Angeline ist mit den Nachbus nach Arequipa weiter gefahren, sodass ich sie vermutlich auf dieser Reise nicht mehr sehen werde (was ich wirklich wirklich schade finde).
Ben und ich sind mir endlich ein Handy kaufen gegangen, leider für ein Schweinegeld. Außerdem durften wir bei dem Versuch, eine Simkarte in sein gebraucht erworbenes Handy einzulegen, feststellen, das es offensichtlich geklaut ist. Aber hey, als Gauner kennt man sich aus und holt schnell Hilfe bei seinen Gaunerkumpels, sodass es letztendlich doch irgendwie funktioniert hat.
Außerdem haben wir an einer Ayahuascar-Zeremonie mit Schamanen etc teilgenommen, die über Nacht ging. Sehr interessante Erfahrung aber einmal ist definitiv genug.
Heute früh sind wir super müde wieder in die Stadt zurück gekehrt. Wir haben im meiner Meinung nach besten Restaurant der Stadt gegessen, unsere Taschen gepackt und jetzt sitze ich im klapprigen Bus nach Urubamba. Die Jungs starten morgen einen Vier-Tages-Hike, den ich so gerne mit ihnen gemacht hätte, aber ich bin auch etwas gespannt, was mich bei meinem Praktikum erwartet.
Archiv für den Tag: 21. November 2016
Rainbow Mountains
Um 3.00 klingelte der Wecker und angesichts des strömenden Regens draussen hätten wir uns alle lieber nochmal umgedreht. Stattdessen haben wir (Ben, Daniel, Angeline und ich) uns wanderfertig gemacht und in den Regen gestellt, bereit zur Abholung. Natürlich kam der abs zu spät und die drei Stunden Fahrt bis zum Frühstücksstopp haben fast alle geschlafen. Dann wurden wir zusammen mit gefühlt hundert anderen Minivans zum Startpunkt des Hikes gebracht, ausgespuckt und los ging es. Die Landschaft war wie immer überragend, aber das Wetter war mit Regen, Graupel und Wind nicht ganz auf unserer Seite.
Der Aufstieg auf 5000m war sehr gut besucht, es wurden Pferde angeboten und gerade gegen Ende kam man immer mehr außer Puste.
Die Rainbow Mountains haben ihren Namen erhalten, weil sich verschiedene Gesteinsschichten aufeinander gelagert haben und den Bergen eine bunte Farbe geben.
Allerdings wurde der Gipfel von dicken Wolken verdeckt, sodass man quasi nichts davon sehen konnte. Wir haben zufällig Chris, Mario und Alex wieder getroffen und sind recht schnell wieder herabgestiegen, weil das Wetter mit hintergündlichem Donnergrollen immer ungemütlicher wurde.
Die letzten Kilometer waren sehr nass und wurden durch Schlammlachen zu einer Schlitterpartie hoch zehn.
Völligst ausgehungert haben wir gegen Nachmittag unser Mittagessen erhalten und dann ging es per höchst unterhaltsamen Busfahrt (Angeline hat mir auf den holprigen Strassen einen Hairwrap gezaubert) zurück nach Cusco.
Cusco, Part 2
Donnerstag haben wir uns nochmal mit Angeline, die quasi ein Local ist, auf den Markt el Paraiso (Schwarzmarkt für Elektronik) begeben, leider erfolglos.
Mittags bin ich dann mit dem Colectivo nach Urubamba, meinem Zuhause während meines anstehenden Praktikums, gefahren und habe mich mal vorgestellt, eine kleine Führung und meine Hausschlüssel erhalten. Alle, die ich kennenlernen durfte waren sehr nett!
Etwas später als gedacht kam ich dann wieder in Cusco an, wo Erik und sein neuer Mitreisender Brandon (CAN) uns wieder getroffen haben. Wir haben eine Babykatze auf dem Weg zum Abendessen gefunden, die wir dem Hostel untergejubelt haben.
Besonders alt ist an diesem Abend keiner geworden, denn am nächsten Morgen mussten wir um 3.00 wieder raus.
Cusco, Part 1
Den Mittwoch haben Daniel, Ben und ich recht schweigsam begonnen. Wir sind auf den Markt frühstücken gegangen, durch die Strassen gestreunert und haben eine sehr interessante free Walking Tour gemacht.
Am Nachmittag haben wir uns auf dem Schwarzmarkt nach Handys umgesehen und mussten enttäuscht feststellen, das die hier teurer als daheim sind.
Recht missmutig hat nur das Abendessen und Wiedersehen mit Angeline die Stimmung gehoben.
Peruvian nightmare
Natürlich kam der Bus zu spät. Aber das sollte nur eine nebensächliche Tragödie der Nacht werden.
Der recht luxuriöse Bus stoppte nach zwei Stunden Fahrt plötzlich und riss uns aus dem Halbschlaf.
Eine gemeine Gaunerbande hatte riesige Steine auf die Strasse geräumt und zwang den Bus zum Anhalten. Dann bedrohten sie mit Pistolen den Busfahrer, der aus Angst die Tür öffnete, schlugen ihn blutig und stürmten zu fünft den Bus.
Jeder wurde mit einer Waffe bedroht, Taschen komplett ausgeleert und Geld sowie Wertgegenstände gefordert. Zuerst dachte ich noch, ich käme glimpflich davon, denn ich konnte mein Handy verbergen, indem ich einem Überfäller ein altes kaputtenes andrehte. Leider löste sich aber bei dem Versuch mein richtiges Handy besser zu verstecken der Kopfhörer und meine daraufhin spielende Musik verriet mich.
Der ganze Bus verblieb für einige Minuten in Schokstarre nach diesem Vorfall. Ich glaube Ben und ich haben sich einfach nur ungläubig angeschaut.
Dann haben wir langsam das Chaos beseitigt, Verluste gecheckt, mit den anderen Fahrgästen geredet.
Der Busfahrer musste erstmal zum Nähen ins Krankenhaus und währenddessen durften sich alle anderen mit den peruanischen Behörden, nämlich einem winzigen, ranzigen, eiskalten Polizeibüro irgendwo im Nirgendwo vergnügen. Wahnsinn, wie langsam und ineffizient manche Menschen arbeiten…
Mit 12 Stunden Verzögerung kamen wir durch wunderschöne Landschaft fahrend und wieder im Dunkeln in Cusco an. Dort durften wir dann noch mal 2h mit dem Busunternehmen über Verlusterstattungen streiten.
Alle sehr umnächtigt, geschockt und bei jeder Verlangsamung des Buses aufschreckend haben wir noch Treppenstufen bis zum Hostel erklommen, zu Abend gegessen und sind ins Bett gefallen.
Vor dem Hintergrund das Ben sein iPhone und ich mein Handy -beide mit allen Bildern etc.- verloren haben und wir jeder mal eine Pistole im Gesicht hatten, ist die Stimmung gerade nicht besonders glücklich und mein Sicherheitsgefühl lässt zu wünschen übrig.