichen Päusschen mit Kaffee und Kuchen an einem reißenden Fluss, haben wir in den Abendstunden noch den Little Baldy erklommen, wo wir wegen des leichten Regens doch nicht den Sonnenuntergang angesehen haben. Trotzdem: der Weg und vor allem der Ausblick am Ende haben sich sichtlich gelohnt -ein kleiner Geheimtipp! Und der Geruch von Sommerregen macht eh alles besser.
Heute frühs haben wir all unsere Habseligkeiten zusammengepackt und einen morgendlichen Spaziergang zu einem Wasserfall direkt hinterm Campingplatz gemacht, bevor wir uns wieder ins Auto gehockt haben um -wieder mit unseren üblichen Walmart- und Snack-Stops- irgendwo ins nirgendwo Richtung Yosemite Nationalpark zu kurven. Hier haben wir ein bisschen notdürftig ein ziemlich teures Tent Cabin angemietet und den Dreck und Schweiß der letzten Tage abgeduscht. Herrlich!
Nach viel Brainstorming und Internet-Benutzung, sowie leckerem Abendessen sind wir in unser schmales ‚Doppelbett‘ geplumst, weil wir morgen super früh versuchen werden, einen Campground (in der Nähe des Parks, direkt im Herzen wurde uns wegen des starken Andrangs abgeraten) zu ergattern.
Zion/Bryce Canyon
Aufgrund unseres nächtlichen Ausflugs sind wir knapp 3 Stunden später wieder ins Auto gestiegen und Richtung Zion Canyon gefahren. Dort angekommen wurde uns erstmal gesagt, Justin Bieber sei auf dem gleichen Campingplatz wie wir, in dessen First-Come-First-Serve-Schlange wir uns für die nächsten 3,5 Stunden eingereiht haben. Leicht angebabbt und hundemüde haben wir -charmant wie wir sind- einen Platz direkt am Fluss ergattert und unser Zelt aufgebaut. Direkt im Anschluss mussten wir (weil wir heute noch nicht genug Zeit mit warten verbracht hatten) in der Schlange des Shuttlebus eine knappe Stunde stehen, bis dieser uns zu unserem Startpunkt des Hikes zu ‚Angels Landing‘ gebracht hat. Hier sind wir zunächst in der Hitze einen betonierten Weg hochgelaufen, der schon zwischendurch mit herrlichen Ausblicken lockte. „Oben“ angekommen konnte man entweder verweilen oder den eigentlich angestrebten Part bewältigen: sich an Stahlketten hochrangeln, wenn es geht nicht in die hunderte Meter Tiefe stürzen durch Gesteinsspalten und über, Felsen bis zum höchsten, atemberaubenden Punkt klettern. Der Blick durch den Canyon war überwältigend!
Ziemlich verschwitzt haben wir uns dann wieder auf den Rückweg immer steil bergab gemacht und sind mit dem Shuttle quasi vor den nächsten kleinen Supermarkt gefahren, um uns mit etwas Eisigem abzukühlen.
Da wir schon fast auf dem Rasen vor dem Geschäft eingeschlafen sind, haben wir uns aufgerafft, eine kurze Katzenwäsche im Fluss durchgeführt und dann unser Abendessen, umgeben von Rehen, die unseren Platz mit ihrer Weide verwechselten, improvisiert. Es sollte allerdings nicht lange gemütlich bleiben, denn ein ziemlich heftiges Gewitter (das den Himmel immer wieder erstrahlen und den Boden wackeln ließ) hat uns gezwungen, in Windeseile und leicht überstürzt ins Zelt zu flüchten und früh zu schlafen.
Tag 2 haben wir dann glatt genutzt, um 3 Stunden in den „benachbarten“ Bryce Canyon zu fahren. Hier haben wir den Shuttlebus genommen und sind dann von dessen Haltestelle einen recht gemütlichen Weg am Rand des roten und verrückt geformten Canyons bis zum Startpunkt zurück gelaufen. Der Blick war wie immer überragend und bei einer kleinen Extrarunde einmal runter in die Schlucht und zurück sind wir fast ein bisschen ins Schwitzen gekommen!
Wieder am Campingplatz im Zion Canyon angekommen, haben wir ein wenig das Interne genutzt und entspannt. Nach Dosenfutter und einer Runde Kniffel haben wir uns dann recht bald in unser gemütliches Zelt begeben…
Der dritte und letzte Tag im Canyon sollte nochmal ein besonderer werden: geplant war die ‚Narrow‘-Tour. Uns war grosses Versprochen worden und ein ortsansässiger Outdoorladen wollte unbedingt ein Schuh-und-Stock-Mietpacket an den Mann bringen (meiner Meinung nach reine Geldmacherei). Mit dem Shuttlebus ging es so tief wie möglich in den Nationalpark und dann immer am Fluss entlang bis zur ‚Wechselstelle‘, von wo an man einfach das Flussbett hinauf waten musste. An manchen Stellen war es wirklich nicht einfach das Gleichgewicht zu halten, wenn einem die Strömung bis über die Knie reicht und man auf kullernden Steinen ausrutscht, ohne diese je zu sehen!
Die Schlucht, die der Virgin River im Laufe der Zeit in den Fels geschlagen hat war zwar überfüllt von Menschen aber nicht minder schön. Nach etwa zwei Stunden stromaufwärts Waten sind wir dann umgekehrt und wieder zurück gestolpert. Am gleichen Tag noch sind wir wieder nach Las Vegas gefahren, um in einem bizarrem Luxushotel-Verschnitt mit Einweggeschirr beim ungenießbaren Frühstück eine Nacht sehr erholsamen Schlaf zu tanken, bevor es heute wieder weiter in den Sequoia Nationalpark geht…
Er ist wieder da!
Nach einem Frühstücks-Picknick auf dem Boden unseres Hotelzimmers mit besonderem Charme haben wir uns auf an die Rezeption unseres Hotels gemacht, wo Sassi sich einem Telefonmarathon hingegeben hat, an dessen Ende sie zwar mit sämtlichen Mitarbeitern des Flughafen in Philadelphia per Du war, aber immer noch nicht das Kofferproblem klären konnte. Daraufhin haben wir beschlossen erstmal auf Kosten der Airline Sassi neu einzukleiden. Da sich in Las Vegas aber eher Luxusboutiquen aneinanderreihen mussten wir auf einen H&M zurückgreifen, der eigentlich ein Club mit Dj war.
Anschließend sind wir noch in einem Walmart eskaliert, um die Versorgung der geplanten Campingtour zu sichern.
Bei einem Zwischenstopp im Hotel hat Sassi dann doch tatsächlich die frohe Botschaft erhalten, das ihr Rucksack um Mitternacht am Flughafen landen sollte.
Also war der bisherige Tag quasi für die Katz‘. Anstelle der ursprünglich angedachten Poolparty haben wir -von einem Monsun überrascht- auf Pad-Kaffee und Planung für die National Parks umgeschwenkt. Nach einem kurzen Nickerchen sind wir zum Flughafen gestartet und haben versucht unsere Hoffnung nicht aufkeimen zu lassen.
Natürlich hatte der Flieger Verspätung und als dann unglaublicherweise unser verwisster Teil des Teams auf das Förderband plumpste gab es kein Halten mehr!
Die mitternächtliche Fahrt zurück zum Hotel fiel uns doch glatt viel einfacher.
Er ist wieder da!