Riobamba y Chimborazo

Ben und Eric haben mich am Busbahnhof abgeholt und ins Hotel gebracht, ein sehr verlassener und seltsamer Ort. Nach einer nächtlichen Gesangs- und Musikeinlage haben wir den nächsten Tag mit Informationen-Sammlung verbracht. Wir haben den Besitzer der Refuges auf dem Chimborazo (zum Erdmittelpunkt gemessen der höchste Berg der Erde) getroffen und mit ihm ein Angebot ausgehandelt. Den Rest des Tages haben wir ausgespannt und Besorgungen gemacht, denn heute ging es früh raus und Richtung Chimborazo.
Mit dem Auto wurden wir bis an den Eingang gefahren (4300m). Von dort aus sind wir die 8km lange Straße Richtung Refuge 1 gelaufen, was auf dieser Höhe für mich schon zu leichtem Schwindel führte. Allerdings habe ich es bis auf 4800m gepackt, wo es dann Coca-Tee und Suppe gab. Anschließend sind wir mit ein paar anderen Wanderern bis zu Whymper Needels gelaufen. Persönlicher Rekord: 5295m
Der steinige Weg trug zur großen Anstrengung bei, immer wieder Schwindel und Pausen unter Herzklopfen. Eigentlich war geplant, die erste Nacht auf der 1. Schutzhütte zu verbringen und die zweite vor dem eigentlichen Aufstieg auf der 2.
Allerdings ging es mir auf Schutzhütte 1 nach so einem hohen Aufstieg kein bisschen mehr gut. Anfangs hat es sich angefühlt als sei ich betrunken, dann kamen Kopfschmerzen, Übelkeit und letztendlich hat meine Temperaturregulation komplett ausgesetzt. Ich habe ca. 1h gehofft das es wieder besser wird aber nachdem es mir auch dann noch so schlecht wie selten ging, habe ich etwas Panik bekommen und bin leicht überstürzt Richtung Parkeingang gewandert. Unten sollte ich eigentlich abgeholt werden und wieder nach Riobamba gebracht werden, aber weil der Fahrer auf sich warten ließ, musste ich 2 Stunden mit dem Parkranger chillen, mit ihm sämtliche Fotos auf Facebook durchgehen, frieren und gebrochene Unterhaltungen führen…
Letztendlich bin ich im Dunkeln in Riobamba angekommen, habe das nächstbeste Hotel genommen und sitze jetzt hier. Mutterseelenallein (meine Travelpartner werden morgen eventuell ihr Glück versuchen) und unklar darüber, wie viel ich bezahlen muss, wann und wohin es weiter geht.
Morgen werde ich all das herausfinden und hoffe, dass ich meine Leute an der Küste möglichst bald wieder treffen kann.
Fazit des Tages: Es ging mir selten so dreckig, meine jetzige Situation ist eher ungünstig, aber am Chimborazo wandern entschädigt mit wundervollen Blicken!!