Einigermaßen ausgeschlafen haben wir uns nach dem Frühstück in eine Yogastunde mit Ausblick auf den wunderschönen Lago Atitlan gewagt.
Sehr gedehnt bin ich direkt vom Steg in den See gesprungen und anschließend in der Sonne getrocknet.
Gemeinsam mit ein paar Leuten vom Trek sind wir mit dem Boot nach San Juan, ein anderes kleines Dorf am See, getuckert. Dort haben wir den Nachmittag entspannt mit umherschlendern und Kaffee in einem super super süßen Café direkt am Wasser verbracht.
Abends ging es dann sogar noch in eine Runde in die hosteleigene Sauna.
Leider habe ich mir Mal wieder was eingefangen, aber ich kenne mich ja mittlerweile aus…
Tag zwei am See fing zwar etwas stressig mit Raumwechsel an, aber nicht minder schön: zusammen mit Jonas, einem Weltenbummler aus Deutschland sind wir Stand Up Paddeln gegangen. Bei der Umgebung natürlich der Wahnsinn!!!
Wir haben uns viel über die politische Situation in Guatemala unterhalten, einen fantastischen Chai genossen, Yoga auf den Boards gemacht und sind von Klippen gesprungen.
Nach gemeinsamem Mittagessen (Yummi, Pupusas!) haben wir das wohl beste Eis außerhalb Italiens gegessen!
Der Nachmittag war dafür eher ruhig und mit etwas Planung für die nächsten Tage gespickt, bevor wir nochmal klassisch israelisch zu Abend gegessen haben.
Quetzal Trekkers
Um sechs in der Frühe wurde der Tag mit einem Gemeinschaftsfrühstück eröffnet, die letzten Sachen (zum Beispiel das gemeinschaftliche Essen) zusammen gepackt und zu einem Chicken Bus gelaufen. Die Fahrt war für viele unserer ‚Klassenfahrt‘ das erste Mal mit einem Localbus und wurde schnell zur Gaudi.
Anschließend ging dann der eigentliche Track los: direkt zu Beginn ein Anstieg. Schwitzend und happy kamen wir nach ein paar Pausen mit ‚Storytime‘ an unserer Lunchpause am Ende des Nebelwaldes an. Das Mittagessen war überragend, wenn auch es durch einsetzenden Regen unterbrochen wurde. Kalt und schliddernd haben wir es dennoch an unsere Übernachtungsmöglichkeit, eine ‚Townhall‘ in einem kleinen Dorf geschafft.
Nach gemeinschaftlicher Gymnastik-Stunde und Klamottenwechsel durften wir eine ganz besondere Erfahrung sammeln: eine Maya-Sauna! In Pizzaofen-Optik gehalten haben die Bewohner des Dorfes drei solche für uns angeheizt, wir mussten auf allen Vieren hineinkrabbeln und drinnen die schmutzigen und geschwitzen Körper abwaschen.
Der Abend wurde durch Pasta-Pesto, Bananenbrot, Kartenspielen und Gequatsche ausgeleitet, bis wir alle in unserem Camp auf dem Boden einschliefen.
Das Frühstück am nächsten Tag wurde ganz im Guatemalesischen Stile gehalten, bevor es wieder bei strahlendem Sonnenschein weiterging. Den Tag über haben wir durch den ein oder anderen Anstieg sehr geschwitzt, aber mindestens genauso viel geplaudert und gelacht. Generell zeigte sich unsere Gruppe mit den verschiedensten Nationalitäten vielseitig und super nett.
Die zweite Nacht durften wir nach Eiscreme-Stop und atemberaubenden Ausblicken, durch raschelnde Maisfelder laufend und neun (!) Mal den gleichen gewundenen Fluss überquerend weitertrekkend bei Don Pedro verbringen.
Empfangen wurden wir mit einem Smoothie und heissser Dusche, bevor wir wieder bis zum Abendessen gequatscht haben.
Zur Feier des Tages gab es noch ein Lagerfeuer mit -wie sollte es anders sein- Marshmallows.
Wieder sehr zeitig hat sich unsere Zeltlager-Runde Richtung Schlafstätte auf dem Boden begeben.
Um 3:30 durften wir uns erneut aus den Schlafsäcken pellen, um eine weitere Stunde zum Sunrise-Point zu begeben, wo wir eingemurmelt und mit heisser Schokolade versorgt die aufgehende Sonne über dem Lago Atitlan, unserem eigentlichen Ziel, bestaunt haben.
Nach einem weiteren Trek bergab und an Aussichtspunkten vorbei wurde der eigentliche Marsch an einem Café beendet.
Von dort aus wurden wir in einer witzigen Fahrt auf der Lagefläche eines Trucks bis nach San Pedro am See selbst gebracht. Dort angekommen sind wir alle noch von dem Balkon eines Restaurants in den See gehüpft und haben Sonne getankt, bis das Mittagessen serviert wurde.
Unsere Gruppe hat sich anschließend zum Teil aufgetrennt, auch wenn einige im gleichen Hostel bleiben.
Nachdem wir uns mit Obst und Gemüse ausgestattet haben, sind wir in ein Boot nach San Marcos gestiegen. Dort angekommen hat unser Hostel uns jedoch verraten, dass es keine Gemeinschaftsküche mehr gibt. Leider hatten wir aber nun schon eingekauft…
Nach einigem Hin und Her, einer heissen und wohltuenden Dusche und einem sagenhaften Sonnenuntergang über traumhafter Vulkansilhouette durften wir in einer Top-Secret-Mission die schon geschlossene Gemeinschaftsküche nutzen.
Sehr viel mehr als Essen haben wir auch nicht mehr auf die Reihe bekommen, bevor wir in die Kissen gesunken sind…
Xela/ Quetzaltenango
Heute sollte ein absolutet Layday werden und den haben wir uns schön gestaltet.
Nach ‚ausschlafen‘, schönen Frühstück und entspanntem Beginn in den Tag, haben wir uns auf nach Zunil gemacht, einem klassisch guatemalesischem Ort mit Markt. Die Chickenbusfahrt dorthin war Mal wieder eine Gaudi und wir wurden viel angestarrt.
Der Markt selbst war eher unspektakulär, viel Essen und Gewürze, ein Eis haben wir uns gegönnt.
Nach kurzer Erkundungstour durch das Dorf (die Kirche dort war tatsächlich das einzig schöne Gebäude) saßen wir auch schon wieder im Chickenbus zurück nach Xela.
Dort haben wir auf dem Markt unser Abendessen eingekauft, waren in einem Shop, der Maya-Frauen und deren Webkunst unterstützt und haben den Rest des Tages den Regen in süßen Cafés durchs Fenster hin angeschaut, während wir uns mit Kaffee und Leckereien das Leben versüßt haben.
Am Abend stand noch das Briefing für unseren Dreitageshike an, bei dem wir alle Infos und Ausrüstung bekommen haben.
Im strömenden Regen ging es zurück ins kalte und Mal wieder zeitweise stromlose Hostel zum Abendessen sowie packen und umräumen. Eine viel zu kurze Nacht war vorprogrammiert…
Chichicastenango
Um 7 in der Frühe wurden Lousia und ich mit einigen anderen, vorwiegend weiblichen, Touristen abgeholt und Richtung Chichicastenango zum sonntäglichen Markt gekarrt. Unterwegs haben wir uns viel mit unserem Fahrer Salvador unterhalten, der uns direkt seine Dienste als Taxifahrer unter der Hand angeboten hat, um seine 7 Kinder besser unterhalten zu können.
Auf dem Markt angekommen haben wir uns zunächst noch mit einer Belgierin (Maurine) mehr aus unserem Hostel getroffen.
Der Markt ist sonntags und donnerstags gigantisch. Stundenlang kann man sich in seinen Gassen verlieren, Farben, Gerüche, Stimmen und das Gewusel einsaugen und sich treiben lassen. Wir haben 4 Stunden lang bitterhart verhandelt, uns immer wieder von aufdringlichen Verkäufer Innen anquatschen lassen und sogar ein wenig Geld dortgelassen – Masken, Kleidung, Webkunst im Schlepptau. Der Backpack wird bald wegen Überfüllung geschlossen sein. Der Markt war auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn die Preise bestimmt höher als woanders angesetzt wurden.
Nebenzu haben wir sogar noch einen Blick auf den kunterbunten Friedhof und die eindrückliche Kirche geworfen, in der Betende auf den Knien rutschend Opfergaben herrichten -wieder Mal eine interessante Mischung zwischen indigenem Götterglauben und Christentum.
Gegen zwei Uhr nachmittags sind wir ziemlich groggy zurück zum Shuttle. Salvador hat uns gegen ein kleines Endgeld zu einer Stelle gebracht, wo sogenannte Chicken Busse nach Xela/Quetzaltenango fahren. Diese lokalen ehemaligen Schulbussen erstrahlen in Farben, Lichtern und Sprüchen und werden bei Bedarf bis unters Dach beladen. Die Backpacks auf dem Dach und hektisch alle Leute in den Bus scheuchend mussten wir noch einmal unerwartet umsteigen, aber auch das gelang uns Dank hilfsbereiten Locals (man begibt sich einfach in deren Hände, Fahrpläne oder so gibt es nicht). Eingepfercht zwischen vielen Menschen haben wir es bis Xela geschafft und dort nervige Taxifahrer kalt stehen lassen. Ein gutatemalesisches Paar, was einige Zeit in den Staaten verbracht hat, hat uns durch eine Zona Rojo (sollte man lieber alleine nicht durch) begleitet und in einen Bus zum Parque Central gesetzt. An unserem Hostel angekommen, wurden wir darauf hingewiesen, dass unser Stadtteil aktuell leider keinen Strom hat. Das Hostel selber ist sportbillig, etwas leer aber irgendwie nett.
Lousia und ich haben sich direkt nochmal auf den Weg zu Quetzal Trekkers gemacht, eine Non-Profit-Organisation, die mit der Hilfe von internationalen Freiwilligen Wandertouren organisieren und den Erlös in Kinderprojekte investiert.
Wir haben uns für eine Dreitagestour von Xela/Quetzaltenango an den Lago Atitlan entschieden, die am Dienstag startet.
Ziemlich hungrig sind wir am Zentralpark noch über eine sonntägliche Feria geschlendert und für den kleinen Preis einheimisches Essen probiert: Pupusas der Queso (ursprünglich wohl aus El Salvador), kleine Tortillas, Lotes Loca (Mais am Stiel mit Mantequilla und Käse) und Ponche de Leche (sowas wie Milchpunsch). Sehr zufrieden mit diesem Tage voller Eindrücke sind wir in unser Hostel zurückgekehrt. Ungefähr zwei Straßen vor der Haustür machte sich der Stromausfall dann auch bemerkbar, sodass wir ganz kurz durch unsere dunkel Strasse schleichen mussten.
Im Hostel selbst haben wir uns noch lange mit dem Rezeptionist und einem weiteren deutschen Gast bei Kerzenschein unterhalten und viele Infos über das Land und die Leute ausgetauscht.
What a day!
Volcano Acatenango
In der Frühe ging es zunächst mit dem Kleinbus bis in ein winziges und armes Dorf, wo die Touren von ‚Soy‘ organisiert und Locals geleitet werden.
Wir wurden mit den dicksten Winterjacken und großen Rucksäcken ausgestattet, Handschuhe, Mützen und Wanderstöcke gab es zum ausleihen.
Zum Glück hatten wir im Hostel gefrühstückt, denn es ging direkt von Anfang an steil bergauf und wir kamen schnell ins schwitzen mit dem schweren Gepäck auf rutschigem Boden.
Für ca. 4 Stunden ging es immer wieder schliddernd den Weg nach oben, nur unterbrochen von einer Mittagspause, bis zu unserem Basecamp auf ca. 3500m.
Wir waren alle ziemlich fertig und die Höhe haben manche mehr, andere weniger gespürt.
Vom Camp aus hatten wir einen super Ausblick auf den aktiven Nachbarvulkan El Fuego und den Volcano Aqua, sowie -sofern die Wolken sich Mal kurz verzogen- über Antigua und umliegende Städte. Wir haben alle auf der Flucht vor dem sehr warmen aber auch sehr rauchigen Lagerfeuer einen Powernap bis zum Abendessen gemacht. Zusammen mit unserem Guide und einigen Hunden hat unsere sechsköpfige Gruppe das Essen und Marshmallows am Feuer genossen. Kurz vor dem Zubettgehen ist El Fuego nochmal kurz ausgebrochen, was ziemlich cool gegen den Nachthimmel aussah!
Dank zwei Paar Socken, doppelter Leggings-Schicht, T-Shirt, Regenjacke, Hoddie und der fetten Jacke sowie zwei Schlafsäcken (deluxe!) habe ich nachts nicht Mal gefroren, trotzdem aber bedingt durch heftigen Regen und Wind sehr bescheiden geschlafen…
Mit einem dicken Schädel ging es dann um 4:00 im Dunkeln die letzte Stunde den kiesigen Abhang hoch, die Luft immer dünner werdend.
Am Gipfel auf 3976m angekommen war es sehr nebelig und windig, sodass wir kaum Aussicht genießen konnten, sondern ersteinmal Unterschlupf in einer kleinen Hütte gesucht haben. Letztes Jahr sind 7 Menschen durch einen Blizzard auf dem Vulkan gestorben, gut dass wir das erst da oben erfahren haben.
Nach ein paar Bildern in den Wolken ging es durchgefroren und teilweise querfeldein wie über Wolken ins Basecamp zum Frühstücken. Müde wie wir waren hiess es dann noch 1,5 Stunden Abstieg zu bewältigen, eine rutschige und nicht gerade knieschonende Angelegenheit.
Mega happy aber genauso müde wurden wir zurück nach Antigua gekarrt, wo ich eine sehr nötige Dusche und Wäsche genossen habe. Am Nachmittag habe ich mich mit Lousia nach der puren Gönnung in einem französischen Café auf die Jagd nach Gemüse fürs Abendessen und einen günstigen Geldautomaten begeben, noch Bettina vom Hike getroffen und meinen Rucksack (nachdem das Hostel ihn ausgeräuchert hat aus Angst vor Skorpionen und Bedbugs) neu gepackt. Guatemala gefällt mir schon jetzt!