Archiv für den Tag: 14. Januar 2013
Nervenkitzel
Unser nächstes Ziel hieß Galagan Beach. Nachdem wir vergeblich versucht hatten über das Internet eine Unterkunft zu finden, haben wir beschlossen, einfach mal auf gut Glück dorthin zu fahren und vor Ort zu suchen.
Wie Maria und Josef sind wir bepackt wie deren Esel von Hotel zu Hotel gezogen, um eine günstige Unterkunft zu finden. Aber wie gesagt, Bali war auch schonmal billiger. Nachdem uns jegliche Luxushotels zu teuer waren haben wir es direkt am Strand bei den dort auf Stelzen stehenden Warungen versucht. Wir haben ein günstiges aber auch ohne jeglichen Luxus ausgestattetes Zimmerchen im Café Maria gefunden.
Hier ist das Meer bei Ebbe etwa 7m von uns entfernt und bei Flut zerschellen die Wellen mit lautem Getöse unter unserem Zimmer.
Etwas mulmig wird einem da teilweise schon. Dennoch ist es natürlich einzigartig, wenn man aus dem Fenster ins Meer spucken kann 😉
Das Badezimmer ist auch kein richtiges Bad und eine Klospülung oder Klopapier sucht man vergeblich, aber man arangiert sich. Immerhin können wir hier direkt für akzeptable Preise essen und unsere Gastgeber sind freundlich.
Wir wollten nach so langer Zeit natürlich endlich mal wieder surfen! Also haben wir uns (leider sehr kurze) Bretter genommen und sind raus in die Wellen.
Die Strömung war unheimlich stark, sodass wir ziemlich weit abgetrieben wurden. Als ich das gemerkt habe, bin ich sofort raus aus dem Wasser und wollte Marius signalisieren ebenfalls an den Strand zurückzukehren. Für ihn war es allerdings schon zu spät.
Nach einigen Verständigungsproblemen haben wir einen Surfer zu ihm geschickt, denn ohne Brett kam man garnicht erst raus. Ich hab’s zwar versucht, bin aber auf den Felsen am Ufer nur rumgepurzelt und sehe jetzt aus wie nach einem Tigerkampf.
Dem Surfer ist es gelungen, Marius wieder an den Strand zu holen. Ihr könnt euch garnicht vorstellen, wie erleichtert ich war! Hat mir eine Heidenangst gemacht die Situation!
Aber alles war wieder gut.
Nachdem das Surfen erstmal gelaufen war, sind wir abends nochmal losgezogen, weil wir Werbung für eine Art Party in der Salt Warung gesehen haben. Unser Gastgeber meinte das seien 10 Rollerminuten und wir wollten eine kleine Nachtwanderung machen. Nach 20 Minuten Wanderung durch die Dunkelheit hat uns dann ein kleiner Transporter auf der Ladefläche, wo bereits zwei alte Balinesinnen saßen, mitgenommen. Es war eine lustige Fahrt und die Strecke wäre auch zu lange zum Laufen gewesen.
Bei der Warung angekommen sah es aber nicht nach Party aus und auf Nachfrage wurde uns gesagt, es sei schon seit 4 Monaten hier nichts mehr los. Sehr aktuelle Werbung! 😀
Wir sind zum nächsten Supermarkt und haben uns von unserem Geld Eis gekauft. Für den Rückweg hatten wir also nicht mehr viel übrig. Aber wir haben zwei Rollerfahrer gefunden, die uns auch gegen geringe Bezahlung heimgefahren haben.
Beautiful Bali
An unserem zweiten Tag auf Bali haben wir beschlossen, zum etwa 10km entfernten Uluwatu-Tempel zu laufen. Also ging der 2Stunden Fußmarsch durch kleine Dörfer, immer entlang der Straße in der prallen Sonne, los. Mit gelegentlichen Trinkpausen kamen wir sehr durchgeschwitzt an, woraufhin Marius sich erstmal eine Trinkkokosnuss gönnte (ich mag die Dinger nicht so gerne).
Der Tempel war auf jeden Fall seinen Besuch wert! Etwas balinesische Kultur ist immer schön 😉
Am Eingang musste man sich einen Sarong (so ein Tuch, was man sich um die Hüften bindet) ausleihen und wurde gebeten wegen der diebischen Affen alle entwedbaren Gegenstände, wie z.B. Brillen, abzulegen.
Die Tempelanlage war direkt am Meer gebaut, sodass man von den Felsen auf die Wellen schauen konnte.
Auch sonst war der Tempel wunderschön und detailreich gebaut.
Nachdem wir alles angesehen hatten, durften wir noch live erleben, wie einer unvorsichtigen Touristin von einem aufmüpfigen Affen blitzschnell die Brille vom Kopf gestohlen wurde (:
Wir haben uns dann noch den Affen versucht zu nähern und Fotos mit ihnen zu machen, aber nach dem ersten Zähneblecken haben wir es bleiben lassen…
Den anstrengenden Tag haben wir im Pool des Hostels ausklingen lassen.
Kuta
An unserem ersten Tag auf Bali sind wir zunächst ein wenig durch die Umgebung gestreunt. Im Allgemeinen eher abgewrackte Buden und Läden bieten hier alles an. Ein bisschen traurig ist es schon, wenn man an abgemagerten Minikätzchen und Babyhunden vorbeiläuft und nichts tun kann.
Die zweite Tageshälfte haben wir dann genutzt, um Kuta zu erkunden. Mit dem Taxi einmal hingefahren, wird man direkt von Verkäufern vollgequasselt und es wird immer versucht, einem etwas anzudrehen, da man offensichtlich Tourist ist. Ich gebe ja zu, dass ich nicht gerade wie die Durchschnittsbalinesin aussehe, aber dieses ständige Als-Tourist-behandelt-werden ist auch super nervig. Nach einem Nachmittag mit viel Bummeln und deutlich teurerem Essen (wir sind eben in einer richtigen Stadt mit vielen Touris) haben wir uns dann noch eine Runde Kino für 4 $ gegönnt. „The Impossible“ ist ein wirklich mitreißender Film…
Später haben wir noch eine 5 $ Massage beansprucht, was hier eh überall richtig günstig ist: eine Stunde lang wird der ganze Körper durchgeknetet und wenn man mag, laufen die Masseurinnen auch auf einem rum 😉
Außerdem habe ich mein erstes indonesisches Wort gelernt: Tarimakase, was Danke heißt.
Sehr entspannt sind wir dann zum Hostel zurückgekehrt.
Es ist anders hier.
Nachdem wir dem Taxifahrer vom Flughafen bis ans Hostel deutlich mehr bezahlt haben als nötig wäre („Touristenpreis“ eben) sind wir in unserem Luxushostel eingezogen.
Mamorfußboden, Swimmingpool und bequeme, große Betten sind hier ganz normal. Unter normalen Umständen würde das Hostel als zwei bis drei Sterne Hotel durchgehen, aber auf Bali ist es eben nicht normal.
Hier sind außer den Hauptstraßen die Wege ein Abenteuer, es streunen Hunde herum und am Straßenrand stehen gerne Kühe.
Es ist zwar längst nicht mehr so spottbillig wie zur Jugendzeit unserer Eltern (ist ja auch schon länger her, höhöhö), aber im Vergleich zu Australien immernoch günstig. Unser Hostel kostet umgerechnet pro Person und Nacht um die 10 $, in Australien findet man das nirgends.
Nach unserem Flug als Hungerkünstler haben wir uns an einem Straßenstand, einer sogenannten „Warung“ noch etwas zu Essen gegönnt. Dieser Preis war allerdings, trotz Verständigungsproblemen (die meisten Balinesen sprechen ganz schlecht bis gar nicht Englisch), unschlagbar! Ein Abendessen für 50 Cent. Und lecker noch dazu.
Hierbei gilt es stets sich danach zu richten, wo viele Leute essen, denn dort bekommt man eher weniger irgendwelche unangenehmen Krankheiten ab.
Im Supermarkt fühlt man sich selbst als Backpacker eher reich, auch wenn die Preise mit der Touristendichte variieren.
Die Währung hier sind Rupien und die stehen so hoch, dass man sich nicht selten im 6 stelligen Bereich bewegt. Kopfrechnen ist also angesagt! Mit einem einfachen Gang zum Geldautomaten wird man so zum mehrfachen Millionär (10.000 Rupien ~ 1 austr. $ ~ 80 EURct).
Obwohl hier eigentlich gerade Regenzeit ist, haben wir fast nur gutes Wetter: um die 30 Grad, Sonnenschein und nur selten kurze Schauer. Die Luftfeuchtigkeit ist allerdings ziemlich hoch, sodass man sich meistens ziemlich klebrig fühlt.
Wenn man nicht wegen Klebrigkeit duscht, so tut man es weil es hier doch eher dreckig ist. Müll und Dreck sind hier fast überall zu finden. Umwelt- oder Tierschutz? Fehlanzeige!
Auf der Straße sind nur Verrückte. Hauptsächlich Taxis und Autos und jede Menge Motorroller. Jeder fährt wie er will und weil hupen so gut wie alles bedeutet (überholen, Gruß, Ärger, Taxis wollen auf sich aufmerksam machen oder einfach mal so) ist es immer laut und voll.








