Buenos Aires

Es lief fast nahtlos mit dem Flug und weil ich viel zu gut geschlafen habe, musste natürlich was sein.
Der Flieger von Madrid nach Buenos Aires hatte wohl technische Probleme, sodass wir in Sao Paolo zwischenlanden mussten. Keiner wusste wie und wann es weiter gehen würde, die Meute war gefrustet.
Durch Traumabonding habe ich aber wenigstens ein paar andere nette Reisende kennengelernt, von der eine sogar im gleichen Hostel eingebucht war. Ausserdem fiel mir auf, dass ich wohl mein Portemonnaie in Gross-Umstadt liegen lassen hatte.
Irgendwann mit circa 8h Verspätung sind wir angekommen, Olivia und ich haben es nach einer Dusche noch zum Abendessen und verdienten Eis geschafft.
Der nächste Morgen war leider etwas ungemütlich, denn einer der Reisenden im Dorm hatte sein Handy mitsamt dauerklingelndem Wecker im Spind eingeschlossen und war nicht mehr da. Das ganze resultierte dann darin, dass die anderen im Dorm den Spind aus lauter Verzweiflung auf den Balkon stellten.
Ich war also eh wach, bin eine Runde laufen gegangen und in den Tag gestartet. Leider ist Buenos Aires nicht mehr das günstige Paradies von letztem Jahr. Im Gegenteil: es ist recht teuer. Mit einer Millionen Pesos in der Tasche bin ich zur Pedi-&Maniküre, zur Massage und zum Facial. Ein richtiger Pamper-Tag.
Bei der Pediküre habe ich noch Rupert, einen Engländer eingesammelt.
Olivia, er, ein von Olivia eingesammelter Costa Ricaner Esteban und ich sind abends dann nach San Telmo gefahren und weil mein Lieblings-Empanadaplace schon zu hatte sind wir in ein Restaurant auf der Strasse, was in San Telmo sowieso der Standard ist. So fühlt sich Sommer an!
Nach einem Absacker bin ich ins Bett geplumpst, denn ich wollte am nächsten Tag noch Yoga machen, bevor ich Olivia tschüss gesagt habe und an den Flughafen bin.

Rio III

In Rio angekommen habe ich noch ein paar Erledigungen gemacht und wollte eigentlich noch auf das ikonische Pao de Açucar. Ich wollte einen Teil zu Fuss erklimmen und dann den Rest mit dem Cablecar fahren. Weil sich irgendwie alles gezogen hat, bin ich erst um kurz nach Fünf über einen Jungletreck auf der ersten Kuppe gewesen – und um Fünf schliesst leider dieser Zugang (warum auch immer, denn wenn man komplett Gondel fährt kann man das noch länger tun). Also hab ich es als workout gesehen, bin wieder ins Airbnb und hab mich fertig gemacht, um nach Nilopolis zu fahren, was etwas außerhalb von Rio de Janeiro liegt. Dort hatte mich ein Freund zum Geburtstag seiner Mama eingeladen und ich wollte mir mal eine ganz authentische Feier angucken. Obwohl es natürlich so ganz ohne portugiesisch nicht so easy war, hab ich mit Übersetzungshilfe trotzdem genug reden können und ein paar der Gäste konnten sogar auch ein paar Brocken englisch. So oder so sind die Brasilianer einfach die wärmsten, nettesten und gastfreundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe. Es wurde noch ein Ständchen gesungen, man wurde gut gefüttert und gewässert und mit sehr süßem Kuchen versorgt.Sonntag war dann auch schon mein letzter Tag, in diesem wunderbaren Land. Ich habe nochmal mit einem Freund aus Rio den 2 Irmanos Hike gemacht. Dabei lässt man sich mit dem Mototaxi durch eine Favela in der Nähe von Leblon bis zum Startpunkt fahren und erklimmt dann über einen Junglepfad schwitzend einen der Berge dort. Belohnt wird man mit einem der besten Blicke über Rio – man kann alle ikonischen Sehenswürdigkeiten und Ipanema Beach sehen. Wir sind danach nochmal ins Meer gehüpft. Rio wird mir fehlen. Wirklich eine tolle Stadt.Eigentlich wollte ich mir noch einen letzten Sonnenuntergang ansehen, aber der fiel leider aus, da die Farben einfach nicht so werden wollten, wie man sie von all den Bildern kennt. Pipoca gab es trotzdem und dann noch ein letztes Mal Moqueca und Pao de Quejo, bevor ich durch das Verkehrschaos an den Flughafen bin.Brasilien hat mir bisher von allen Ländern, in denen ich war, mit am besten gefallen und ich werde auf jeden Fall zurückkommen, denn bei der Größe des Landes ist es unmöglich in so kurzer Zeit alles zu sehen, was auf meiner Liste stand.Vielleicht hatte ich Glück, aber ich bin auf so viele tolle und herzliche Leute getroffen und habe so viele wunderschöne Ort besucht, dass ich mich nicht nur in dieses Land, sondern wieder mal auch in mein Leben verliebt habe.

Itacaré

Der „Nachtbus“ hat mich bereits um 3 Uhr in der Früh irgendwo im Norgendwo rausgeworfen, sodass ich drei Stunden auf dem Boden einer brasilianischen Bushaltestelle versucht habe zu schlafen. Dann ging es in den nächsten Bus, von dem ich eigentlich dachte, es würde nur 5-6 Stunden fahren. Weil der aber an jedem noch so kleinsten Dorf gehalten hat, bin ich letztendlich erst um 14 Uhr in Itacaré angekommen. Es war Sonntag und daher erstmal alles dicht und die meisten anderen im Hostel ausgeflogen (Strand, surfen, was man hier halt so macht). Ich bin etwas rumgelaufen, habe essen erjagt und mir für die nächsten Tage Surfunterricht geklärt. Weil ich doch etwas amgematscht war von der Reise hier her, bin ich nach ein bisschen Orga Kram super früh ins Bett gegangen, denn am nächsten Morgen hat der Wecker schon um 6 geklingelt.Um 6:30 habe ich mir schnell etwas vom Frühstück reingezwungen, um 6:45 war ich schon an der Surfschule Easydrop, wo wir den Bus beladen haben und an den Engenhoca Beach gefahren sind. Die anderen der Truppe sind alle super nett und es wird im Laufe der Woche ein Kommen und gehen. Zum Strand muss man einen kurzen Djungelspaziergang mit Brett machen. Wir haben zwei Surfsessions mit kurzer Kokosnuss/ Tapioca Pause gemacht, die beide zwar nicht optimal waren aber sehr viel Spaß gemacht haben.Danach gab es noch eine kurze Videoanalyse und Kaffee mit ein paar aus der Surfschule und dann musste ich mich vor einem kurzen Strandbesuch am Resende Beach mit Açai stärken. Das werde ich schon vermissen.Zum Abend war ich zum Yoga verabredet, dann noch eine Massage und Abendessen. So kann man seine Tage hier auch verbringen!Auch am nächsten Tag war ich wieder surfen – auch wenn die Wellen nicht so super sind (und angeblich letze Woche spitze waren, immer das gleiche) habe ich das Gefühl mich zu verbessern. Am Strand gibt es immer frische Kokosnüsse zum Trinken und mittlerweile verbrenne ich auch nicht mehr unter der brasilianischen Sonne.Ich habe den Nachmittag wieder mit schönen Dingen verbracht: Kaffee, Pediküre, Gym (wie immer voll mot anderen Menschen, der Körperkult hier ist omnipräsent). Abends gab es Abendessen mit Mädels aus dem Surfkurs und Samba am Strand (Brasilien ist ein Lebensgefühl). Mittwochs kam ich nach 2 Caipirinhas etwas schwerer aus dem Bett aber surfen war trotzdem gut. Nach Kaffee und essen (probiere hier alles durch – Moqueca, Mel de Cacau, Açai, Pao do Quejo, Banana de Terra erwähnenswert als meine Favoriten) war ich mit Hanna (Schweizerin aus dem Surfkurs) noch im Yoga und früh im Bett.Donnerstags wieder surfen und dann bin ich am Strand geblieben, wo mich Hanna eingesammelt hat. Wir haben den 4 Praihas hike gemacht – nun ja eher Spaziergang- aber hatten den besten Nachmittag. Es ist einfach so wunderwunderschön hier und wir sind zuletzt in Itacarezinho Beach glückseelig durch die Wellen gehopst und haben die Golden Hour und das Leben genossen. Manchmal ist den Krebsen im Sand zusehen einfach alles, was man braucht. Mit dem klapprigen Local Bus ging es zurück nach Itacaré. Mit Leuten aus dem Hostel gab es noch Moqueca, Caipirinhas aus der Kakaufrucht und Samba auf der Strasse.Freitag war mein letzter Surftag, an dem mindestens eine Welle trotz mauer Konditionen sehr gut war. Ich werde es so vermissen, mit brauner Haut im blauen Wasser zu sitzen und Wellen zu jagen. Wieder in Itacaré habe ich mir Açai & Pao de Quejo geholt, zu denen ich mittlerweile zu gleichen Teilen bestehe. Dann haben Hanna und ich eine Kanutour gemacht – nach einem Surftag merkt man schon das Paddeln. Wir sind mit zwei Guides das Flussdelta rauf, waren Baden, sind durch Mangroven und Kanäle entlang bis zu einem Wasserfall. Das Bikini Leben hat uns ganz eingeholt. Der Rückweg während des Sonnenuntergangs war wunderschön.Ein letztes schönes Abendessen und Capoeira Show von Kiddies auf der Strasse und dann hieß es auch schon Tschüss Itacaré. Leider kam das Shuttle am nächsten Morgen erst gar nicht, weil der Fahrer wohl krank war (let’s face it der hat vermutlich gestern zu viel gefeiert) und dann war ich mega spät dran, um meinen Flieger von Ilhéus nach Rio zu bekommen. Da aber der Flughafen winzig ist bin ich quasi direkt zum Gate durchgelaufen und musste dann sogar dort warten…Itacaré hat mir wirklich mega gut gefallen.

Pati Valley (Hike)

Früh morgens habe ich mit meinem Tourguide Rodrigo gefrühstückt und wir haben mit einer klapprigen Schrottschüssel Max abgeholt. Dann wurde erstmal viel gefahren – das allermeiste unbefestigte Strassen und immer wieder mal Stops, wo „kurz was eingesammelt“ werden musste. Dann gab es noch ein zweites Frühstück, nochmal eine kurze Fahrt und dann ging der Hike auch schon los. Rodrigo hat Geologie studiert und ist in der Gegend aufgewachsen und hat uns mit jeder Menge Informationen gefüttert. Der Auftstieg war zwar heiss, aber machbar und die Aussicht super. Es ist so ein schönes Fleckchen Erde hier (das wird noch öfter kommen!). Auf dem Plateau haben wir im natürlich wieder weinrotem Wasser gebadet und dann ging es weiter bis zu einem noch tolleren Aussichtspunkt. In diesem Monat blühen die lilanen Blüten eines Baumes hier, weshalb das ganze Pati Valley nicht nur grün sondern auch lila leuchtet. Jede Ecke hier ist einfach nur schön!
Wir sind ins Tal hinab gestiegen, haben mehrere Wasserfälle besucht und sind in ihnen geschwommen oder haben wie die Eidechsen auf ihren Felsen die Sonne aufgesogen, haben wie Kinder das Flussbett zum Wandern und Kraxeln benutzt und letztendlich wurden wir dann – entgegen der Bemühungen trockenen Fußes anzukommen – nass geregnet. Der Abenteuerfaktor war jedenfalls sehr hoch.
Wir sind vor Sonnenuntergang bei Donna Raquel angekommen, wurden mit Popcorn (!) begrüßt und haben unsere Quatiere bezogen.
Mehrfach an diesem Tag hat mich eine Welle von unendlicher Dankbarkeit für mein Leben und wie es ist überrollt.
Das Abendessen war grandios und sehr früh haben wir uns alle in unsere Betten verzogen.
Am zweiten Tag des Abenteuers ging es „früh“ los – denn in Brasilien muss man zwar früh aufstehen, aber bis man dann letztendlich in die Gänge kommt braucht es doch.
Frisch gebackene Pao de Quejo & Banana de terra zum Frühstück? Say no more!
Der Hike auf eines der Plateaus hier war wieder super spielerisch: Felsen, Wurzeln, klettern, Matsch, hier eine Challenge, Stops für extra Infos durch Rodrigo, Lachanfälle, aber am Ende eines: wieder eine tolle Aussicht. Jedoch wurde die noch besser, nachdem wir eine Höhle oben auf dem Berg durchquert hatten (das ist wohl was besonderes). Der Blick über das lila gesprengelte Tal war wieder einfach nur grenzenlos. An einem weiteren Punkt gab es dann noch lunch und dann begann der Abstieg recht gemütlich. Wir sind bis an den Fluss und haben dort den Nachmittag mit Baden und quatschen mit anderen Wanderern verbracht. Sehr happy sind Max, Rodrigo und ich im abendlichen Licht (einfach nur toll) wieder zu Donna Raquel spaziert und haben den Abend hier mit gutem Essen ausklingen lassen.
Das Leben ist aktuell sehr gut zu mir.
Der letze Tag des Hikes war der mit den meisten Schritten: auf ein Plateau rauf, oben im Stechschritt weiter. Aber ein atemberaubender Blick sollte entschädigen. Man konnte die Steilwand runter schauen und sämtliche kleine Wasserfälle sowie die blutroten Seen in der Tiefe bestaunen. Wegen des Winds wurden einige Rinnsale sogar nach oben getragen, sodass es sich anfühlte wie Regen. Auf einem Vorsprung habe ich fast Höhenangst bekommen.
Aus dem Plateau gab es wieder viele kleine Gärten zu bestaunen und dann wurde im Fluss gebadet und es gab erstaunlich gutes Essen.
Den Nachmittag wurde wieder viel gewandert und dann ging es von Plateau herab wieder zum Auto. Nach über einer Stunde Dirtroad mit kurzem Halt beim hammer Maracujasaftladen haben wir Max abgesetzt und Rodrigo und ich sind durch nun dunkle an den Sternen vorbei wieder nach Lençois getauscht. Dort musste ich erstmal gründlich duschen und hab mich wie neu geboren gefühlt.
Ein letztes Mal Mukeke in diesem goldigen Dörfchen, was Samstag Abend wirklich zum Leben erwacht und dann ging es für mich auch schon in den nächsten Nachtbus nach Itacaré.

Lençois/ Chapadas diamantina

Gegen 5 Uhr morgens habe ich es in das kleine Dorf Lençois geschafft, dessen Name ich wohl nie korrekt aussprechen lernen werde. Ich bin zu meinem Hostel von meinem Tourguide Rodrigo gelaufen und mich sogar nochmal eine Stunde schlafen gelegt. Um die Uhrzeit war das Dorf natürlich wie ausgestorben man konnte aber an den süßen Gässchen und bunten Häusern erkennen, wie goldig es bei Tag wohl sein wird.Ich hab mir Frühstück besorgt und bin vor einem ziemlich kräftigen Regen in die Touragency geflohen, mit der ich eine Tagestour gebucht hatte. Zusammen mit ein paar anderen wurde ich in einen Bus eskortiert und ein ziemlich schöner Tag im Nationalpark Chapada Diamantina begann. Wir haben zuerst den Rio Mucugezinho besucht, der wie alles Wasser hier durch Tenin der umgebenden Bäume rot gefärbt ist. Das sieht aus, als würde Rotwein fließen. Wir haben direkt im Poco do Diabo gebadet bzw geduscht und dann ging es auch schon zum nächsten Stop. In der Höhle Gruta do Fumaca haben wir eine kleine Wanderung gemacht, Stalakmiten und Stalaktiten bestaunt, Fledermäuse beobachtet und im tiefen Inneren der Höhle auch das Licht ausgemacht und die komplette Dunkelheit aufgenommen.Im Anschluss gab es bei Locals wirklich mega leckeres Essen.Nach dem Mittagessen ging es weiter zu einem der bekanntesten Spots im Nationalpark: Moro do Ignaçio. Wir haben das Plateau erklommen und die Aussicht genossen. So schön! Besonders toll waren wirklich auch die kleinen Steingärten, die die Natur dort oben angelegt hat. Später haben wir dann bis zum Untergang der Sonne wieder in Rotweinwasser gebadet und noch etwas UV Strahlung eingesogen.Ich habe im Moment einfach immer wieder völlige Glücksmomente, an denen ich einfach nicht beschreiben kann, wie sehr ich dieses Leben liebe und wie dankbar ich für alles bin.Zusammen mit drei anderen von der Tour haben wir noch ganz vorzügliches vegetarisches Muqueca gegessen, so lecker!Es stand dann noch etwas Organisation für den morgen startenden Hike an und dann konnte ich endlich schlafen.