Bei unserer nächsten Surfsession bin ich, nachdem ich mehrfach von Monsterwellen umgehauen wurde, lieber früher aus dem Wasser. Wenn man mitsamt Brett nurnoch rumgewirbelt wird, dass man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, ist es gesünder aufzugeben.
Marius hat sich bei dem Versuch, gegen die Wellen anzukämpfen direkt mal eine Finne aus seinem Board gebrochen, was 80 $ Reparatur kostet.
Wir haben beim abendlichen BBQ am Stand von Franzosen Essen geschenkt bekommen und zwei deutsche Mädels kennengelernt, die schon etwa ein Jahr in Australien sind. Mittlerweile haben sie ihre Ansprüche auf Schlafen auf der Rückbank ihres Autos und 2-Minuten-Suppen heruntergeschraubt. Oje!
Freitagsabend gab es dann noch „Christmas Carols by the Sea“, wo Weihnachtslieder gesungen wurden -seltsam so direkt am Strand…
Die Reise wurde dann Richtung Woolgoolga fortgesetzt.
Archiv des Monats: Dezember 2012
Nimbin Museum
Regenwetter…
Auf Anraten der deutschen Mädels sind wir tatsächlich nach Nimbin gefahren. Das kleine Örtchen mit nur 350 Einwohnern ist bei den Backpackern vor allem als Hippiestadt bekannt und somit auch als Drogen-Domizil.
Auf dem Weg dorthin, haben wir einen Zwischenstopp bei einem alternativen Markt eingelegt, der einer der schönsten Märkte war, den ich je gesehen habe mit all dem Hippie-Krempel und sehr interessanten Menschen (:
Nimbin selbst war auch sehr lustig. Es ist wirklich eine Hippie-Hochburg. Diese Einstellung wird hier einfach gelebt. Und zur Bewusstseinserweiterung werden hier einem an jeder Ecke Drogen in jeglicher Form und von jedem (sogar von Omas!) angeboten.
Im Museum of Nimbin kann man herrliches Chaos bewundern, welches die Geschichte der Hippie-Stadt darstellen soll.
Einen weiteren Wasserfall im benachbarten Nationalpark haben wir leider nicht mehr gefunden…
Es regnet hier immer noch sehr viel, was zweifelsohne ein Stimmungskiller ist.
Meistens verschanzen wir uns dann in der Bibliothek, denn bei schlechtem Wetter gibt es hier nicht viel zu tun.
In einem Regenloch haben wir uns doch einmal in die gewaltigen Wellen getraut und es war richtig toll! Das Surfen war zwar durch die Wucht des Wassers auch anstrengender, aber hat auch besser geklappt. Und surfen im Regen ist auch halb so wild 😉
Am nächsten Tag haben wir das gleich wiederholt, obwohl die Strömung so stark war, dass man schon nach 10 Minuten 200m weiter oben am Strand angekommen ist.
Mittags, wieder im Hostel eingeschlichen, wurden wir gefragt, ob wir denn hier wohnen würden. Wir haben brav ja geantwortet aber jetzt fühlen wir uns etwas ertappt und gehen nicht mehr ins Hostel. Wir nutzen lieber die BBQs am Strand oder eben unseren Gaskocher.
Die Lust darauf, im Auto zu schlafen, wird auch immer kleiner und deshalb werden wir bald weiterfahren…
Gestern haben wir uns das Byron Bay Lighthouse (den Leuchtturm) angesehen, der auf einem Felsen mit Wahnsinnsausblick steht. Von dort aus kann man stundenlang das offene Meer und seine Wellen betrachten oder Paraglider beobachten. Wir sind dann noch zum Most Easterly Point gelaufen, von dem gesagt wird, es sei der östlichste Punkt des Landes.
Man muss schon sagen, Australien ist einfach ein so wunderschönes Land! Wenn ich nicht so feige wäre und meine Menschen nicht so sehr vermissen würde, würde ich garantiert auswandern.
Wir werden heute und morgen noch versuchen zu surfen und uns dann weiter Richtung Woolgoolga wenden, weil wir dort über Couchsurfing eine Bleibe gefunden haben.
Regnerische Grüße aus dem Land der Sonne!
Byron Bay
Byron Bay ist auch als Mekka der Surfer bekannt. Dieses kleine Örtchen überzeugt definitiv mit Surfstrand und Hippie-Charme, was dazu geführt hat, dass ich mich direkt ein wenig in die Stadt verliebt habe.
Am ersten Abend hier haben wir bei einem jungen Califonier namens Jess Couchsurfing gemacht.
Er hat uns direkt zu einem BBQ bei seinem Freund Jimmy mitgenommen. In lustiger Runde haben wir erst ein richtig australisches Grillen genossen und anschließend noch einen Grusel-Film.
Nach einer Nacht auf einer sehr sandigen Couch haben wir den regnerischen Vormittag im Wohnzimmer der WG verbracht. Scheinbar haben wir an der sonst so sonnigen und für ihre Strände bekannten Gold Coast eine Schlechtwetterwoche erwischt.
Am Nachmittag mussten wir leider die Couch räumen, weil Besuch von den Eltern angesagt war.
Heimatlos haben wir uns die Läden der Stadt angesehen (hier könnte ich noch viel mehr kaufen, genau mein Ding!).
Wir haben uns später auf dem Parkplatz eines 24/7 Fitnessstudios niedergelassen und hier im Auto geschlafen.
Bei Regen ist im Auto campen allerdings nicht besonders schön.
Am nächsten Tag haben wir uns im Fitnessstudio für einen 7-Tage-Versuchspass angemeldet, um uns eine Dusche und ein wenig Training zu sichern.
Hier habe ich schon Pilates und Zumba ausprobiert (zweiteres will ich auf jeden Fall wieder machen!).
Wir sind außerdem dazu übergegangen, uns in ein Hostel einzuschleichen und dort unser Essen zu kochen oder mal fernzusehen. Oder mal von einem Mädchen, das in der Bäckerei arbeitet, eine ganze Tüte Bäckerkram geschenkt zu bekommen.
Nach dem Besuch eines kleinen Künstlermarktes haben wir Jimmy zufällig getroffen, der uns für den Abend Freikarten für ‚Woody’s‘ (eine Surferbar) mit Freigetränk gegeben hat.
Dort war es aber eher langweilig und wir sind zu unserem heimatlichen Parkplatz zurückgekehrt.
Wenn man so ganz heimatlos ist, denkt man mehr an zu Hause als sonst und vermisst viele Kleinigkeiten.
Am nächsten Tag sind wir in den Nightcap National Park gefahren. Der hier versprochene Wasserfall war leider ausgetrocknet aber der Blick über das Tal war gewaltig und die 100m hohen Klippen möchte ich auch nicht gerne runterfallen.
Zufällig haben wir die beiden anderen Mädels, mit denen wir bei Peter gewohnt hatten, wiedergetroffen.
Sie haben uns geraten, nach Nimbin und an eine andere Stelle des National Parks zu fahren.

