Früh morgens habe ich mit meinem Tourguide Rodrigo gefrühstückt und wir haben mit einer klapprigen Schrottschüssel Max abgeholt. Dann wurde erstmal viel gefahren – das allermeiste unbefestigte Strassen und immer wieder mal Stops, wo „kurz was eingesammelt“ werden musste. Dann gab es noch ein zweites Frühstück, nochmal eine kurze Fahrt und dann ging der Hike auch schon los. Rodrigo hat Geologie studiert und ist in der Gegend aufgewachsen und hat uns mit jeder Menge Informationen gefüttert. Der Auftstieg war zwar heiss, aber machbar und die Aussicht super. Es ist so ein schönes Fleckchen Erde hier (das wird noch öfter kommen!). Auf dem Plateau haben wir im natürlich wieder weinrotem Wasser gebadet und dann ging es weiter bis zu einem noch tolleren Aussichtspunkt. In diesem Monat blühen die lilanen Blüten eines Baumes hier, weshalb das ganze Pati Valley nicht nur grün sondern auch lila leuchtet. Jede Ecke hier ist einfach nur schön!
Wir sind ins Tal hinab gestiegen, haben mehrere Wasserfälle besucht und sind in ihnen geschwommen oder haben wie die Eidechsen auf ihren Felsen die Sonne aufgesogen, haben wie Kinder das Flussbett zum Wandern und Kraxeln benutzt und letztendlich wurden wir dann – entgegen der Bemühungen trockenen Fußes anzukommen – nass geregnet. Der Abenteuerfaktor war jedenfalls sehr hoch.
Wir sind vor Sonnenuntergang bei Donna Raquel angekommen, wurden mit Popcorn (!) begrüßt und haben unsere Quatiere bezogen.
Mehrfach an diesem Tag hat mich eine Welle von unendlicher Dankbarkeit für mein Leben und wie es ist überrollt.
Das Abendessen war grandios und sehr früh haben wir uns alle in unsere Betten verzogen.
Am zweiten Tag des Abenteuers ging es „früh“ los – denn in Brasilien muss man zwar früh aufstehen, aber bis man dann letztendlich in die Gänge kommt braucht es doch.
Frisch gebackene Pao de Quejo & Banana de terra zum Frühstück? Say no more!
Der Hike auf eines der Plateaus hier war wieder super spielerisch: Felsen, Wurzeln, klettern, Matsch, hier eine Challenge, Stops für extra Infos durch Rodrigo, Lachanfälle, aber am Ende eines: wieder eine tolle Aussicht. Jedoch wurde die noch besser, nachdem wir eine Höhle oben auf dem Berg durchquert hatten (das ist wohl was besonderes). Der Blick über das lila gesprengelte Tal war wieder einfach nur grenzenlos. An einem weiteren Punkt gab es dann noch lunch und dann begann der Abstieg recht gemütlich. Wir sind bis an den Fluss und haben dort den Nachmittag mit Baden und quatschen mit anderen Wanderern verbracht. Sehr happy sind Max, Rodrigo und ich im abendlichen Licht (einfach nur toll) wieder zu Donna Raquel spaziert und haben den Abend hier mit gutem Essen ausklingen lassen.
Das Leben ist aktuell sehr gut zu mir.
Der letze Tag des Hikes war der mit den meisten Schritten: auf ein Plateau rauf, oben im Stechschritt weiter. Aber ein atemberaubender Blick sollte entschädigen. Man konnte die Steilwand runter schauen und sämtliche kleine Wasserfälle sowie die blutroten Seen in der Tiefe bestaunen. Wegen des Winds wurden einige Rinnsale sogar nach oben getragen, sodass es sich anfühlte wie Regen. Auf einem Vorsprung habe ich fast Höhenangst bekommen.
Aus dem Plateau gab es wieder viele kleine Gärten zu bestaunen und dann wurde im Fluss gebadet und es gab erstaunlich gutes Essen.
Den Nachmittag wurde wieder viel gewandert und dann ging es von Plateau herab wieder zum Auto. Nach über einer Stunde Dirtroad mit kurzem Halt beim hammer Maracujasaftladen haben wir Max abgesetzt und Rodrigo und ich sind durch nun dunkle an den Sternen vorbei wieder nach Lençois getauscht. Dort musste ich erstmal gründlich duschen und hab mich wie neu geboren gefühlt.
Ein letztes Mal Mukeke in diesem goldigen Dörfchen, was Samstag Abend wirklich zum Leben erwacht und dann ging es für mich auch schon in den nächsten Nachtbus nach Itacaré.