Der Shuttle war wirklich relativ effektiv. Quasi nur wir drei wurden direkt vor unser Hostel in Samara gekarrt, ganz ohne zeitraubende Zwischenstopps. Wenn man genügend Geld in die Hand nimmt, scheint die Reise also doch auch effektiv und komfortabel möglich zu sein.
Die erste Amtshandlung im Paradies war ein Sonnencreme-Bad, direkt gefolgt von einem halben Tag Strand. Wir haben also die Seele in der Hängematte zwischen Palmen baumeln lassen und das Rauschen des Meeres genossen.
Am Abend haben wir die wohl leckersten Tacos der Stadt selbst gemacht, um touristischen Preisen zu entgehen.
Der zweite Tag an der Pazifikküste begann sehr entspannt, bevor wir uns mit dem Bus an dem Playa Carillo gewagt haben, wo wir den ganzen Tag mit lesen unter Palmen, Baden und Sonnenanbetung verbracht haben. Was ein schöner Tag!!!
Leider ist ein älterer Herr, der sich den Dorm mit uns teilt, genauso verrückt wie freundlich und daher hängen wir nicht allzu gerne im Hostel ab.
Das ist aber auch in Ordnung, denn am Strand ist es eh viel schöner.
Am Abend haben wir uns vor auf das Ortsfest gewagt, das dieses Wochenende auf dem Fußballplatz stattfindet. Dort haben wir angeblich traditionelles Essen (Chinanudeln???) gegessen und uns mental auf den nächsten Tag vorbereitet, an dem wir 100km in 11 Stunden bewältigen wollten, um Mal wieder den Sparfuchs zu markieren.
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Santa Elena
Angekommen in Santa Elena haben wir unser Hostel mit wahnsinnig goldigem und bemühten Besitzer bezogen.
Einem ‚Geheimtipp‘ folgend sind wir noch zum Ficusbaum gelaufen, einem holen, mehrfach überwachsenem Baum, in dessen Innerem wir super weit in die Baumkronen geklettert sind. Dieser Baum ist wirklich der Hammer, unglaublich schön! Ein besonderer Moment war dann auch, als eine kleine Affenfamilie sich zu uns gesellte und in den von der Abendsonne goldenen Baumkronen umhertollte.
Santa Elena selbst ist auch ein recht süßes kleines Städtchen, vielleicht etwas touristisch.
Den Abend haben wir Mal wieder unser geballte Kochkraft zu einer Ananas-Reis-Kreation vereint.
Der nächste Vormittag war für einen Abstecher in den Santa Elena Nebelwald eingeplant. Dieser Nationalpark beinhaltet Pflanzen, Pflanzen, die mit Pflanzen bewachsen sind und jene, die mit Moos überwuchert sind. Es ist jedenfalls sehr grün und durch den heutigen Sonnenschein weniger nebelig.
Ganz am Ende unseres kleinen Hikes dort haben wir sogar noch eine Nasenbär-Familie gesehen, sehr putzig!
Am Nachmittag wollten wir eigentlich noch die Stadt erkunden, aber der Regen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass wir uns eher der weiteren Planung und dem Bus-Djungel gewidmet haben. Wir werden tatsächlich mangels angenehmeren Alternativen morgen mit einem Shuttle weiter an die Küste nach Samara fahren!
Das Abendessen war zwar improvisiert (keiner wollte die endlich Mal trockenen Klamotten wieder durchtränken) aber nicht weniger lecker!
Busfahren in Costa Rica
Weil der angebotene Shuttle unser Budget ein wenig sprengen würde, aber wir drei beschlossen, unsere Reise nach Monteverde/Santa Elena nach Einheimischen-Manier fortzusetzen. Das bedeutet allerdings, dass man für die 76 km Weg (Luftlinie ca. 35km) ungefähr 8 Stunden einberechnen muss.
Um acht Uhr in der Frühe ginge es los nach Tilaran, eine recht entspannte und schnelle Fahrt mit Panoramablick auf den Vulkan Arenal und seinen See, sodass wir um 9:15 eintrudelten. Leider sind in Costa Rica die Busse genau garnicht aufeinander abgestimmt, was einen dreistündigen Aufenthalt in der kleinen Stadt bedeutete.
Mangels sehenswerter Orte haben wir uns in die Sonne (!) in den Park gelegt und auf einem Kinderspielplatz all unsere nassen Sachen aufgehängt sowie die Hängematte gespannt. Unseren Layover haben wir also sehr entspannt verbracht, wirklich gelangweilt haben wir uns nicht und am Ende waren sogar unsere Klamotten von gestern halbwegs trocken.
Nachdem wir leicht panisch kurz dem fälschen Bus hinterhergesprintet sind, haben wir doch den richtigen noch gefunden.
Leicht verwundet über die angesetzte Fahrtzeit von 3 Stunden für 40 km sollten wir lernen, das dies seine Gründe hat.
Der Weg war eine sehr kurvige, steinige und holprige Schotterpiste mit unzähligen Schlaglöchern und Zwischenstopps. Entschädigt wurden wir allerdings mit fantastischen Blicken auf saftgrüne Landschaften, Millionen von Kühen, Farmen und goldigen Dörfchen, die man sonst leider gar nie sieht.
La Fortuna (oder: nasser wird’s nicht Teil 2)
Nun zu dritt und daher mit der dreifachen Menge Spaß haben wir uns nach einem gemeinsamen Frühstück in den Bus von San Jose nach La Fortuna begeben. Die Strecke gilt allgemein als prädestiniert dafür, dass immer Mal ein Handgepäckstück auf misteriöse Art und Weise verschwindet.
Tatsächlich wurde es auch kurz ein wenig hektisch, als ein aussteigender Fahrgast einen fremden Rucksack aus der Gepäckablage nahm und beinahe unbemerkt ausstieg. Relativ schnell wurde dieser aber aufgehalten und der Rucksack fand zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurück.
La Fortuna selbst liegt am Fuße des nicht mehr aktiven Vulkans Arenal, den man leider Dank der Wolken quasi nie sieht. Am Nachmittag haben wir übrigens Mal wieder versucht, die nötigen Infos für unsere Tagesbeschäftigung zu besorgen. Wie immer schwieriger als gedacht. Verschiedene Leute -verschiedene Aussagen. So ist das eben, Pura Vida. Der Vulkan war geschlossen, der Busplan ein Roulettespiel.
Den kostenlosen Shuttle zu den kostenlosen heissen Quellen haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Quellen waren zwar eigentlich eher ein Fluss, aber es war einfach wunderbar unsere von der Busreise geschundenen Körper in dem heissen Wasser sauber zu waschen. Am Abend haben wir lecker gekocht.
Unser doch sehr luxuriöses Hostel war leider auch von einer französischen Jugendgruppe belegt, alle zwischen 15 & 16 Jahren. Da war Remmidemmi natürlich vorprogrammiert, leider auch für uns Grannys etwas zu lange. Aber Dank Ohropax haben wir trotzdem herrlich geschlafen, sodass es keine Problem war (auch nicht für Katinka), als der Wecker um 6:30 klingelte.
Nach ebenfalls luxuriösem Frühstück (vermutlich das beste bislang, denn es gab Erdnussbutter!) haben wir uns an den Bus begeben, der dann doch um 8 fuhr. Wir haben uns auf halber Strecke rausschmeißen lassen, genauso wie drei andere Deutsche.
Gemeinsam sind wir an den Nationalpark-Eingang gestiefelt, haben brav unsere 15$ bezahlt und sind auf den Geröllwegen in die vermutete Richtung des Vulkans gekraxelt. Eventuell sind wir dabei kurz falsch abgebogen, letzenendes standen wir jedenfalls zu sechst im Dschungel ohne Wege. Zwecks der Sicherheit sind wir lieber wieder zurückgewandert, gerade weil es Mal wieder angefangen hat zu regnen. Bis wir wieder auf dem richtigen Weg waren, hatte sich der Regen in Sturzbäche verwandelt, die uns innerhalb weniger Minuten komplett badeten. Auf unseren Weg haben wir noch einen riesigen Baum mit Wurzeln in Wandform gesehen.
Weil Mal wieder keiner so richtig wusste, wann die Busse zurück fahren, sind wir zu Fuss weitere 5 Kilometer zu den heissen Quellen von gestern gelaufen und haben unterwegs noch einer kleinen Schildkröte das Leben gerettet. An den Quellen angelangt haben wir uns einfach mitsamt Klamotten und Schuhen hinein gesetzt, es war ja eh schon nass und nasser wird’s ja doch nicht.
Etwas aufgewärmt war die nächste Challenge dann, am Strassenrand einen Bus oder ein Taxi anzuhalten, was uns zurück nach La Fortuna fahren kann. Mit sechs Leuten ist das eher schwierig. Aber das Glück stand auf unserer Seite: nach ca. 15 Minuten und 6 Müsliriegeln später hielt ein Großraumtaxi an und nahm uns mit.
Wir Mädels stürzten direkt erstmal unter die heisse Dusche, anschließend gab es Tee, bis wir wieder aufgewärmt waren.
Am Abend wurde wieder wild gekocht, ein richtiges Ritual mittlerweile.
Wir haben uns sogar nochmal aufgerafft, mit den anderen Entdeckern ein Costa Ricanisches Bier zu trinken, was sich nicht nur wegen netter Gesellschaft gelohnt hat, sondern auch, weil wir einen selten Blick auf den fast kompletten Vulkan in der Dämmerung erhascht haben.
Nasser wird’s nicht
Früh am Morgen haben wir uns mit unserem Uber-Fahrer Mal wieder durch den Verkehr von San Jose bis zum Busterminal durchgeschlagen.
Mit dem Bus ging es quasi den ganzen Tag von A nach B nach C.
Die Umstiege waren deutlich weniger smooth als noch in Panamá, immer wieder mussten wir lange warten. Die Leute allerdings waren sehr besorgt um uns, dass wir auch ja in Tortuguero ankommen, nicht aber ohne ein oder zwei Touren bei Ihnen gebucht zu haben. Wahnsinn, dass die Tour-Operatoren einen schon 30km vor der Ankunft abfangen.
Da es sich beim Nationalpark de Tortuguero nicht nur um das schildkrötenreichsten sondern auch das regenreichste Gebiet Costa Ricas handelt, war es wenig verwunderlich, dass es ziemlich direkt anfing zu regnen.
Beim durchfahren der unzähligen Bananenplantagen haben wir allerdings auch einen Blick auf freilebende fliegende Aras und durchnässte Faultiere aus der Nähe erhascht.
Das Dorf Tortuguero selbst lässt sich tatsächlich nur über ein Boot erreichen, sodass wir schon direkt unsere erste ‚Mini-Amazonas-Tour‘ bekamen. Das braune gurgelnde Wasser und die Vielzahl der immer wieder überwachsenen Pflanzen am Ufer, erinnert wirklich an den Amazonas im Regenwald. Tortuguero selbst ist sehr übersichtlich und auch sehr touristisch. Sogar einen ATM gibt es entgegen aller Behauptungen, was uns dieses mal die Touren rettete.
Der versprochene Regen setzte am Abend ein -und zwar gewaltig. Es hieß Mal wieder Land unter, was aber hier völlig normal ist, sodass die Schildkrötentour trotzdem stattfand. Nach ca. 3 Minuten waren wir trotz Regenjacken nass bis auf die Knochen und das Wasser stand knöcheltief auf den Wegen. Es ist am besten, einfach zu akzeptieren und trotzdem weiterzulaufen, denn nasser als nass wird es nicht.
Die Schildkrötentour ging bis Mitternacht und war Mal abgesehen davon, dass viel zu viele Touristen zugelassen werden, die sich wie eine Sekte mit ihren Capes in der Dunkelheit zusammenscharrt und die gigantischen Schildkröten umzingelt, ziemlich cool. Wir durften eine Schildkröte beobachten, wie sie mühsam zurück ins Wasser robbte und eine weitere dabei, wie sie hunderte glitschige Eier in ein Sandloch legte. Von 1000 Schildkröteneiern bleibt am Ende nur ein einziges Exemplar, was sich gegen natürliche Feinde und auch den Menschen behauptet (eventuell auch gegen Menschen wie uns, die solche Touren machen).
Das Gewitter weit über dem Meer, war wunderschön und rau, eine der schönsten Momentaufnahmen dieses Trips.
Wie so ziemlich jeder in unserem Hostel kamen wir nass und kalt um Mitternacht zurück, nur um uns fünfundhalb Stunden später für eine Kanutour wieder in die durchtränkten Sachen zu quälen.
Die Kanutour war zwar interessant, weil wir das Labyrinth an Kanälen etwas besser kennengelernt haben, was die Tiere angeht haben wir jedoch nicht viel gesehen. Auch hier hat es wieder wie wild geregnet und das Foto des Tages wäre definitiv ein Schnappschuss durch den quasi blickdichten Regen über die Laguna Tortuguero geworden.
Mittags haben wir ein kleines Schläfchen gehalten, bevor es noch einmal in den nassen Nationalpark ging. Gefühlt sind wir seit 24h nicht mehr trocken gewesen. Auch auf dem Jaguar-Hike hat sich das nicht geändert, als wir mit knöchelhohen Gummistiefeln durch knietiefes Wasser gewatet sind. Deshalb haben wir für den Weg zurück auch die Strandroute gewählt, immer in der Hoffnung vielleicht doch die ersten Babyschildkröten zu entdecken.
Abends ist natürlich -wie sollte es auch anders sein- die Welt untergegangen.
Leider ist sie das auch noch am nächsten Morgen, sodass der Weg zum langsamsten Boot der Welt nach La Pavona zu einem Hindernislauf wurde.
Im Laufe des Tages haben wir uns auf einer sehr zähen Fahrt bis nach San Jose durchgeschlagen, wo wie am Abend auch grosse Reunion mit Katha feierten.