Back to the Roots

Am nächsten Tag ging es dann zur Erkundungstour an einen noch größeren Wasserfall in dessen See wir diesmal auch gebadet haben! Außerdem sind wir dort von den Klippen etwa 5 Meter ins eiskalte Bergwasser gesprungen….
Wir sind den Wasserfall hochgeklettert und mir Törfkind musste natürlich nach einer Dusche im Wasserfall der Fuß auf dem glitschigen Felsen abrutschen. Ich bin etwa 10 Meter den Wasseefall runtergekugelt und unten im Wasser gelandet. Jetzt weiß ich, warum es WasserFALL heißt 😉
Bis auf einen blauen und dicken Fuss und ein aufgeschlagenes Knie mit bläulicher Färbung ist nix passiert, aber es muss wohl witzig ausgesehen haben! (:
Tja, ich mache halt meine Stunts immer selbst!
Nach dem anschließenden Marsch durch den Regenwald ging es dann noch auf Schnabeltier-Suche. Gefunden haben wir leider keins.
Jetzt haben wir uns bis nach Rainbow Beach durchgeschlagen, von wo aus morgen die Fraser Island Tour startet.
Vilhelm haben wir unterwegs abgesetzt. Liebste Grüße von einem der längsten Strände Australiens!

Natur pur

Nachdem wir Vilhelm eingeladen haben war als nächster Stop der Eungella National Park angesetzt.
Da es aber schon bald dunkel werden sollte suchten wir zuerst für Vilhelm eine Bleibe.
Fündig wurden wir an einem der wahrscheinlich coolsten und verrücktesten Orte der Erde!
Im Platypus Bush Camp, das unter der Leitung eines steinalten und Mariuhana rauchenden Eigenbrödler steht.
Der Alte borgte Vilhelm ein Zelt und während das aufgebaut wurde konnten wir uns umsehen:
Mit viel Liebe zum Detail, zwei campeigenen Kakadus und einem glasklaren Fluss mitsamt Steinübergang war es dort schon besonders.
Wenn man nicht gerade mit Campervan oder Zelt unterwegs ist, kann man dort in wahnsinnig süßen Hüttchen auf Stelzen schlafen, die offen aufgebaut sind und mit einem Bett unter einem Moskitonetz ausgestattet sind. Sehr romantisch also (:
Weiter hinten im Camp konnten wir die Auswüchse eines durch zu viel Gras vernebelten Hirns bewundern, eine Aloe Vera Zucht, eine Ananaspflanze, eine Hühnerfarm und einen alten verranzten Schulbus, der auf Paletten aufgestockt und innen komplett bemalt war.
Rundherum noch ein wenig Schrott…
Nach Errichtung von Vilhelms Nachtlager ging es noch zu einer kleinen nächtlichen Tour zu einem Wasserfall mit See davor.
Der Rückweg durch den komplett finsteren Regenwald erwies sich als Stolper-Angelegenheit…
Marius und ich verbrachten die Nacht mal wieder im Auto auf einem Parkplatz im Nachbarkaff.

Ab ins Paradies

Wir sind also mit unserem kleinen Segelboot, der „New Horizon“, und etwa 20 anderen jungen Menschen ins offene Meer zu den Whitsunday Islands gestartet.

Die  Stimmung an Bord war eigentlich durchgängig richtig gut und man hat wahnsinnig schnell alle Leute aus den verschiedensten Ländern kennengelernt, von Indien über England, Schweden, Irland, Wales, Schottland, Holland, Australien bis hin zur eindeutig meist vertretensten Nation, Deutschland, war alles dabei (:

Wir haben sogar drei Jungs aus Gütersloh kennengelernt, liebe Beate!
Ins Wasser durften wir nur mit stinger-suits, Neoprenanzüge, die gegen die Tentakel der Stinger-Quallen schützen sollen.
Wir konnten über eine Planke von Bord springen und sind an zwei verschiedenen Stellen am Reef geschnorchelt. Dabei haben wir zwei Riesenschildkröten aus der Ferne gesehen, einen riesigen Fisch mit dem Namen George und wie immer jede Menge anderer bunte Fische und Quallen.
Auf dem Boot haben wir in ziemlich engen und dicht unter der Decke gelegenen Kojen unter Deck geschlafen.
Am nächsten Tag ging es dann zum absoluten Highlight der Tour: Whitehaven Beach!
Und der Strand heißt nicht umsonst so: wahnsinnig unversehrte Natur soweit das Auge reicht, türkisblaues, klares Wasser und der Sand! Der weißeste und feinste Sand der Welt! Beinahe wie Schnee!
Wir durften im Wasser rumdümpeln und die Stingrays (das sind die Rochen, die hier überall im flachen Wasser liegen) aus nächster Nähe betrachten.
Bei einem Strandspaziergang haben Marius und ich dann noch einen kleinen Hai entdeckt. Der etwa 1.5m lange graue Hai ist bis zu 3 Meter an unsere Füße herangeschwommen!
Zu guter Letzt haben wir auf dem Boot noch Vilhelm aus Schweden kennengelernt, der mit uns weiter gereist ist, um fuel sharing zu machen.

Show must go on

Es ging weiter Richtung Süden mit einigen Pausen, auch gerne mal an einer Tankstelle.

Unser nächstes Ziel war Airlie Beach wo am nächsten Tag unsere Tour zu den Whitsunday Islands beginnen würde.
Nach vergeblicher Suche nach einem gratis Parkplatz haben wir uns dann doch für einen Campingplatz entschieden.
Hier in Australien sehe ich übrigens das Gerücht bestätigt, es gäbe auf diesem Kontinent mehr Sterne als anderswo. Es ist der Wahnsinn, wie viele kleine Lichtchen am Himmel leuchten!

Australien ist irgendwie anders..

Mit unserem sportlichen Wagen brausen wir seit mehr als einer Woche den australischen Highway entlang.

Die australischen Straßen enden, wenn man sich verfährt, auch ganz gerne mal erst nach 50km vor einem Koppelzaun (eigens erfahren!).

Etwas verwundert ist man auch, das es schon um halb sieben abends stockfinster wird!
Also genießen wir fast immer im Dunkeln unsere Gaskocher-Mahlzeit auf einem Supermarktparkplatz (:
In Australien sind allerdings die öffentlichen Plaetze viel besser ausgestattet als in Deutschland.
Es gibt hier in jedem Park Klos und nicht zu vergessen die „Barbies“, wie hier liebevoll die Grillplätze genannt werden. Dabei handelt es sich um kostenlose Gasgrills, auf deren heisser Platte Jedermann grillen kann, während sein Handy an der öffentlichen Steckdose daneben auflädt.
Es gilt stets die Tempobeschränkung 100. Die Strassen gehen meist gerade aus, es begegnen einem riesige Trucks, auf denen das Oversize-Warnschild prankt, und es wird vor Wildunfällen mit Kangaroos und Cassowarries (diese Vögel sind sowas wie ein Truthahn) gewarnt.
Ausserdem befinden sich im Abstand von ca. 10 km Baustellen, an denen Bauarbeiter beschäftigt werden, deren einzige Aufgabe darin besteht, ein Schild mit „stop“ oder „slow“ hochzuhalten …
Man bedenke das diese Leute für ihren Job mindestens den australischen Mindestlohn von etwa 14 Euro bekommen. An fast allen Strandpromenaden werden einem zusätzlich Duschen geboten.