Aufgrund unseres nächtlichen Ausflugs sind wir knapp 3 Stunden später wieder ins Auto gestiegen und Richtung Zion Canyon gefahren. Dort angekommen wurde uns erstmal gesagt, Justin Bieber sei auf dem gleichen Campingplatz wie wir, in dessen First-Come-First-Serve-Schlange wir uns für die nächsten 3,5 Stunden eingereiht haben. Leicht angebabbt und hundemüde haben wir -charmant wie wir sind- einen Platz direkt am Fluss ergattert und unser Zelt aufgebaut. Direkt im Anschluss mussten wir (weil wir heute noch nicht genug Zeit mit warten verbracht hatten) in der Schlange des Shuttlebus eine knappe Stunde stehen, bis dieser uns zu unserem Startpunkt des Hikes zu ‚Angels Landing‘ gebracht hat. Hier sind wir zunächst in der Hitze einen betonierten Weg hochgelaufen, der schon zwischendurch mit herrlichen Ausblicken lockte. „Oben“ angekommen konnte man entweder verweilen oder den eigentlich angestrebten Part bewältigen: sich an Stahlketten hochrangeln, wenn es geht nicht in die hunderte Meter Tiefe stürzen durch Gesteinsspalten und über, Felsen bis zum höchsten, atemberaubenden Punkt klettern. Der Blick durch den Canyon war überwältigend!
Ziemlich verschwitzt haben wir uns dann wieder auf den Rückweg immer steil bergab gemacht und sind mit dem Shuttle quasi vor den nächsten kleinen Supermarkt gefahren, um uns mit etwas Eisigem abzukühlen.
Da wir schon fast auf dem Rasen vor dem Geschäft eingeschlafen sind, haben wir uns aufgerafft, eine kurze Katzenwäsche im Fluss durchgeführt und dann unser Abendessen, umgeben von Rehen, die unseren Platz mit ihrer Weide verwechselten, improvisiert. Es sollte allerdings nicht lange gemütlich bleiben, denn ein ziemlich heftiges Gewitter (das den Himmel immer wieder erstrahlen und den Boden wackeln ließ) hat uns gezwungen, in Windeseile und leicht überstürzt ins Zelt zu flüchten und früh zu schlafen.
Tag 2 haben wir dann glatt genutzt, um 3 Stunden in den „benachbarten“ Bryce Canyon zu fahren. Hier haben wir den Shuttlebus genommen und sind dann von dessen Haltestelle einen recht gemütlichen Weg am Rand des roten und verrückt geformten Canyons bis zum Startpunkt zurück gelaufen. Der Blick war wie immer überragend und bei einer kleinen Extrarunde einmal runter in die Schlucht und zurück sind wir fast ein bisschen ins Schwitzen gekommen!
Wieder am Campingplatz im Zion Canyon angekommen, haben wir ein wenig das Interne genutzt und entspannt. Nach Dosenfutter und einer Runde Kniffel haben wir uns dann recht bald in unser gemütliches Zelt begeben…
Der dritte und letzte Tag im Canyon sollte nochmal ein besonderer werden: geplant war die ‚Narrow‘-Tour. Uns war grosses Versprochen worden und ein ortsansässiger Outdoorladen wollte unbedingt ein Schuh-und-Stock-Mietpacket an den Mann bringen (meiner Meinung nach reine Geldmacherei). Mit dem Shuttlebus ging es so tief wie möglich in den Nationalpark und dann immer am Fluss entlang bis zur ‚Wechselstelle‘, von wo an man einfach das Flussbett hinauf waten musste. An manchen Stellen war es wirklich nicht einfach das Gleichgewicht zu halten, wenn einem die Strömung bis über die Knie reicht und man auf kullernden Steinen ausrutscht, ohne diese je zu sehen!
Die Schlucht, die der Virgin River im Laufe der Zeit in den Fels geschlagen hat war zwar überfüllt von Menschen aber nicht minder schön. Nach etwa zwei Stunden stromaufwärts Waten sind wir dann umgekehrt und wieder zurück gestolpert. Am gleichen Tag noch sind wir wieder nach Las Vegas gefahren, um in einem bizarrem Luxushotel-Verschnitt mit Einweggeschirr beim ungenießbaren Frühstück eine Nacht sehr erholsamen Schlaf zu tanken, bevor es heute wieder weiter in den Sequoia Nationalpark geht…