Und los geht’s: raus im Morgengrauen, ab in den Airliner nach FRA, einchecken, rumlümmeln, exzessiv Filme schauen, Flugzeugessen genießen, leicht nervös in Philly umsteigen (wollen ‚mer se neilasse?!) und ziemlich viel mit Nackenstarre schlafen. Endlich sind wir in Las Vegas angekommen. WIR schon -Sassis Backpack allerdings nicht.
Also setzten wir uns mit der Airline auseinander- Klappe die erste. Am späten Abend schaffen wir es dann ins Hostel, wo wir todesfertig in die Betten fallen.
Mit mittelleckeren aber gratis Pancakes haben wir den Morgen begonnen, sind erst zur ‚Fremont Experience‘ bei uns ums Eck gestiefelt (eine kleine Version des eigentlichen Las Vegas Strip) und haben dort -vor der sengenden Hitze der Stadt in ein auf Minusgrade runtergekühltes Casino geflüchtet- unsere weiteren Tage geplant. Es ist heiß in der Stadt und trotzdem friert man immer wieder, in den unzähligen Casinos und Luxushotels, in denen die Energierechnung wegen der ACs in schwindelerregende Höhen getrieben wird.
Wir sind mit dem Bus ins Herz der Stadt gefahren, am Puls des Gambelns und Konsums. Glitzer – Lichter – Lautstärke – BÄM!
Alles wirkt wie in einem Freizeitpark, eine pikante Mischung aus Flip-Flops tragenden Touris, verloddertern Gestalten und Hochkarätern. Leider gibt es nicht alles zu studentenfreundlichen Preisen, aber wir schlagen uns durch. Immerhin die Wassershow vorm Bellagio ist umsonst!
Den langen Tag lassen wir mit einem absoluten Highlight ausklingen: auf dem Stratosphere Tower, dem höchsten Gebäude der Stadt, fahren wir eine adrenalinspiegelsteigernde Achterbahn und den -die Spitze bildenden- Freefalltower. Bei Nacht über der leuchtenden Stadt? Wow!
Viel zu spät landen wir in den Hostelbetten.
Tag 2 startet früh mit einer Odyssee zurück an den Nabel der Stadt. Wir nehmen an einer Free Walking Tour teil, die wie immer gut ist, frühstücken um die Mittagszeit und wurschteln uns anschließend wieder durch zahlreiche Casinos, Luxushotels, Gärten, Pools, europäische Sehenswürdigkeiten und die knallende Sonne.
Nach einem kurzen Ausflug zum Flughafen -keiner kann uns wirklich weiterhelfen und der Koffer fehlt noch immer- verbringen wir den Rest des Abends mit Einkaufen in einem gigantischen 24/7 Wallmart. Hier besorgen wir neben dem wohl größten Glas Peanutbutter unseres Lebens auch Ersatzschuhe für Sassi und Campingequipment. Willkommen in Amerika!
Wieder früh klingelt der Wecker, der Plan ist ein Tagestrip zum Grand Canyon (wirklich weit können wir ja wegen unseres vermissten Teammembers nicht von Sin City weg). Durch planerische Schwierigkeiten und Verquatschen mit redseeligen aber freundlichen Amis kommen wir zwei Stunden später los als geplant. Durch die Wüste und klischeeerfüllende amerikanische Dörfer geht es bis zum westlichen Teil des Grand Canyon. Ein Zwischenstopp an der Tankstelle wird gekonnt gemeistert, die eher mäßigen Straßenverhältnisse gekonnt ignoriert. Am Besucherzentrum angekommen werden wir leicht geschockt mit einem 50$ Busticket, das wir gezwungenermaßen kaufen müssen, wenn wir überhaupt etwas sehen wollen (mit dem Auto darf man nicht weiter). Schwer touristisch werden wir an verschiedenen Stationen von Shuttle abgeladen. Der Blick auf den Canyon entschädigt allerdings für alles. Gigantische Weiten, roter Stein, karge Vegetation und steile Schluchten lassen einen die vorwiegend asiatischen und amerikanischen Touristen vergessen.
Hier lockt der Skywalk die Besucher – eine Touristenattraktion bei der man über einen gläsernen, über dem Canyon schwebenden Ring laufen kann.
Wir besichtigen noch ein paar Lehmhütten der ursprünglich einheimischen Indianerstämme und machen uns dann auf zu Stop 2, der noch schönere Aussichten und unendliche Weite bietet.
Der letzte Halt ist eine Ranch, auf der man Lasso-werfen kann die aber ansonsten nicht weiter spektakulär ist.
Nach unserem täglichen Besuch am Flughafen (ist schon wie nach Hause kommen) fahren wir immer noch ohne Sassis Kram in unser Hotel, was alle Klischees eines amerikanischen Motels erfüllt, duschen den Dreck und Staub des Tages ab und besprechen unsere nächste Zeit.