Yarrawonga

Über das Wochenende bin ich mit Luke ‚aufs Land‘ gefahren – circa 2 Stunden Inland von Melbourne aus.
Ich vergesse immer wieder, wie anders Country-Australia ist im Vergleich zum sehr westlichen Melbourne.
Großes Plus: krasser Sternenhimmel.
Beim Campen am Fluss kam sogar die Sonne raus und es war fast wie Sommer.
Mit Lagerfeuer und Grillen sowie viel australischen Banter lässt es sich ganz gut aushalten.
Bei einer kleinen 4Wheel Tour durchs umgebene Buschland habe ich sogar Mal wieder wilde Kangoroos gesehen und die buntesten Vögel sind sowieso überall. Wer braucht da noch einen Zoo.
Außerdem habe ich das erste Mal in meinem Leben eine Kettensäge bedient um Feuerholz zu sägen.
Insgesamt eine ziemliche Outback-Erfahrung…

Zurück in Melbourne AKA Living the best life

Mittlerweile bin ich schon wieder zwei Wochen in meiner zweiten Heimat.
Mein PJ im Royal Melbourne Hospital auf der HNO-Chirurgie hat auch begonnen.
Ich kann recht frei entscheiden, wann und wo ich dazu stoße: Ambulanz, OP, Station.
Die Lehre ist vermutlich stressbedingt nicht ganz so gut wie in den kleineren Häusern, in denen ich bisher war, aber gemein ist auch keiner. Man muss eben als Medizinstudent sehen, wo man bleibt. Oder ob man bleibt.
Ich bin permanent am Restaurants und Cafés mit Freunden auschecken, bald könnte ich sicher als Kritiker arbeiten. Aber das gute an dieser pulsierenden Stadt ist ja, dass auch meine Freunde aus Geelong immer mal hier sind.
Außerdem hat sich eine Gruppe aus internationalen PJlern geformt – naja relativ international wenn man bedenkt, dass die meisten Deutsche sind (wer hätte das gedacht).
So viel Muttersprache habe ich seit Monaten nicht mehr gesprochen.
Ich arbeite auch nach wie vor ab und an im Café, gehe viel auf Konzerte (in der Tennis-Arena, im lokalen Pub, in kleineren Bars) und genieße nebenzu das Leben in vollen Zügen.
Die Internationals haben auch immer Motivation für Unternehmungen: Comedy Night, Happy Hour, Second Hand shopping und dabei Stadtviertel erkunden…
Wir haben auch einen Tagestrip die Great Ocean Road entlang gemacht, der wirklich ein wunderschöner Tag war.
Ansonsten treffe ich mich viel mit meinen australischen Freunden und entfliehe ab und an der Stadt Richtung Geelon/Torquay/Meer.
Diese Tage werde ich am meisten vermissen: Leckeres Frühstück, Sonnenschein, OP-Shop Touren und Surfen mit Freunden…
Wenn Deutschland nur einen richtigen Ozean hätte!

Survived the Bool!

Die letzten drei Tage in Warrnambool waren nochmal so, wie mir von Winter in Warrnambool erzählt wurde: sehr nass, sehr windig und kalt. Die Wellen waren leider auch nicht brauchbar.
Dafür habe ich aber noch zweimal Wale gesehen und habe mir in den knappen Regenpausen am Meer die Seeluft ordentlich um die Nase pusten lassen.

Freitags bin ich direkt nach Torquay abgehauen und hab Levi dort auf Café und Kuchen getroffen.
Anschließend habe ich ihn das erste Mal mit zum Surfen genommen. Obwohl die Wellen sehr aufgewühlt waren hat er sich gar nicht so doof angestellt und im Neopren haben wir auch einen kurzen Hagelsturm mit einem Lachen überlebt.
Beim ‚Pholklore‘ gab es wenigstens Pho Suppe zum Aufwärmen.

Samstags bin ich in der Frühe zurück nach Melbourne gezogen und hab direkt im Café ausgeholfen.
Den ersten Abend hier durfte ich gleich mit ein paar Freunden im Crown Casino begießen.
Meine Mitbewohner aus Warrnambool habe ich auch nochmal zum Brunch getroffen, weil sie übers Wochenende in der Heimatstadt waren.
Ich bin schon froh, wieder zurück zu sein, auch wenn das Meer jetzt anderhalb Stunden Autofahrt weg ist…

Extended weekend

Samstag war das Meer leider mehr als flach…
Aber da Paige’s Einweihungsparty in Torquay anstand, war das nur halb so schlimm.
Die Party selbst war definitiv richtig spaßig. Der ziemlich bunt zusammen gewürfelte Haufen hat sich schnell kennengelernt und später ging es dann noch zu einem Gig von Boo Seeka in den Pub die Strasse runter. Wir haben uns die Nacht um die Ohren geschlagen und hatten richtig viel Spaß.
Der Großteil der Truppe hat dann bei Paige geschlafen und am nächsten Tag zusammen bei Moby’s (super süßes Café in Torquay) gefrühstückt.
Ein paar von uns sind dann noch ins Salty Dog Café an den Strand und Jo, Levi und ich haben noch den Nachmittag in Geelong abgehangen.

Ich habe Luke zum Abendessen getroffen und bin anschließend zu Zee und Eran gefahren, wo ich übernachtet hab.
Montag gab es dann ein Trowback in die guten alten Zeiten, weil ich im Café ausgeholfen habe (ja, vermutlich sollte ich lieber Medizin pauken, aber ich schulde den zweien viele Gefallen).
Obwohl es 6 Jahre her ist, dass ich das letzte Mal hier gearbeitet habe, war doch noch vieles vertraut und ein paar bekannte Gesichter sind noch immer unter den Stammkunden.

Am Nachmittag habe ich Jess -die ich ebenfalls seit 6 Jahren nicht mehr gesehen habe- getroffen und wir hatten uns viel zu erzählen.
Außerdem habe ich ein Fahrrad erworben, was mich in Melbourne täglich zum Krankenhaus bringen soll.

Auch dienstags habe ich nochmal im Café gearbeitet, bevor ich über Colac mit Dinner-Stop mit einer der Medstudents zurück nach Warrnambool gefahren bin.

The Salty Life

Diese Woche war ich neben dem Krankenhaus und der Gym wirklich sehr viel surfen und es war immer richtig cool (:
Das steigert die Lebensqualität ungemein!
Ich meine sogar, Fortschritte zu machen und ich habe eine Robbe gesehen, die wohl hier in der Bucht lebt.
Außerdem war ich wieder Mal viel Kaffee trinken und habe die Wintersonne genossen. Heute bin ich an Thunderpoint spazieren gewesen und fast bis zum Shelly Beach gelaufen. Es ist wunderschön dort und ich war fast ein bisschen verliebt ins ruhige Warrnambool.
Am Abend bin ich nochmal nach Port Fairy gefahren und habe mit Hara Pizza bei Coffin Sally gegessen und anschließend im Rahmen des Winterfestivals dort eine australische Komödie angeschaut, die gute Laune verbreitet hat. Zum Abschluss gab es dann noch heiße Schokolade in einem kleinen Café nebenan.

Wieso ist dieses Land nur so verdammt schön frage ich mich, während ich aus dem Bett in den mit Sternen gespickten Himmel und auf das Southern Cross blicke. Und wieso ist es nur so verdammt weit weg?