Monatsarchiv: Februar 2013
24h Kinderbespaßung
Samstag morgen war schon wieder bessere Stimmung angesagt.
Ich habe die Kinder mit der Bahn zum Auqarium gebracht, wo wir Lydia getroffen haben.
Das maßlos überteuerte Melbourne Aquarium war zwar ganz nett, aber doch nur relativ klein.
Wir sind zweimal durch, um etwas Zeit zu überbrücken.
Es gab eigentlich alle Tiere, die irgendwie im Wasser leben. Süße Pinguine, Seepferdchen, Quallen, Seesterne, Frösche, Minischildkröten, einen Oktupus, wahnsinnig riesige (!) Rochen, Haie usw.
Ich habe einen Seestern angefasst 😉
Dann haben wir uns die Fütterung im Haifischbecken angeschaut.
Danach habe ich mit den Kindern den ersten Park besucht.
Dann ging es an den Hafen, wo man bei einem Mini-Fest in einem Sandkasten neben Sandskulpturen nach dem ‚Docklands-Treasure‘ graben konnte. Sophia hat dabei einen Kino-Gutschein gewonnen.
Anschließend ging es zum Lunch heim.
Nach einer kurzen Haushaltsrunde habe ich sie zum Docklands-Park geschleift, wo sie auf dem Spielplatz spielen konnten. Sie haben viel Mist gemacht aber waren eigentlich ganz brav. Ich habe mich ziemlich gelangweilt, das nächste Mal nehme ich mir ein Buch mit.
Nachdem dort alle Spielmöglichkeiten genutzt worden waren, habe ich sie zu einem anderen kleinen Fest gebracht, wo sie auf dem Sandspielplatz gespielt haben, während ich wieder alleine rumgehockt habe. Aber wenigstens hatte ich Musik.
Später sind wir noch kurz einkaufen gegangen. Ich wollte sie eigentlich noch in den Pool werfen, aber ihre Mama war abends da und hat mit uns Frühlingszwiebel-Pfannkuchen gemacht. Nicht nur, dass die tierisch lecker waren, irgendwie tat es auch gut, mal was mit Mutter und Kindern gemeinsam zu machen. Ich denke auch, dass zwischen Kathryn und mir wieder alles okay ist.
Bei Skypen mit meiner eigenen Mama hat sie mich darauf hinwiesen, dass Kathryn auch nicht das allertollste Leben hat, wenn der Vater der Kinder genau null Interesse zeigt und nie da ist. Und sie selbst hat Stress mit ihrem Laden. Jetzt habe ich eher etwas Mitleid.
Ich habe Samstag Abend und Sonntag frei bekommen. Super (:
Ich will nach Hause!
Habe ich gestern abend noch gedacht „Eigentlich verstehe ich mich ja doch ganz gut mit Kathryn“ und bei dem Wahnsinns-Blick über das im Dunkeln glitzernde Melbourne, das von den Gewitterblitzen eines fernen Unwetters aufgehellt wurde, sowas wie inneren Frieden verspürt, waren meine Gedanken heute abend eher „Oh mein Gott, wie sehr hasse ich es, hier zu sein. Die behandeln mich so schlecht, ich will keine Sekunde länger mehr hier bleiben. Ich will nach Hause!“
Grund dafür war eigentlich nur eine kleine Angelegenheit. Ich habe ja geplant, im März ein wenig die Great Ocean Road mit zwei Mädels, die ich noch aus der Schule kenne, zu erkunden.
Als ich mal über derartige Pläne mit meiner Gastmutter geredet habe hieß es, alles klar, kein Problem, Auto kannste auch haben.
Als ich in der letzten Zeit mal genauer klären wollte, wie es denn mit freien Tagen etc. aussieht, war sie schon eher giftig und nicht mehr halb so großzügig.
Ich habe 3 Tage rausschlagen können, die nach ihren Wünschen gelegt wurden.
Als ich heute wegen des Autos gefragt habe, ist sie ausgerastet.
Ich würde mir was rausgreifen, sowas zu verlangen. Ich war etwas missmutig, hab das aber akzeptiert.
Dann ging es aber weiter: Überhaupt soll ich das Auto nur für die Kids benutzen (vorher hieß es noch, ich kann es benutzen, für was ich will) und ich soll mal nicht so viel Geld mit den Kindern ausgeben (vorher hieß es noch, was immer es kostet, sie bezahlen es). Sie wollte schon meinen morgendlichen Plan känzeln, nachdem ich die Kids ins Aquarium mitnehmen wollte, wo ich eine Freundin treffe. Ich wäre ausgerastet, hätte ich Lydia so kurzfristig absagen müssen. Aber an sowas ist meine Gastmutter nicht interessiert.
Als ich dann noch ein paar Punkte abklären wollte, damit demnächst keine Missverständnisse (bzw. damit ich demnächst gegen Meinungsänderungen abgesichert bin), hat sie mich dann noch angekeift, ich würde total viel verlangen und sollte mal ein bisschen dankbar sein.
Da war ich also missverstanden worden, aber ich hab lieber den Schwanz eingezogen und ein paar Tränchen vergossen.
Mein Kopf war so voll von Kündigungs-Plänen und Weiterreise-Ideen.
Ich wollte einfach nur nach Hause, wo man mich mag und gescheit behandelt. Wo ich mir sicher sein kann, willkommen zu sein und nicht ausgenutzt zu werden.
Nach einer halben Stunde schwimmen war meine Laune zwar noch nicht wieder ganz hergestellt und das Problem der Planung für die Great Ocean Road nicht gelöst, aber ich konnte zumindest etwas klarer denken und handeln.
Ich habe beschlossen, der Gastmutter freundlich neutral gegenübertreten. Ich bleibe noch mindestens bis Ende März. Dann will ich weitersehen, ob ich es noch 2 weitere Monate aushalte.
Wenigstens meine liebste Arbeitskollegin, die selber kein leichtes Leben hat, hält zu mir (:
Hoffentlich darf ich morgen tatsächlich ins Aquarium.
Ich frage einfach nach garnichts mehr hier, denn sonst wird es wieder als zu dreist aufgefasst.
Eltern wieder da = Stress wieder da
Am Donnerstag Morgen waren die Eltern dann wieder da. Die Kinder haben ersteinmal ihre Abfindungs-Geschenke erhalten und auch ich wurde beschenkt.
Für den Jungen gab es einen fernsteuerbaren Lamborghini, das Mädel hat eine Barbie-Digitalkamera erhalten und ich habe 3x400gr Toblerone bekommen.
Nett gemeint, aber ich würde mich über andere Dinge mehr freuen als über Geschenke, die last minute im duty free Shop gekauft wurden. Aber ist ja lieb, dass sie auch an mich denken! (:
Die Kinder haben beide einen Haarschnitt bekommen und die Überlegung stand im Raum, wegen der erneut auftauchenden Läuse den Kindergarten zu wechseln.
Ich habe dagegen gestimmt, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.
Ich arbeite weiterhin viel: Im Café bis zu 17 Stunden die Woche, wochentags 5 Stunden in der Familie und Samstags bzw. manchmal Sonntags 13 Stunden, was etwa wöchentlich mindestens 55 Stunden ergibt.
Aber ich verdiene auch etwa 2400$ (umgerechnet ca. 1900 Euro).
Allerdings macht Geld alleine nicht glücklich. Defintiv nicht.
Na toll!
Am Montag hatte ich gerade gemütlich mein Frühstück genossen, als eine Sms meine Tagesplanung durcheinander werfen sollte: Die Kinder hatten anscheinend erneut Nissen/ Läuse. Also bin ich los zum Kindergarten. Da nur bei Marco akute Gefahr bestand, hab ich ersteinmal nur ihn mit nach Hause genommen, denn ein Kind ist immer leichter als zwei. Ich habe ihn vor den Fernseher gesetzt (auch wenn ich das bestimmt nicht für die beste Beschäftigung halte) denn ich musste das Chaos beseitigen, was mir Opa und Tante dagelassen haben. Nach 3 Stunden putzen und einkaufen, sowie Läuse-Behandlung, habe ich Marco entlaust, was bei seinen Haaren recht schnell ging. Anschließend habe ich ihn zurück in den Kindergarten gebracht, um wenigstens etwas Freizeit zu haben. Später habe ich beide Kinder abgeholt, festgestellt, dass Sophia auch betroffen war und 3 Stunden ihre Haare entlaust. Der Opa hat sie mir abends bis um 10 abgenommen und so sind sie viel zu spät ins Bett gekommen. Der nächste Tag absolut wie gestochen war gewiss! In Unterhaltungen mit dem Großvater habe ich herausgefunden, dass er auch findet, dass seine Tochter zu wenig Zeit mit den Kindern verbringt… Außerdem hat er mir erzählt, dass er ursprünglich einmal drei Kinder hatte. Sein mittleres Kind, ein Sohn, war drogenabhängig und ist in Folge des Drogenmissbrauchs vor 4 Jahren gestorben. Die Kinder hatten ein interessantes Verständnis vom Tod…. Heute hat Brian (der Opa) mich nach der Arbeit im Café angerufen und die Kinder wieder genommen! Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir so viel hilft! Ich habe mehr Freizeit als gewöhnlich… Ich habe eine Arbeitskollegin eingeladen und der Abend war sehr entspannt, bis die Kids wieder da waren. Besonders Sophia hat total am Rad gedreht und außerdem habe ich trotz Lausbehandlung über Nacht wiedet lebende Viecher in ihren Haaren gefunden. Ich hab total Angst, die auch zu bekommen. Ich musste mich um die ausrastenden Kinder kümmern und meinen Gast viel zu sehr vernachlässigen 🙁








