Nun zu dritt und daher mit der dreifachen Menge Spaß haben wir uns nach einem gemeinsamen Frühstück in den Bus von San Jose nach La Fortuna begeben. Die Strecke gilt allgemein als prädestiniert dafür, dass immer Mal ein Handgepäckstück auf misteriöse Art und Weise verschwindet.
Tatsächlich wurde es auch kurz ein wenig hektisch, als ein aussteigender Fahrgast einen fremden Rucksack aus der Gepäckablage nahm und beinahe unbemerkt ausstieg. Relativ schnell wurde dieser aber aufgehalten und der Rucksack fand zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurück.
La Fortuna selbst liegt am Fuße des nicht mehr aktiven Vulkans Arenal, den man leider Dank der Wolken quasi nie sieht. Am Nachmittag haben wir übrigens Mal wieder versucht, die nötigen Infos für unsere Tagesbeschäftigung zu besorgen. Wie immer schwieriger als gedacht. Verschiedene Leute -verschiedene Aussagen. So ist das eben, Pura Vida. Der Vulkan war geschlossen, der Busplan ein Roulettespiel.
Den kostenlosen Shuttle zu den kostenlosen heissen Quellen haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Quellen waren zwar eigentlich eher ein Fluss, aber es war einfach wunderbar unsere von der Busreise geschundenen Körper in dem heissen Wasser sauber zu waschen. Am Abend haben wir lecker gekocht.
Unser doch sehr luxuriöses Hostel war leider auch von einer französischen Jugendgruppe belegt, alle zwischen 15 & 16 Jahren. Da war Remmidemmi natürlich vorprogrammiert, leider auch für uns Grannys etwas zu lange. Aber Dank Ohropax haben wir trotzdem herrlich geschlafen, sodass es keine Problem war (auch nicht für Katinka), als der Wecker um 6:30 klingelte.
Nach ebenfalls luxuriösem Frühstück (vermutlich das beste bislang, denn es gab Erdnussbutter!) haben wir uns an den Bus begeben, der dann doch um 8 fuhr. Wir haben uns auf halber Strecke rausschmeißen lassen, genauso wie drei andere Deutsche.
Gemeinsam sind wir an den Nationalpark-Eingang gestiefelt, haben brav unsere 15$ bezahlt und sind auf den Geröllwegen in die vermutete Richtung des Vulkans gekraxelt. Eventuell sind wir dabei kurz falsch abgebogen, letzenendes standen wir jedenfalls zu sechst im Dschungel ohne Wege. Zwecks der Sicherheit sind wir lieber wieder zurückgewandert, gerade weil es Mal wieder angefangen hat zu regnen. Bis wir wieder auf dem richtigen Weg waren, hatte sich der Regen in Sturzbäche verwandelt, die uns innerhalb weniger Minuten komplett badeten. Auf unseren Weg haben wir noch einen riesigen Baum mit Wurzeln in Wandform gesehen.
Weil Mal wieder keiner so richtig wusste, wann die Busse zurück fahren, sind wir zu Fuss weitere 5 Kilometer zu den heissen Quellen von gestern gelaufen und haben unterwegs noch einer kleinen Schildkröte das Leben gerettet. An den Quellen angelangt haben wir uns einfach mitsamt Klamotten und Schuhen hinein gesetzt, es war ja eh schon nass und nasser wird’s ja doch nicht.
Etwas aufgewärmt war die nächste Challenge dann, am Strassenrand einen Bus oder ein Taxi anzuhalten, was uns zurück nach La Fortuna fahren kann. Mit sechs Leuten ist das eher schwierig. Aber das Glück stand auf unserer Seite: nach ca. 15 Minuten und 6 Müsliriegeln später hielt ein Großraumtaxi an und nahm uns mit.
Wir Mädels stürzten direkt erstmal unter die heisse Dusche, anschließend gab es Tee, bis wir wieder aufgewärmt waren.
Am Abend wurde wieder wild gekocht, ein richtiges Ritual mittlerweile.
Wir haben uns sogar nochmal aufgerafft, mit den anderen Entdeckern ein Costa Ricanisches Bier zu trinken, was sich nicht nur wegen netter Gesellschaft gelohnt hat, sondern auch, weil wir einen selten Blick auf den fast kompletten Vulkan in der Dämmerung erhascht haben.
La Fortuna (oder: nasser wird’s nicht Teil 2)
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