Nasser wird’s nicht

Früh am Morgen haben wir uns mit unserem Uber-Fahrer Mal wieder durch den Verkehr von San Jose bis zum Busterminal durchgeschlagen.
Mit dem Bus ging es quasi den ganzen Tag von A nach B nach C.
Die Umstiege waren deutlich weniger smooth als noch in Panamá, immer wieder mussten wir lange warten. Die Leute allerdings waren sehr besorgt um uns, dass wir auch ja in Tortuguero ankommen, nicht aber ohne ein oder zwei Touren bei Ihnen gebucht zu haben. Wahnsinn, dass die Tour-Operatoren einen schon 30km vor der Ankunft abfangen.
Da es sich beim Nationalpark de Tortuguero nicht nur um das schildkrötenreichsten sondern auch das regenreichste Gebiet Costa Ricas handelt, war es wenig verwunderlich, dass es ziemlich direkt anfing zu regnen.
Beim durchfahren der unzähligen Bananenplantagen haben wir allerdings auch einen Blick auf freilebende fliegende Aras und durchnässte Faultiere aus der Nähe erhascht.
Das Dorf Tortuguero selbst lässt sich tatsächlich nur über ein Boot erreichen, sodass wir schon direkt unsere erste ‚Mini-Amazonas-Tour‘ bekamen. Das braune gurgelnde Wasser und die Vielzahl der immer wieder überwachsenen Pflanzen am Ufer, erinnert wirklich an den Amazonas im Regenwald. Tortuguero selbst ist sehr übersichtlich und auch sehr touristisch. Sogar einen ATM gibt es entgegen aller Behauptungen, was uns dieses mal die Touren rettete.
Der versprochene Regen setzte am Abend ein -und zwar gewaltig. Es hieß Mal wieder Land unter, was aber hier völlig normal ist, sodass die Schildkrötentour trotzdem stattfand. Nach ca. 3 Minuten waren wir trotz Regenjacken nass bis auf die Knochen und das Wasser stand knöcheltief auf den Wegen. Es ist am besten, einfach zu akzeptieren und trotzdem weiterzulaufen, denn nasser als nass wird es nicht.
Die Schildkrötentour ging bis Mitternacht und war Mal abgesehen davon, dass viel zu viele Touristen zugelassen werden, die sich wie eine Sekte mit ihren Capes in der Dunkelheit zusammenscharrt und die gigantischen Schildkröten umzingelt, ziemlich cool. Wir durften eine Schildkröte beobachten, wie sie mühsam zurück ins Wasser robbte und eine weitere dabei, wie sie hunderte glitschige Eier in ein Sandloch legte. Von 1000 Schildkröteneiern bleibt am Ende nur ein einziges Exemplar, was sich gegen natürliche Feinde und auch den Menschen behauptet (eventuell auch gegen Menschen wie uns, die solche Touren machen).
Das Gewitter weit über dem Meer, war wunderschön und rau, eine der schönsten Momentaufnahmen dieses Trips.
Wie so ziemlich jeder in unserem Hostel kamen wir nass und kalt um Mitternacht zurück, nur um uns fünfundhalb Stunden später für eine Kanutour wieder in die durchtränkten Sachen zu quälen.
Die Kanutour war zwar interessant, weil wir das Labyrinth an Kanälen etwas besser kennengelernt haben, was die Tiere angeht haben wir jedoch nicht viel gesehen. Auch hier hat es wieder wie wild geregnet und das Foto des Tages wäre definitiv ein Schnappschuss durch den quasi blickdichten Regen über die Laguna Tortuguero geworden.
Mittags haben wir ein kleines Schläfchen gehalten, bevor es noch einmal in den nassen Nationalpark ging. Gefühlt sind wir seit 24h nicht mehr trocken gewesen. Auch auf dem Jaguar-Hike hat sich das nicht geändert, als wir mit knöchelhohen Gummistiefeln durch knietiefes Wasser gewatet sind. Deshalb haben wir für den Weg zurück auch die Strandroute gewählt, immer in der Hoffnung vielleicht doch die ersten Babyschildkröten zu entdecken.
Abends ist natürlich -wie sollte es auch anders sein- die Welt untergegangen.
Leider ist sie das auch noch am nächsten Morgen, sodass der Weg zum langsamsten Boot der Welt nach La Pavona zu einem Hindernislauf wurde.
Im Laufe des Tages haben wir uns auf einer sehr zähen Fahrt bis nach San Jose durchgeschlagen, wo wie am Abend auch grosse Reunion mit Katha feierten.

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