Und immer munter weiter…

Montags musste ich nicht im Café arbeiten und habe mir nach erledigten Diensten einen schönen Tag gemacht.
Ich bin in die Innenstadt gefahren und habe mal endlich einen Friseur aufgesucht, mich in der Bücherei angemeldet und Bücher ausgeliehen und ein Paar Läden durchstöbert.
Ich muss auf jeden Fall noch etwas Geld in Klamotten umtauschen.
Außerdem wurde ich von Kathryn unfreundlich darauf hingewiesen, ich soll doch nicht so viel Sojamilch verbrauchen, sondern auf billigere Milch zurückgreifen.
Da ich meistens im Café esse und keinerlei teures Fleisch beanspruche, ist die Familie es offensichtlich nicht gewöhnt, dass man Zuhause etwas isst und trinkt.
Ich habe zweimal tierischen Stress in Kauf genommen, um mir Zeit für ein Treffen mit Jess freizuschaufeln und es hat beides mal nicht geklappt, weil irgendwas dazwischen kam (sei es Absage oder der Opa).
An einem Abend wurde ich außerdem richtig als Kellnerin missbraucht, als Kathryn verlangt hat, das essen für den Opa, den Besuch und die Kinder herzurichten und nachzufüllen.
Außerdem hat mich heute der Opa angerufen und meine Arbeit wertgeschätzt (wenigstens einer!) und seine Sorge darüber geäußert, dass die Eltern sich zu wenig um die Kinder kümmern. Wo er Recht hat, hat er Recht.
Nicht umsonst fängt der kleine Marco nachts an zu weinen und Sophia macht immer noch in ihr Bett.
Heute habe ich zusammen mit den Kindern eingekauft und Muffins gebacken. Die Mutter und der Vater sind bis jetzt nicht aufgetaucht (halb 10 abends). Beide arbeiten oder so.
Langsam entwickel ich sogar soetwas wie Zuneigung gegenüber den Kindern (:

Mein freier Sonntag (:

Ich hatte, im Gegensatz zur Mutter, die mir einen gestressten Eindruck gemacht hat, weswegen ich schon wieder ein schlechtes Gewissen habe, einen sehr entspannten Tag.
Ich bin erst nachdem alle anderen das Haus verlassen haben aus dem Bett gekrochen, habe gemütlich gefrühstückt, im Internet gesurft, war in der Gym und schwimmen, habe beim Lesen Sonne getankt und mich dann mit meiner liebsten Freundin und Arbeitskollegin Jess in der Stadt getroffen.
Sie ist wirklich nett und kümmert sich gut um mich, obwohl sie selbst viel um die Ohren hat (:
Wir sind ein wenig durch die Gegend gestreunt, haben ein bisschen eingekauft und dann hat sie mich mit zum Dumplings-Essen genommen.
Ich habe die mit verschiedensten Zutaten gefüllte dünne Teigtaschen asiatischer Herkunft mal probiert und fand sie richtig lecker.
Das ist sowas wie DAS Essen von Melbourne, weil hier, vor allem in Chinatown viele Asiaten leben.
Überhaupt ist Melbourne eine wunderbar lebendige, (multi)kulturelle Stadt, in der es immer was zu entdecken gibt, selbst wenn man nur durch die Straßen geht.
Eine großartige Stadt!

Samstagabend.

Samstag Abend, nach der Pfannkuchen-Session, hat Kathryn mir vorgeschlagen zur White-Night zu gehen.
Da ich wusste, dass eine Freundin von mir hingeht, bin ich losgezogen.
Die White-Night war stark besucht. Im Grunde genommen ist es nur eines der vielen und kostenlosen 1-Tages-Festivals in Melbourne.
Die Innenstadt war für den Verkehr geschlossen und es waren überall Menschen auf der Straße. Die Gebäude an der Flinders Street wurden mit Projektoren beleuchtet, sodass es aussah als seien sie bemalt. Super schön! Eine kleine Kirche wurde sogar mit bewegten Bildern angestrahlt, es wurde sozusagen eine Geschichte erzählt, mit Dornenranken wie bei Dornröschen und Mondlandung.
Weil mein Handyakku leer war, konnte ich meine Freundin leider nicht finden, aber da ich eh sehr müde war, hab ich nur kurz alles angeschaut und bin dann heimgelaufen. Vom schönsten Gebäude, was bestrahlt einfach unglaublich aussah, nämlich die Flinders Street Station, konnte ich leider auch mangels Akku kein Foto mehr machen. Aber ich hab eins in Natura 😉