Cartagena

Nach meinem erstaunlicherweise pünktlichen Flug habe ich mich zum Hostel bringen lassen und bin quasi direkt ins Bett gegangen.
Der nächste Tag war irgendwie seltsam. Mein Nachmittagsprogramm (die Free Walking Tour) wurde abgesagt, ich war permanent müde von der Hitze und ganz alleine und einsam bin ich durch die wunderschönen Gassen der Kolonialstadt getigert. Die Häuser hier sind super goldig, bunt, mit kleinen Balkonen und blühenden Rankengewächsen. Der historische Teil der Stadt ist wirklich sehr touristisch, aber auch wirklich hübsch. Nach einem Mittagsschlaf bin ich noch zum Stadtstrand, dem ‚Boca Grande‘ gelaufen. Dort habe ich noch den Sonnenuntergang erwischt und mich von einer der Muddis dort belabern lassen, das sie mir die Haare flechten darf. Die ganze Sache hat dann mit Kunsthaaren in dunkelbraun den Abend in Anspruch genommen. Das Ergebnis sah ziemlich ulkig aus. Eigentlich nur 90 Prozent doof (besonders oben auf dem Kopf), mit einer besseren Farbe und mehr Zöpfchen hätte es sogar etwas werden können.
Nun ja, mit hüftlangen dunklen Zöpfen bin ich dann zum Hostel zurück, nur um dort 2 Stunden lang diese interessante Frisur wieder in den Normalzustand zu bringen.
Schweißgebadet, wie man hier nach jeglicher Aktivität ist, habe ich mich unter die Dusche gestellt und anschließend auf ‚die Jungs‘ gewartet, mit denen ich dann noch zwei weitere Leute abgeholt habe. Alle zusammen sind wir auf einen Platz vor einer Kirche im Stadtteil Getsemani gegangen, wo Gaukler und Tänzer bis ca. 2 Uhr nachts eine Show hingelegt haben.
Gegen 4 war ich dann wieder im wohlklimatisierten Hostelbett.
Nach einem langsamen Start in den Tag habe ich mich -wieder alleine- auf den Weg zum Playa Blanca gemacht: erst ein ewig dauernder Local-Bus, dann eine Motorradfahrt. Der Strand ist bis zu einer gewissen Uhrzeit wahnsinnig überlaufen mit Kolumbianern und ein paar einzelnen Touristen, die im Meer Nass Abkühlung suchen. Gegen späten Nachmittag aber, wenn die Sonne ein herrliches Licht wirft, legt sich der Trubel langsam. Spätestens mit dem Eintritt der Dunkelheit ist hier nichts mehr los, außer ein paar Aussteigern, die -wie ich- in Hängematten und Zelten am Strand übernachten.
Mit malen, Musik hören und lesen habe ich den Abend gekillt. Insgesamt irgendwie angenehm und irgendwie einsam. Ich habe Mal wieder festgestellt, das ich wirklich nicht sehr gerne alleine bin.
Obwohl ich nachts ein bisschen gefroren habe, war es erstaunlich bequem in der Hängematte und entgegen aller Erwartungen bin ich nicht um 6 Uhr aufgewacht. Trotzdem habe ich nicht mehr viel Zeit am Strand verbracht und habe mich wieder mit dem Moto nach Passocaballos Bringen lassen, wo direkt ein Bus nach Cartagena kam. Da dieser aber leider unterwegs zusammengebrochen ist, mussten alle umsteigen, sodass der nächste Bus übervoll war. Bei einem Einkaufszentrum habe ich mich rausschmeißen lassen, bin kurz shoppen und Kaffee trinken gegangen, habe noch ein wenig das Viertel Getsemani besichtig und bin dann ins Hostel, um meinen Shuttle nach Santa Marta zu nehmen.

San Andrés, Teil 2

Tag zwei meines Advanced Diver war definitiv ein Tauch-Highlight!
Trotz Müdigkeit habe ich mich in die Fluten gestürzt und musste ein paar Aufgaben unter Wasser erledigen (z.B. Rechenaufgaben oder Farben bestimmen, um die Veränderungen in 30m Tiefe zu zeigen. Wir haben eine krass massive Muräne gesehen, die größte Languste, tausende Fische, darunter beeeinducke Löwenfische und einen riesigen Korallengarten.
Bei meinem zweiten Tauchgang musste ich zunächst mit dem Kompass navigieren und ein Viereck schwimmen. Danach haben wir das Schiffswrack erkundet, sind durch rostige Luken geschwommen, haben die Zylinder des Montors gezählt, auf dem Controlboard die deutschen Beschriftungen freigekratzt, wieder eine fette Muräne und eine Languste gesehen und dann war der Spaß auch schon vorbei.
Am Nachmittag habe ich mit der frisch eingetroffenen Claire gekocht und dann sind wir in der Stadt umher gelaufen, bis wir den Abend mit Snacks am Meer ausklingen lassen haben.
Nachts wurde mitten in unser Zimmer noch ein Extrabett gestellt, sodass wir weder atmen noch uns bewegen können.
Wir haben uns Fahrräder geliehen und sind zur Erkundung der Insel aufgebrochen: immer am Meer entlang haben wir eine Runde gedreht, dabei das krasse Blau bewundert und uns über das Geschenk gefreut, das wir hier sein dürfen. Wir waren bei ‚La Piscinita‘ wo man leider Eintritt bezahlen muss und die nationalen Touris Fische mit Toast füttern und schnorcheln. Danach haben wir das Kokosnuss-Haus gesucht, was komplett aus Kokosnuss bestehen soll und uns anschließend an den Strand von San Louis gelegt, der wesentlich kleiner und weniger überlaufen als der Hauptstrand war. Dort haben wir aus einer Kokosnuss getrunken und im Meer geschaukelt.
San Louis selbst versprüht richtig Karibik-Feeling mit seinen bunten Häuschen, dem Strand, den Palmen, den auf der Veranda rumlungernden Locals und einigen rostigen Booten am Ufer.
Nach gutem Kaffee in der Stadt sind wir wieder zum Hostel geradelt und haben lecker gekocht.
Abends mussten wir leider wieder in unserem völlig unerfüllten Dorm, ohne Bewegungsfreiheit oder frischer Luft schlafen. Es wird Zeit den Laden hier zur verlassen.
Mit dem Taxi ging es zu Claires neuem Hostel: so viel besser (leider auch so viel teurer)! Von dort sind wir zum Cocoplum Beach gestartet, wo wir uns im Schatten an den Traumstrand gelegt haben. Um die Mittagszeit haben wir uns einen Kaffee im Zentrum gegönnt und sind ausgiebig im Internet gesurft.
Nach einer wunderbar säubernden Dusche und einer Kochsession mussten wir uns leider auch schon verabschieden und ich bin Richtung Flughafen gefahren.
Bye bye Paradies!

San Andrés, Teil 1

Nachdem ich die Stadt, mit der ich bessere Freunde hätte werden können, morgens um 6.30 Uhr verlassen habe, musste ich mit einem Mitreisenden am Flughafen die fast zwei Stunden Verspätung abwarten. Die anderhalb Stunden Flug auf die Karibikinsel San Andrés neben Niqueragua habe ich fast komplett verschlafen.
Vom Airport ging es mit einem viel (!) zu teurem Taxi zum Hostel, was im Internet als immer ohne Ansprechpartner und generell sehr schlecht bewertet wurde (aber nun ja, es ist das günstigste der Insel). Dort angekommen wurde ich super freundlich empfangen, das Hostel war sauber, hübsch, vielleicht ein bisschen leer und ein Stück ab vom Schuss.
Bis auf die Lage und das WiFi kann ich auch bis jetzt absolut keine Mängel finden, was am Besitzerwechsel liegen könnte.
Ich bin hinten auf dem Jeep der Besitzerin ein Stück mitgefahren und den Rest in die Stadt gelaufen.
Dort habe ich die Tauchschule aufgesucht, mich angemeldet, deren exzellentes WiFi benutzt und den Ami aus dem Flieger auf einen Kaffee am Strand mit Blick auf das türkisblaue, durchsichtige Wasser getroffen… Im Dunkeln bin ich heim, wobei ich mich etwas unwohl gefühlt habe. Nachdem ich gekocht hatte und ein bisschen Tauch-Infos gelesen habe, bin ich ins Bett gefallen.
Heute morgen um 7.45 wurde ich schon wieder von der Tauchschule abgeholt.
Nach ein bisschen Vorbereitung sind wir dann am ersten Spot getaucht. Es war wie immer entspannen hoch zehn (:
Zusammen mit einem weiteren Tauchgang habe ich Rochen, Krabben, Kugelfische und noch viel mehr gesehen!
Den Nachmittag habe ich mit den deutschen Jungs verbracht, bis ich wieder zum Nachttauchgang gegangen bin. Im Sonnenuntergang sind wir mit dem Boot raus, haben gewartet bis es fast dunkel war und haben uns dann ins Wasser gestürzt. Es war echt super cool! Mit der Taschenlampe im schwarzen Meer tauchen, die Nachtjäger bewundern, Langusten, Kraken, Kugelfische, flureszierendes Plankton…
Die Rückfahrt war zwar verdammt kalt, aber zum Glück auch kurz!
Am Abend habe ich mich über eine Umwege mit den vier Jungs in der ‚Stadt‘ getroffen, die merkwürdig feierfaul war. An der Strandpromenade hatten Leute ein paar Boxen aufgestellt und Einheimische haben locker Salsa getanzt. In einer plastikbestuhlten „Bar“ haben wir etwas getrunken und irgendwann hat einer der Angestellten seinen Laptop ausgepackt und einen auf DJ gemacht. Mitten auf dem Gehweg ist eine Party ausgebrochen: Chilenen, Iren, Französinnen, Deutsche, Kolumbianer, Jamaikaner alles dabei…
Es war richtig witzig und deshalb bin ich viel zu spät ins Bett, was ich heute morgen fast ein bisschen bereut habe.

Medellin, zweiter Teil

Freitag war ein doofer Tag.
Nachdem ich zum Supermarkt runter gelaufen bin und mir ein Ticket für Nicolas Jaar am Samstag gekauft habe, habe ich den ganzen Tag damit verbracht, auf eine Bekannte aus der Schule zu warten, wobei ein Treffen am Ende doch nicht geklappt hat. Ich habe in einem Einkaufszentrum abgehangen und den ganzen Tag also nichts gemacht. Abends hatte ich dann noch Bauchschmerzen, nachts Flöhe in meinem Bett. Überragend!
Samstag früh habe ich mich mit Igor getroffen, den ich über ein paar Ecken kenne und morgens eine Pablo Escobar Tour gemacht. In einem Minibus wurde unsere Gruppe zu allen möglichen Orten gefahren, die mit ihm in Verbindung standen/stehen: Elternhaus, Wohnhaus, eine Kappelle in der seine Auftragskiller ihre Kugeln segnen ließen, das Dach auf dem er erschossen wurde, sein Grab,…
Es war echt interessant aber vielleicht ein bisschen zu teuer. Wirklich beeindruckend war es auch, das quasi an keinem Ort mehr Hinweise auf dessen Geschichte zu finden sind. Die Kolumbianer wollen unbedingt vergessen.
Nach dem Mittagessen waren wir dann noch im Museum der modernen Kunst, was ich ziemlich cool fand. Nach Abendessen mit Igor und Julian habe ich mich dann fertig gemacht und vier deutsche Jungs, die ich von der Free Walking Tour kenne, getroffen. Zusammen sind wir in den Botanischen Garten zum Konzert, was zwar gute Musik abgeliefert hat, aber nicht besonders tanzbar war. Das Setting war allerdings echt cool (:
Mit den Jungs war ich dann noch in einem Club in der Backpacker-Blase El Poblado, bevor ich ins Bett gefallen bin.
Sonntags wollte ich eigentlich mit Claire aus meinem Hostel zu einer Pferderanch von jemandem, den sie im Flieger kennen gelernt hatte. Allerdings haben wir nach dem Check Out ziemlich lange auf ihn gewartet und dann beschlossen, das es jetzt auch zu spät ist. Wir wollten eigentlich einen Markt besuchen, der aber leider zu hatte, dann ein Kaufhaus, das auch zu hatte und haben dann den Tag mit rumstreunern und rumhängen verbracht (Sonntag in Südamerika ist echt tote Hose. Notiz an mich: Sonntage ab sofort mit irgendwelchen vorgebuchten Aktivitäten verbringen). Der Tag war also leider wieder anstatt mit coolen Dingen in Medellin mit rumsitzen und warten gefüllt.
Claire hat sich allerdings spontan ein Ticket nach San Andrés gebucht, sodass wir uns ab Mittwoch dort sehen (:
Nun sitze ich am Flughafen und warte auf meinen Flug nach San Andrés, der leider über eine Stunde Verspätung hat und mir dadurch Schlaf und meine Zeit auf der Insel geraubt hat/raubt.
Es mag an der Müdigkeit und den letzten doch eher bescheidenen Tagen liegen aber langsam steigt die Vorfreude auf daheim ins Unermessliche. Ich dachte nie, das ich mal so denken würde, aber langsam habe ich genug vom Reisen…
Was nicht heißt, das ich alles daran setzen werde, die letzten drei Wochen wunderschön zu gestalten und zu genießen 😉

Medellin, erster Teil

Später als gedacht sind wir in Medellin angekommen. Mit dem Taxi ging es ins Hostel und dann sind Philipp und ich durch die Backpacker-Blase namens El Poblado gelaufen, auf der Suche nach Nahrung. Hier ist alles wahnsinnig hip, auch irgendwie schön, beleuchtet und es sind mehr Gringos auf des Strasse als Einheimische. Ich habe außerdem Eline und Emiel kurz wieder getroffen und mich sehr über die kurze Zusammenkunft gefreut.
Am nächsten Morgen bin ich mit Philipp ca. eine Stunde in die eigentliche Innenstadt gelaufen, durch gut bewachte und schicke Wohngegenden, durch laute Strassen, die nach Abgasen riechen, vorbei an coolen Graffitis, durch Ecken, wo der Müll die Wege säumt und dazwischen krass fertige Gestalten sitzen, die in Lumpen oder halb nackt ihre Drogen nehmen. Medellin bietet von super reich bis super arm quasi alles, westlichen Standart und tiefe Abgründe.
Auf einem Obst-und-Gemüse-Markt haben wir uns eine Erfrischung gegönnt und ich habe mir mal wieder eine Monsteravocado gekauft. Das Mittagessen haben wir in einem indisch angehauchten vegitarischen(!) Restaurant gegessen, in dem seltsamerweise nur Locals waren.
Um 14.19 haben wir an der Free Walking Tour teilgenommen, die uns 4h durch Downtown geführt hat. Der Guide hat quasi perfekt Englisch gesprochen und es waren super viele Infos über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt an der Tagesordnung. Die Tour war wirklich empfehlenswert!
Am Abend war ich noch schnell in einem gigantischen Supermarkt und habe meine Guatapé-Tour gebucht.

Guatapé & surroundings
Mit Lars (NL) von der Free Walking Tour habe ich mich heute Morgen um 9.15 getroffen, um 9.50 wurden wir ca. abgeholt. Es ging zunächst durch äußere Viertel wie ‚Pablo Escaban‘, das nach dessen Sponsor benannt ist, der hier wie ein Gott behandelt wird, weil er den Armen ein Zuhause gegeben hat. Nach kurzem Lookout-Zwischenstopp haben wir dann bei Rapha, dem Haupt-Guide Zuhause gefrühstückt (bestes Frühstück in ganz SA), mit seinem Welpen gespielt und sind auf dem Dach seines Busses über eine Bumpyroad weitergefahren.
Wir haben zu mehreren kleinen Dörfern unterwegs Geschichten gehört (z.b. das Dorf, aus dem das Flower-Festival stammt) und eine Kirche aus Felsen gesehen. In Peñol haben wir dessen grünen See besichtigt und haben anschließend einen Badestopp gemacht. Dort konnten wir von einer Brücke ca. 7 Meter ins Wasser springen, man ist wirklich lange geflogen!
Am Nachmittag haben wir das eigentliche Highlight bestiegen: den Piedro del Peñol. Das ist ein riesiger Felsen (200m hoch), den man über 659 Stufen erklimmt. Oben angekommen hat man einen 360-Grad-Blick über die Gegend: tausende kleinere und größere Inseln, von grünem Wasser zerteilt. Es ist wirklich mega schön dort!
Am Fuße des Felsens hat dann unser spätes Lunch auf uns gewartet, was wieder überragend gut war.
Der nächste Halt hieß Guatapé, eine kleine touristische Stadt mit kunterbunten Häusern. Es gibt hier auch eine Gasse, die komplett von Regenschirmen überspannt wird und wo man sehr guten Kaffee genießen kann.
Im Dunkeln und später auch im Regen ging es dann die ganze Strecke wieder zurück (hat gefühlt ewig gedauert). Mit kurzem Blick auf Medellin bei Nacht war die Tour beendet und ich bin wieder in mein Hostel zurückgekehrt…