Salkantaytrail

Montag frühs um 4 stand ich wie verabredet parat -der Bus kam leider erst um 5.
Nach holprigen 3 Stunden kamen wir an einem Frühstücksplatz an, wo gegen Aufpreis Essen angeboten wurde (ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, möglichst wenig der extra/versteckten Kosten dieses Trips wahr zu nehmen und war also vorbereitet). Da ich das erste Mal ‚alleine‘ unterwegs war, habe ich mich schnell angefreundet mit einer Gruppe, die wie sich später herausstellte leider nicht meine Hikinggruppe war (:
Doch auch mein Team besaß sehr nette Mitglieder, vor allem ein Dreiergespann aus Finnland (Hanna, Sanna, Alex) und ein Mädel aus den Niederlanden (Elina).
Zunächst ging es bei Sonnenschein los, an einem Kuh-Kadaver vorbei, durch wunderbare Landschaft, per wackelige Brücken über reißende Flüsse. Am Camp angekommen gab es erstmal überraschend gutes Essen. Wasser musste man leider für übertriebene Preise kaufen (ich war zum Glück wieder vorbereitet mt Purification Pills). Den Nachmittag sind wir noch zu einem Gletschersee gelaufen, der wirklich schön anzusehen war!
Bei Popcorn und heißer Schokolade (‚Tea‘) konnten wir uns näher kennenlernen bis es Abendessen gab -wieder wirklich fantastisch.
Nach einer super kalten Nacht (aber besser als auf dem Santa Cruz Treck) ging es um 5 wieder raus, Frühstück und los: der zweite Tag ging zunächst relativ lange bergauf zum höchsten Punkt des Trecks (4600m), der Weg gespickt mit Pausen und Infos über die Inkas. Relativ erschöpft kamen wir oben an, haben dem Berg unseren Respekt gezollt (leider mehr durch Wolken verdeckt als sichtbar). Auf dem Weg nach unten hat es leider wirklich angefangen zu regnen (Welcome to raining season) und die Landschaft war so wolkenverhangen, das wir wenig gesehen haben…
Nach unserem Deluxe-Lunch ging es drei Stunden über steinige, schlammige und dementsprechend rutschige Wege bergab, immer unter dem Plastikponcho versteckt durch den Regen durch den sogenannten ‚Wolkenwald‘. Am Camp angekommen waren wir alle ziemlich verfroren (man hätte gegen Aufpreis wieder Duschen können) und haben uns unterm Dach zusammengesetzt um ein bisschen Wärme abzubekommen.
Nach dem 3-Sterne-Dinner sind dann auch alle relativ schnell in ihren Zelten verschwunden.
Wieder mit Coca-Tee geweckt ging es am dritten Tag ohne Regen weiter, zu meinem Glück denn ich habe leider meinen Regenponcho im Camp vergessen. Doof war allerdings, das wir quasi gezwungen wurden, den ‚Horsedrivern‘ Trinkgeld zu geben. Durch den Regenwald, an Wasserfällen vorbei, mit vielen Infos über lokale Flora und Fauna, bergab und bergauf, mit vielen guten Gesprächen ging es dann einen halben Tag zum dritten Camp in Santa Teresa (zurück in der Zivilisation!). Dort sind wir am Nachmittag (per super teurem Bus) zu den Hot Springs gefahren und haben uns einen halben Tag in kochendes Wasser eingelegt, um die Kälte (eigentlich kaum noch vorhanden) und den Dreck loszuwerden. Das wirkliche Problem in dieser Gegend sind die Moskitos: super aggressiv und in Überzahl essen sie einen bei lebendigem Leibe auf, egal ob man in Moskitospray gebadet hat oder nicht.
Am Abend haben die Köche sich nochmal selbst übertroffen. Später gab es dann nochmal Lagerfeuer und man wurde angehalten, die lokale Wirtschaft durch Getränkekauf anzukurbeln. Die Finnen, Elina und ich waren viel zu müde und haben uns lieber die Nacht über im Zelt von den Moskitos zerbeissen lassen.
Heute früh hat es leider schon beim Frühstück angefangen zu regnen. Damit war die Lust weiter zu laufen relativ gering. Und dann ‚mussten‘ wir wieder Trinkgeld an den Koch verteilen.
Unter dem geliehenen Plastik-Poncho schwitzend ging es dann die Strasse entlang durch weniger beeindruckende Landschaft nach Hidróelectrica. Dort haben wir unter dem Dach eines Restaurants im Regen auf den Teil der Gruppe gewartet, der Ziplining (Extrakosten) versuchen wollte. Irgendwie kann man scheinbar nass sein, frieren und gegen Moskitos kämpfen.
Immer an den Gleisen des Zugs entlang ging es -mittlerweile mit Wasserlache in den Schuhen- bis nach Aquas Calientes, wo wir nun im Hostel auf unser Gepäck warten, um endlich Duschen zu können und trockene Sachen anzuziehen.
Leider stellen wir schnell fest, das die lange ersehnte Dusche ausfallen muss, weil die Wasserversorgung der Stadt lahmgelegt ist. Hinzu kommt, das hier leider alles lächerlich überteuert ist…
Hoffentlich verziehen sich die Wolken bis morgen, wenn es zum Highlight Macchu Pichu geht!