Copacabana und Isla del Sol

Den Tag haben wir viel im Internet und am Telefon verbracht, bis wir uns in der Nachmittagssonne an den Titikakasee getraut haben, wo wir auf einer Terrasse den See überblickend ein spätes Mittagessen genossen haben, nicht ganz ohne Probleme sich an die neue Währung zu gewöhnen. Nach Organisation für den nächsten Tag und Marktbesuch sind Sanna und ich (Hanna ist leider etwas angeschlagen) noch auf den Cerro Calvario, dem Haushügel von Copacabana hoch. Von dort war die Sicht wirklich wunderschön und wir haben im kalten Wind den Sonnenuntergang genossen.
Heute frühs haben wir kurz den Regen abgewartet und sind dann zum Bootssteg, haben Frühstück improvisiert und sind in das ungefähr langsamste Boot des Jahrtausends Richtung Isla del Sol gestiegen, das dann auch noch mit der üblichen südamerikanischen Verspätung aufgebrochen ist.
Am nördlichen Teil der Insel angekommen sind wir (nachdem wir “Wandergebühr“ für den nördlichen Teil bezahlt haben) mit aller Gemütlichkeit von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt geschlendert und haben die Schönheit der Insel aufgesogen. Gegen Mittag haben wir uns an einer Hochzeitsgesellschaft vorbei durch Ruinen zum Seeblick vorgewagt und dort unser Picknick ausgepackt. Etwas zu spät aber sehr zufrieden sind wir dann los, um die Insel von Norden nach Süden zu durchqueren.
Unterwegs wurden wir zwar immer wieder mit fantastischen Aussichten gesegnet aber leider auch mit zwei weiteren Gebühren belastet. Irgendwo unterwegs ist uns dann auch aufgefallen, das wir wirklich spät dran sind für das letzte Boot um 16.00 vom südlichen Hafen der Insel. Also haben wir die zweite Hälfte des Spaziergangs im Stechschritt und mit Zeitdruck im Nacken absolviert. Während der Norden durch reine Natur besticht, kann man im Süden viele kleine Hostels und ein süß gestaltetes Dorf sehen. Um Punkt Vier sind wir die letzten schiefen Stufen in den Hafen hinab gestolpert und haben uns auf das Sonnendeck des Boots gerettet. Dieses wiederum hat noch einen komischen Touri-Stop eingelegt und ist wieder beeindruckend langsam Richtung Copacabana geschippert. Mit Sonne im Gesicht haben wir den Titikakasee überquert, haben in unfassbarer Geschwindigkeit zu Abend gegessen und uns in den Bus nach La Paz gesetzt.
Der stressige Tag in diesem komplett umorganisierten Land (zumindest scheint es bis jetzt so) war damit noch nicht vorbei. Gerade als es fast gemütlich im Bus wurde durften wir in die Kälte aussteigen und zwei Bolivianos dafür bezahlen, mit einem Boot über einen Ausläufer des Sees zu cruisen, während der Bus in einer Pappschachtel von Fähre wahllos herumkreiselte, bis auch der letzte Passagier kalte Füße hatte und Snacks gekauft hatte. Dann ging es nochmal drei Stunden (die Hälfte davon schon durch die äußeren Teile dieser wahnsinnig riesigen Stadt) bis zum Busbahnhof.
Hostel suchen – Bett belegen! Allerdings stellt sich heraus, das das schwieriger als gedacht ist: das erste Hostel ist übertrieben teuer, das nächste lässt uns eine halbe Stunde warten, bis man sich um uns kümmert, dann ist die günstigste Option nicht mehr zu haben. Großartig!
Es bleibt nichts anderes übrig als solange unbeteiligt dabeizusitzen bis plötzlich doch billige Betten frei sind. Nach Mitternachtsdusche wird dieser verwirrende Tag im 20Bett Dorm beendet…

Welcome to Bolivia

Von Puno aus sind wir nochmal 2 Stunden gefahren bis wir an der peruanisch-bolivianischen Grenze angekommen sind. Als erstes galt es einen Ausreisestempel abzugreifen, und dazu benötigt man den Papierwisch, den man bei der Einreise erhält und von dem einem nicht gesagt wird, das man ihn unbedingt behalten muss. Ansonsten muss man nämlich 30 Soles bezahlen (Hallo, Extrakosten!). Vorbildlich deutsch wie ich nun mal bin hatte ich ihn zum Glück noch behalten. Dann läuft man ca. 200m, durch einen Steinbogen, ab nach Bolivien. Dort wartete allerdings schon die nächste Hürde: die Computer funktionierten nicht, ‚Sytem is down‘. Also musste man irgendwo, eventuell in den zweifelhaft zahlreichen Copyshops um das Immigrationsbüro, eine Kopie seines Reisepasses auftreiben, die die Behörde behalten kann (vielleicht ist das Sytem ja öfter mal ‚kaputt’…).
Vorbildlich deutsch wie ich nun mal bin hatte ich eh eine Kopie dabei.
Nach einem Hagelsturm im Bus und noch mal Geld für den ‚Eintritt‘ auf die Halbinsel, haben wir es dann bis nach Copacabana in ein eher verlassenes Hostel geschafft.