Montañita, zweiter Teil

Wieder ein sehr entspannter Tag am Strand mit ein bisschen Gitarre und Volleyball spielen.
Montags ging es dann wieder früher raus zu einer erneuten Touri-Tour auf die Isla de la Plata. Auf der Hinfahrt im Boot hatten wir leider einen etwas ungünstigen Sitzplatz und bei Ankunft auf der Insel hätten wir vom Nassheitsgrad auch schwimmen können…
Mit unserem Guide sind wir auf der Insel umhergestreift und haben viele Blaufußtölpel gesehen und viel über Flora und Fauna erfahren. Diese Vögel sehen einfach nur witzig aus und machen ebenso lustige Geräusche.
Später haben wir von Boot aus noch eine ganze Horde Schildkröten gesehen. Zuletzt konnten wir noch Schnorcheln aber zugegebenermaßen hat das recht kühle Wetter den Spaß etwas gebremst.
Den letzten Abend haben wir gut gegessen und das Meer beobachtet.
Heute frühs haben wir dann super schnell zusammen gepackt, den Bus Richtung Guayaquil geschnappt und im Bus gefrühstückt.
Jetzt bleiben wir die Nacht über in Machala, was weniger Charme besitzt. Morgen geht es Richtung peruanische Grenze…

Montañita, erster Teil

Von Guayaquil ging es noch immer etwas frustriert weiter ans Meer. Für die erste Nacht haben Cyril und ich sich in Kamala eingemietet, direkt am Meer. Wir sind am Strand entlang nach Montañita gelaufen, haben dort für den nächsten Tag einen Tauchausflug organisiert und zu Abend gegessen. Der Rückweg wurde durch wilde Kletteraction über zerfallene Häuser aufgepeppt, weil das Meer an manchen Stellen den Strand verschluckt hatte. Außerdem leuchtete der noch halb nasse Sand unter unseren Füßen.
Der Tauchausflug war etwas gewöhnungsbedürftig. Wir sind mit einem winzigen Boot aufs Meer gefahren und in der Nähe der ‚kahlen Insel‘ getaucht. Die Flora und Fauna unter Wasser war nicht umwerfend aber doch ganz interessant: Kugelfische und herrliche Stille, alles in Zeitlupe.
Vor unserem zweiten Tauchgang haben wir sogar Wale gesehen! Die sind immer wieder aus dem Wasser gesprungen und hatten scheinbar eine Menge Spaß, und wir waren ganz nah mit dabei! Unter Wasser konnten wir dann ihren Liedern lauschen und eine Jesus-Statue bewundern.
Der eigentlich als Tagesausflug angedachte Trip war schon um 13.00 vorbei, sodass wir den Rest des Tages umhergestreift sind. Abends kamen dann auch endlich Eric und Ben dazu! Nach dem Abendessen haben wir uns dann durch die Calle de los Cockteles getrunken und waren bis in die frühen Morgenstunden in Montañita unterwegs, tanzen im Sand und nächtliche Spaziergänge (dabei haben wir eine tote Galapagos-Schildkröte gefunden!) inklusive.
Der nächste Tag war dann eher langsam: Strand und Meer. Der Abend war dann eine ganz klassische Samstagnacht in der Partyhochburg…

Guayaquil

Nachdem Supergau von gestern habe ich mich per Bus bis nach Guayaquil durchgeschlagen. Hier habe ich Cyril wieder getroffen und mit ihm am Nachmittag die eher unspektakuläre Stadt erkundet: eine Vorzeige-Uferpromenade bei ansonsten eher schäbiger Stadt, Touri-Attraktionen für Einheimische und 444 Stufen auf einen mit bunten Häusern bebauten Hügel auf dessen Kuppe ein Leuchtturm trohnt. Die Sicht über die Stadt war bei untergehenden Sonne eindeutig schöner als die Stadt selbst…
Noch immer bin ich mächtig traurig darüber, dass ich nicht ‚das Dach der Erde‘ besteigen konnte.
Abends haben die Hostelgäste den Geburtstag der Besitzerin mit traditionellem Essen und dem Besuch einer eher untypischen rockigen Bar gefeiert.
Jetzt befinden wir uns auf dem Weg an die Küste, in der Hoffnung, das das Meer seine übliche Wirkung hat (:

Riobamba y Chimborazo

Ben und Eric haben mich am Busbahnhof abgeholt und ins Hotel gebracht, ein sehr verlassener und seltsamer Ort. Nach einer nächtlichen Gesangs- und Musikeinlage haben wir den nächsten Tag mit Informationen-Sammlung verbracht. Wir haben den Besitzer der Refuges auf dem Chimborazo (zum Erdmittelpunkt gemessen der höchste Berg der Erde) getroffen und mit ihm ein Angebot ausgehandelt. Den Rest des Tages haben wir ausgespannt und Besorgungen gemacht, denn heute ging es früh raus und Richtung Chimborazo.
Mit dem Auto wurden wir bis an den Eingang gefahren (4300m). Von dort aus sind wir die 8km lange Straße Richtung Refuge 1 gelaufen, was auf dieser Höhe für mich schon zu leichtem Schwindel führte. Allerdings habe ich es bis auf 4800m gepackt, wo es dann Coca-Tee und Suppe gab. Anschließend sind wir mit ein paar anderen Wanderern bis zu Whymper Needels gelaufen. Persönlicher Rekord: 5295m
Der steinige Weg trug zur großen Anstrengung bei, immer wieder Schwindel und Pausen unter Herzklopfen. Eigentlich war geplant, die erste Nacht auf der 1. Schutzhütte zu verbringen und die zweite vor dem eigentlichen Aufstieg auf der 2.
Allerdings ging es mir auf Schutzhütte 1 nach so einem hohen Aufstieg kein bisschen mehr gut. Anfangs hat es sich angefühlt als sei ich betrunken, dann kamen Kopfschmerzen, Übelkeit und letztendlich hat meine Temperaturregulation komplett ausgesetzt. Ich habe ca. 1h gehofft das es wieder besser wird aber nachdem es mir auch dann noch so schlecht wie selten ging, habe ich etwas Panik bekommen und bin leicht überstürzt Richtung Parkeingang gewandert. Unten sollte ich eigentlich abgeholt werden und wieder nach Riobamba gebracht werden, aber weil der Fahrer auf sich warten ließ, musste ich 2 Stunden mit dem Parkranger chillen, mit ihm sämtliche Fotos auf Facebook durchgehen, frieren und gebrochene Unterhaltungen führen…
Letztendlich bin ich im Dunkeln in Riobamba angekommen, habe das nächstbeste Hotel genommen und sitze jetzt hier. Mutterseelenallein (meine Travelpartner werden morgen eventuell ihr Glück versuchen) und unklar darüber, wie viel ich bezahlen muss, wann und wohin es weiter geht.
Morgen werde ich all das herausfinden und hoffe, dass ich meine Leute an der Küste möglichst bald wieder treffen kann.
Fazit des Tages: Es ging mir selten so dreckig, meine jetzige Situation ist eher ungünstig, aber am Chimborazo wandern entschädigt mit wundervollen Blicken!!