El Calafate

El Calafate selbst ist doch recht touristisch und hat neben ein paar netten Restaurants und als Base für die Touren zum Petito Moreno Gletscher nicht arg viel zu bieten.
Ich bin daher ins Gym und habe abends noch mit einem Brasilianer ausm Hostel den Mondaufgang des Super-Vollmonds geschaut.
Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus (wie immer zu spät) zum Petito Moreno Gletscher. Der Parkeintritt ist recht teuer, aber es war schon beeindruckend. Man kann auf Stegen am Gletscher entlanglaufen und es war krass, denn es sind einige grosse Schnee/Eisstücke mit grossem Getöse vom Gletscher abgebrochen und in den eisigen See gefallen. Das war schon ein Spektakel! Leider hat dann auch ein eisiger Wind mit Regen eingesetzt, sodass ich ganz nach Gletschermanier durchgefroren bin.
Zum Abschluss habe ich noch eine einstündige Tour auf einem Boot unternommen, bei der man nochmal deutlich näher auf dem See aus Schmelzwasser an die Eismassen heran kommt. Der Gletscher war bis 2020 in seiner Größe stabil, seitdem wird auch er leider kleiner. Auf dem Boot konnte man sich auch Whisky mit Gletschereis schmecken lassen.
Es hat den Rest des Tages gedauert, bis ich wieder aufgetaut war.
Eigentlich hatte ich mir für früh am nächsten Morgen einen Trabsport organisiert, aber leider das falsche Datum genannt, was mir erst bei der mutmaßlichen Abfahrt aufgefallen ist..also musste ich dann doch etwas überstürzt ein Taxi rufen. Meinen Flug nach Bariloche habe ich aber trotzdem bekommen und bin hier bei 20 wärmer und Sonnenschein gelandet.

El Chaltén

Am gleichen Tag mittags bin ich mit einer Mordsaussicht in El Calafate gelandet, meinem ersten Stop in Patagonien. Und Überraschung: es war übertrieben windig.
Mit dem Bus ging es bis ans Hostel, dort bin ich dann durch die sehr überschaubare Stadt gelaufen und habe noch gekocht. Die Sonne hier geht erst so gegen 23 Uhr unter, sehr angenehm. Leider habe ich wegen eines mehr als lauten Schnarchers sehr schlecht bis gar nicht geschlafen. Und ich habe wohl meinen gesamten Unterwäsche Beutel in Buenos Aires liegenlassen. Aber den bringt mit jetzt Esteban mit.
Am nächsten Tag sehr früh ging die Reise weiter nach El Chaltén. Und schon aus dem Bus raus konnte man sehen: es ist krass hier. Mount Fitz Roy schaut hier von überall auf einen hinab.
El Chalten selbst ist sehr übersichtlich, 20 mins von einem zum anderen Ende.
Nach einem kleinen Lunch wollte ich bei strahlendem Sonnenschein eigentlich nur mal eine Strecke austesten, bin unterwegs jedoch in Tara aus England reingelaufen und bin mit ihr quatschend dann doch bis zur Laguna de los Tres. Aber bei dem Wetter war das auch einfach zu gut.
Nach 5h wandern auf den Nachmittag war ich mit ihr und zwei Freunden von ihr dann noch extrem teure Pizza (Patagonien war schon immer teuer aber jetzt ist es exorbitant) essen und Aperol in der Sonne trinken.
Der nächste Tag sollte legendär werden: relativ spät und trotzdem noch vor 8 Uhr habe ich den Fitz Roy/Laguna de Torre Hike begonnen.
Wieder hatte ich echt Glück, die Sonne lachte und ich konnte einige Leute überholen. Trotz auch schon unterwegs legendären Aussichten war es am Ende des Trecks einfach atemberaubend: Fitz Roy ist majestätisch und einfach ein fabelhafter Ort. Ich habe oben nur noch gestaunt, tausend Bilder geschossen, meine restliche Pizza gesnackt und das Leben genossen. Auf dem Rückweg war es so warm, dass ich noch einen Umweg zum Mirador de Piedras Blancas gemacht habe (stunning) und am der Laguna Capri in der Sonne gelegen habe und mit den Füssen ins Wasser bin.
Abends wieder Aperol in der Sonne und Abschiedsessen mit Tara.
Samstag sollte das Wetter schon kippen, also bin ich am Morgen mit zu einer Ranch gefahren und war reiten (das war für meine geschundenen Beine auch besser). Es hat viel Spaß gemacht und ich habe mich gefragt, warum ich so lange nicht mehr auf einem Pferd gesessen habe.
Am Nachmittag bin ich dann doch nochmal zu zwei Miradores gelaufen, weil es noch nicht regnete, und es war wie immer wunderschön.
Der Sonntag war dann ein richtiger Winterschlaf Tag. Ich habe versucht mich möglichst in Cafés zu verkriechen. Dabei bin ich in eine Amerikanerin vom Reiten reingelaufen und wir haben für den gleichen Abend noch eine Yogastunde gebucht.
Montags war es zwar immer noch windig aber wenigstens trocken, sodass ich den Loma del Pliegue Hike angetreten bin. Es war extrem windig aber sonnig und der Blick hat für einiges entschädigt! Nach 20km wurde es dann doch auch Zeit für Kaffee & Kuchen und den Rest des Tages ist nichts mehr passiert.
Vor meinem Bus zurück nach El Calafate bin ich noch einmal zum Chorrilo del Salto, einem wirklich idyllischem Wasserfall, gelaufen. Die Strecke war nett für einen Morgenspaziergang und es waren quasi keine Leute da, also alles in allem eine schöner morgen. Gekrönt von einem letzten Kaffee mit Blick auf den Fitz Roy, habe ich meinen Bus zurück nach El Calafate angetreten.