Wo das Meer die Wüste küsst…

Weil wir erst mit dem Nachtbus nach Huaraz weiterscheppern, haben wir heute einen Tagesausflug nach Chiclama gemacht, dem Ort mit der ‚längsten Welle der Welt‘.
Nach einer holprigen und langen Busfahrt sind wir an der Küste entlangestreundert und haben die tatsächlich ewig langen und ziemlich perfekt brechenden Wellen beobachtet. Wenn man ein wenig am Dorf vorbei nach oben läuft steht man quasi mitten in der Wüste. Wenn man sich einmal um sich selbst dreht sieht man also ein touristisches Dörfchen, Wellblechhütten in der Wüste, Sandberge, Klippen und das wunderschöne grüne Meer mit Wellen, bei denen ich am liebsten mein Surfbrett dabei gehabt hätte…
Zweieinhalb durchgeschüttelte Stunde später laufen wir wieder in Trujillo ein, wo die übliche Abendroutine plus Vorbereitungen für die nächtliche Weiterfahrt beginnen…

Trujillo

Nach ausgiebiger Erkundungstour und Einkaufen auf dem Markt (tausend Mal günstiger als im Supermarkt!) haben wir abends zusammen mit einer Französin gekocht und uns fast ins Koma gegessen. Anschließend waren wir nur noch in der Lage, ‚Captain Fantastic‘ zu schauen, der im Übrigen super ist.
Nach ebenfalls ausgiebigem Frühstück sind wir zu viert zu den Ruien der Chimú Stadt Chan Chan aufgebrochen. Mitten in der Wüste kann man hier präinkäre Überreste von Gebäuden und Palästen sehen.
Die volle Kulturdröhnung haben wir uns dann noch gegeben, indem wir uns bis zu den Huacas del Sol y de la Luna durchgeschlagen haben. Das sind Moche Tempel die ursprünglich eine siebenstöckige Pyramide waren. Mit dabei überall die peruanischen Nackthunde (wahrlich hässliche Geschöpfe!), die aufgrund ihrer höheren Körpertemperatur früher als Heizkissen für Leute mit Arthritis genutzt wurden.
Den Abend haben wir auf dem Hauptplatz in Trujillo in der untergehenden Sonne damit verbracht, die Einheimischen bei ihren sonntäglichen Familien-Ausflügen zu beobachten. Sonntags ist es in Südamerika tatsächlich anders als an allen anderen Tagen, irgendwie ausgestorbener an den normalerweise geschäftigen Orten (Restaurant finden wirklich ein Ding der Unmöglichkeit!) und geschäftig dort, wo sonst eher weniger Leute entspannen.