Neue Leute, Chinese New Year Parade und St. Kilda Festival

Heute musste ich mich morgens um die Kinder kümmern, während meine Gasteltern ihren Rausch ausgeschlafen haben.
Dann durfte ich die Kinder schick ankleiden. Das hat eigentlich echt Spaß gemacht, denn sie haben einen Schrank voll Designer Klamotten, bei denen Kindersachen mehr kosten als meine Klamotten…
Danach durfte ich mich (oh Wunder!) vom Acker machen.
Ich hatte über couchsurfing eine Gruppe von Leuten ausfindig gemacht, die gemeinsam zum St. Kilda Festival gehen wollten.
Das ist ein Familien und Musikfestival, das einen gesamten Stadtteil einnimmt.
Also bin ich in die Straßenbahn gestiegen, die umsonst ist (der City Circle verkehrt kostenlos, alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel kosten).
Ich bin zum vereinbarten Treffpunkt gefahren und habe dort die anderen getroffen.
Es sind mehr Leute gewesen, als ich erwartet hatte, so um die 15.
Alle Nationalitäten, jegliches Alter, jegliche Gründe herzukommen und jegliche Gründe für den Aufenthalt in Melbourne.
Auf dem Weg zum Festival sind wir noch zufällig an der Chinese New Year Parade vorbeigekommen. War echt lustig und so, wie man es sich vorstellt mit Drachen und co.
Das Festival selbst war auch sehr lustig und absolut alkoholfrei. Trotzdem hatten alle gute Laune und es gab verschiedenen Musikbühnen, Sportevents und Dörfer verschiedener Nationalitäten, wo nationales angeboten wurde.
Ich habe mich mit mehreren Leuten echt gut unterhalten und alle waren super nett.
Mit einem Mädel habe ich sogar ausgemacht, dass wir uns nochmal treffen (:
Vielleicht lassen sich ja über solche Wege soetwas wie Freunde finden.
Im Endeffekt haben die Eltern die Kinder den Rest des Tages betreut, sodass ich meine Ruhe hatte.
Morgen habe ich meinen ersten Arbeitstag in der Expressobar. Ich hoffe das läutet eine bessere Zeit ein 😉

Zoo.

Samstags waren die Kids und ich im Melbourne Zoo.
Darauf hatte ich mich gefreut (:
Zuvor jedoch musste ich wieder sämtliche Aufträge der Mutter ausführen.
Nachdem die Kinder im Pool waren, habe ich gefragt, ob ich diesen Sonntag wieder frei hätte.
Ich habe als Antwort fast Anschiss kassiert. Sie meinte, ich hätte ja schon unter der Woche so viel frei (nunja theoretisch habe ich das, aber durch die ganzen Arbeitsaufträge verkürzt sich meine Freizeit enorm), da könnte ich am Wochenende jawohl zwei mal 24h arbeiten.
Nicht zum ersten mal kam ich mir wie ein Sklave vor.
Allerdings hab ich jetzt schon von einigen Au Pairs gehört, die so behandelt werden. Und im Nachhinein ist sie auch wieder zurückgerudert und ich hatte doch fast den ganzen Tag frei.
Die Kinder in den Zoo geschafft, ging es auch schon los: „I have to pee („ich muss aufs Klo“)“.
Nach einigen Quengeleien, viel zu viel Desinteresse und Zornanfällen, Weinereien und Picknick hatten wir uns auch fast alle Tiere angsehen und sogar die Seehundschaua und das Elefanten-Waschen (so nah war ich noch nie an einem Elefanten dran) miterlebt.
Besinders cool war auch das Schmetterlingshaus: Man konnte durch hunderte von frei herum fliegenden Schmetterligen gehen, die sich teilweise auf einem niedergelassen haben und teilweise gigantisch groß waren!
Nachdem die Kinder langsam unerträglich müde wurden ging es heim.
In der Tiefgarage folgte der nächste Wutanfall.
Dann sollte ich gleichzeit die Wohnung putzen und die Kinder hüten, während die Eltern sich irgendwo auf ein paar Events vergnügten.
Die Kinder waren unerträglich.
Marco war super weinerlich und Sophia die Hexe hat ihn zu Dummheiten angestiftet.
Als ich den einen Teil der Wohnung geputzt habe, haben sie Eiscreme gestohlen. Daraufhin in ihr Zimmer geschickt und 5 Minuten aus den Augen gelassen haben sie einen Flamingo (Dekoration) zerlegt, sodass das zuvor gesaugte Zimmer mit pinken Federn übersät war.
Hat die auch überhaupt nicht interessiert, dass ich am Rande eines Nervenzusammenbruchs war. Die haben mich ausgelacht und weiter Blödsinn gemacht.
Ich war so froh, als der Tag vorüber war.
Die Eltern sind feiern gegangen und ich musste zuhause bleiben.
Am Rande habe ich das Feuerwerk zum Chinese New Year mitbekommen.