Nach einem Tag mit viel, viel Autofahren, einem eher uninteressanten Outlet, einem Walmart-Einkauf für daheim und einer letzen Ami-Pizza sind wir an den Flughafen, haben eingecheckt und sind nach einiger Warterei in den Flieger gestiegen, der uns relativ unbequem nach Charlotte gebracht hat, wo wir jetzt 7 Stunden auf unseren Anschluss warten müssen.
Es war eine verdammt gut Zeit! So viele verschiedene Facetten, Momente, Erfahrungen.
Amerika ist sehr beeindruckend -auf den unterschiedlichsten Ebenen…
Und so nehmen wir neben Diabetes auch einen ganzen Rucksack voller Erinnerungen nach Hause…
Monatsarchiv: September 2017
Los Angeles
Den ersten Tag in dieser überdimensional grossen Stadt haben wir sehr früh begonnen, denn wir hatten die Hoffnung, an einer Free Walking Tour teilzunehmen und man braucht einfach ewig von A nach B.
Der Treffpunkt der Tour sollte in einem Park am Hafen sein, aber außer verdächtig vielen Rentnern haben wir hier niemanden vorgefunden, sodass wir zum Venice Beach weiter gelaufen sind.
Die Strandgegend von LA ist wirklich sehr schön, alle sind draussen in der Sonne und neben vielen Touristenfallen kann man auch ein paar coole Stände finden, den Skatern zusehen und die Promenade bis Santa Monica nach oben spazieren, wo auf dem Pier ganzjährig ein Jahrmarkt ist.
Los Angeles hat schon einige komische Gestalten zu bieten, sodass es uns fast nicht aufgefallen ist, das wir annähernd zwei Stunden mit den Öffis bis nach North Hollywood gebraucht haben. Dort sind wir ein wenig durch eher unästhetische Gegenden geschlendert, bevor wir Leslie in ihrer Tanzschule besucht haben.
Wenn man einer Class im beatgefluteten Studio zusieht bekommt man ehrlich Lust sofort loszutanzen, auch wenn man dann doch lieber bewundernd zusieht.
Der Heimweg war -nicht ganz untypisch für uns- eine Aneinanderreihung von Planlosigkeiten, aber nach 2,5h spiralförmiger Annäherung der Beute waren auch wir wieder in unserem AirBnB, wo auf der Couch an der Tür schon geschlafen wurde.
Nach gemütlichem Frühstück heute und wie immer ewiger Warterei auf ein freies Bad sind wir Richtung Rodeo Drive gestartet, den wir eigentlich auch nur durch nette Hilfe einer deutschlandbegeisterten Amerikanerin im Bus gefunden haben. Bei den Designerläden haben wir uns nur kurz aufgehalten, sind durch einen Teil von Beverly Hills gelaufen (und haben uns die Frage gestellt, was man wohl arbeiten muss, um sich hier eine schicke Villa leisten zu können), waren am Sunset Plaza und sind den Walk of Fame einmal hoch und runter gelaufen.
Dann haben wir Leslie getroffen, uns gemeinsam mit ihr auf der Suche nach dem Hollywood-Sign verlaufen und uns -nachdem wir aufgeben hatten- in den Bus zum Griffith Observatorium gesetzt. Von hier oben konnte man die Stadt sehen, soweit das Auge reicht. Aber schön sah es aus!
Wieder mit den Öffis haben wir uns nach Downtown durchgeschlagen und dort ‚The Last Bookstore‘ besucht, vermutlich den schönsten, größten und interessantesten Buchladen, in dem ich je war.
Dezent hungrig sind wir zu dritt im Central Market auf Futtersuche gegangen. Anschließend sind wir noch über den Broadway gerollt, bevor sich unsere Wege wieder getrennt haben.
LA ist auf jeden Fall eine verrückte Stadt, die einen gebührenden Abschied unserer Amerika-Zeit darstellt.
Six Flags Magic Mountains
Den letzen Donnerstag im Lande haben wir mit einem kleinen Highlight verbracht: der Sixflags Magic Mountain Achterbahnpark, in dem wir uns in allen möglichen Körperhaltungen mit jedem Körperteil einmal voran in wilde Fahrten gestürzt haben.
Gleich zu Beginn haben wir aus Versehen Hausfriedensbruch behangen, indem wir den Eingang für Backstage und Security Mitarbeiter benutzt haben. Dann haben wir aber sowieso beschlossen, unsere schon bezahlten Tickets zu benutzen.
Insgesamt sind wir im Stehen, Liegen, Hängen, Superman-Haltung und noch viel mehr lockere 12 (!) superkrasse Achterbahnen gefahren. Jede war irgendwie anders als die zuvor und am Ende hatten wir beide einen flauen Magen. Und trotzdem: ein wirklich spaßiger und actionreicher Tag!
Gelernt haben wir außerdem, das man in amerikanische Parks nicht sein eigenes Picknick mitbringen darf und das man sogar aus Schließfächern während der Achterbahn-Fahrt Geld machen kann.
Mit Walmart- und Taco-Bells-Halt haben wir uns dann bis nach Los Angeles zu unserem AirBnB durchgekämpft.
Santa Barbara
Nach einer ruhigen Nacht mit Erdbeben-Warnung haben wir gemütlich gefrühstückt und sind in nach Downtown Santa Barbara gefahren, wo wir zuallererst ein paar organisatorische Dinge erledigt haben (Sassis Koffergeschichte ist hoffentlich bald abgeschlossen).
Wir sind durch die ganze Stadt gestromert, haben Läden durchstöbert, am Skatepark zugesehen und sind bis an den Strand gelaufen, wo die untergehende Sonne die Angler in wundervolles Licht getaucht hat.
Den Abend haben wir mit Nachosalat, Gesichtsmasken (sogar unser Airbnb-Host hat mitgemacht) und Netflix verbracht.
Am zweiten Tag in Santa Barbara sind wir der Stadt Richtung Los Padres National Forest entflohen. Unsere ursprünglich geplante Tour konnten wir leider nicht machen, denn die Straße zum Startpunkt war nach einem nächtlichen Ungewitter komplett überflutet (Hauptsache, keiner hat uns Bescheid gesagt). Deshalb haben wir uns an einem anderen Hike versucht, der leidet weniger spektakulär war.
Als dann auch noch die geplante Weinprobe wegen geschlossenem Laden ausgefallen ist, mussten wir aus Trotz am Steg essen (Sassi war sehr happy über Meeresfrüchte), Nachspeise essen und nach Neun noch shoppen gehen. Mit dem allerletzten Bus sind wir heim, haben noch kurz Netflix angeschaltet und sind dann schlafen gegangen.
Heute früh haben wir erstmal ausgeschlafen. Dann haben wir mit dem Courthouse (super schönes Gerichtsgebäude) das Pflichtprogramm der Küstenstadt erfüllt, bevor wir in einem beeindruckenden Laden (sah aus wie eine Wüstenhöhle) zugeschlagen, uns massieren lassen und endlich die Weinprobe am Pier nachgeholt haben.
Zur Krönung des Tages waren wir bei einem Inder essen. Nach Besuch in der Yoghurteria hat es uns dann noch in eine Bar verschlagen, in der eine Sängerin am Flügel Musikwünsche erfüllt hat.
San Simeon/Big Sur
Da aktuell der Highway 1 wegen irgendwelcher Mudslides geschlossen ist, haben wir versucht uns von Süden aus möglichst weit in den Nationalpark Big Sur vorzutasten. Auf dem Weg haben wir einen Stop bei den Seeelefanten gemacht, die einfach herrlich zu beobachten waren 😉
Am Salmon Creek haben wir dann eine kurze Wanderung gemacht, deren Ziel ein kleiner, weit entfernt recht schlecht zu erkennender ‚Wasserfall‘ war. Der Rückweg Richtung Campingplatz hat definitiv einige fantastische Blicke aufs Meer geboten. Bevor wir zurückgekehrt sind haben wir noch Hearst Castle besucht, ein Anwesen eines sehr reichen, sehr verrückten und mittlerweile sehr toten Amerikaners, der Kunstwerke aus sämtlichen Teilen der Erde architektonisch vereint hat. Ziemlich cool!
Nach einem kleinen Ausflug zum benachbarten Supermarkt haben wir uns daran versucht, Feuer zu machen. Unsere zuckersüßen älteren Nachbarn haben uns zuerst dabei geholfen und uns dann quasi adoptiert. Dadurch sind wir dann auch zu unseren ersten originalen Smors (Cracker, Marshmallow und Schoki überm Feuer) gelangt. Dafür haben wir Ihnen den Genuss des Stockbrots beigebracht und unseren Restteig überlassen…
Zufrieden, mehr als satt und leicht nach Rauch riechend haben wir dann die vorerst letzte Nacht in unserem immer noch staubigen Zelt verbracht…
Nach einer kleiner Postkarten-Session am Morgen haben wir unser restliches Hab und Gut zusammengerauft und sind weiter die Küste entlang Richtung Süden gefahren mit einem Zwischenstopp am Moro Rock. Hier haben wir den ortsansässigen Ottern und ihrem Nachwuchs im Wasser zugehen. Die Otten!!
Anschließend sind wir mit den üblichen Unterbrechungen (und einem Extrahalt im goldigen Olivares) bis nach Santa Barbara gedüst, wo wir in unser AirBnb Zimmer eingezogen sind.