Antigua, Guatemala

Abends spät bin ich in Guatemala City angekommen, habe mich direkt einem Shuttle angeschlossen und bin daher in den späten Abendstunden in meinem Hostel in Antigua eingelaufen.
Dort habe ich eigentlich auch nur kurz Hallo! zu Louisa gesagt (die ich von der Fähre in Costa Rica kenne und die hier auf mich gewartet hat) und bin wegen der kurzen Nacht quasi sofort eingeschlafen.
Mein erster Tag in Guatemala begann mit einem westlichen Frühstück im Hostel und einem Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, von dem aus Mal über die Stadt und die umgebenden Vulkane schauen kann.
Antigua selbst ist total schön, bunt, im Kolonialstil gehalten und sauber.
Die Guatemalesen sind super freundlich (zumindest bisher).
Zusammen mit Lousia sind wir über einen der unzähligen Märkte geschlendert (endlich Mal wieder ein richtiger Markt wie in Peru), haben super günstig fürs Abendessen eingekauft und uns einen Fruchtshake gemacht…
Am Nachmittag bin ich mit einem anderen Mädel aus meinem Hostel nochmal zu den Künstlermärkten gelaufen und hätte quasi gerne alles gekauft. Alles ist bunt und super schön und traditionell gehalten. Aber an meinem ersten Tag in diesem Land wollte ich es lieber ruhig angehen lassen.
Es ging nach ein wenig Planung früh ins Bett, weil morgen eine Vulkantour anstehen sollte…

Manuel Antonio/ Quepos Action

Dank Costa Rocanischen Verkehrsverhältnissen wurde der Weg nach Quepos an der mittleren Pazifikküste zur Tagesaufgabe. Quepos selbst ist wirklich keine Augenweide, aber unsere Hostelbesitzerin dafür um so netter, denn sie hat uns gleich einen Guide für den Nationalpark Manuel Antonio für den nächsten Tag besorgt (günstiger Preis, super Service).
Leider gibt es keinen Herd in der Küche und daher mussten wir besonders kreativ werden.
Unseren letzten gemeinsamen vollen Tag haben wir wie so oft früh begonnen, Bernie (der Guide, der fließend Englisch spricht) hat uns abgeholt und zum Nationalpark gefahren.
Dort war es wirklich ziemlich touristisch und ‚endlich‘ haben wir auch einmal die ganzen amerikanischen Touristen gesehen, von denen immer alle gesprochen hatten. Backpacker waren dafür kaum vor Ort.
Zusammen mit Bernie und zahlreichen anderen Guides und Touristen sind wir durch den Park gelaufen und haben tatsächlich einige Tiere gesehen, die wir alleine und mit dem nackten Auge nicht gefunden hätten. Durch das Fernglas konnten wir sogar Bilder machen!
Zum Abschluss hat uns unser Guide an den Strand gebracht, wo wir noch ein paar Stunden geblieben sind, bevor der Himmel zuzog.
Wir haben noch schnell einen Kaffee am Meer getrunken/ Katinka hat endlich einmal Ceviche probiert, dann sind wir zurück nach Quepos gefahren.
Für den letzten gemeinsamen Abend war geplant, nochmal schön essen zu gehen.
Das Gewitter hat unsere Pläne leicht nach hinten verlagert und dann flatterte noch eine Hiobsbotschaft ins Haus: die Stadt war den Tag über Richtung San Jose komplett abgeriegelt. Roadblocks wegen Fischer-Protesten! Wie sehr habe ich diese lateinamerikanische Angewohnheit vermisst….nicht.
Es standen zufälligerweise unsere Weiter-/Heimflüge auf dem Spiel. Tolles Timing!
Unsere Hostelbesitzerin zeigte Mal wieder vollen Einsatz und rief überall an. Leider ohne Erfolg: die Brücke aus der Stadt blieb gesperrt.
Unsere einzige Möglichkeit war nun noch, um 4:00 den ersten Bus zu nehmen, in der Hoffnung, dass die Ticos müde werden würden und zumindest in den frühen Morgenstunden die Barrikaden verlassen würden, bevor tagsüber der Streik wieder voll in Kraft treten sollte.
Nach einer sehr sehr unruhigen Nacht ging es also um 3:30 Richtung Busbahnhof, wo wir den Busfahrer ersteinmal überreden mussten, uns arme Touristen (und noch eine Handvoll weitere gestrandete Reisende, die allesamt Flüge haben) über seine normale Kapazität hinaus mitzunehmen.
Der Gefrierschrank von Bus wurde zwar immer voller, fuhr jedoch ungehindert bis nach San Jose.
Wir haben noch eine gestrandete Holländerin adoptiert und zu viert gefrühstückt und sämtliche Märkte in der Umgebung rund um die Bushaltestelle unsicher gemacht. Nach den ganzen Turbulenzen der Nacht ein sehr sehr schöner Abschied meiner kleinen Reisefamilie <3 Obwohl wir uns sicherlich bald wieder sehen werden, fehlen mir die beiden jetzt schon. Es war so eine gute Zeit. Auf ins nächste Abenteuer! PURA VIDA

Montezuma

Mit einer halbtägigen Busreise haben wir es dann auch die 15 Kilometer nach Montezuma geschafft. Die zwei drei Strassen des goldigen Örtchens haben wir am Nachmittag durchlaufen, bevor es Kaffee mit Meerblick und ein paar Stunden am Strand gab.
Zufällig waren zwei Deutsche, die wir schon von vorher kannten, in unserm Hostel, sodass wir den Abend mit Kartenspielen verbracht haben. Das Hostel selbsg schließt leider nächste Woche für immer, weil die Besitzerin in die Schweiz zieht. Dementsprechend gibt es allerhand Mängel, die nicht mehr behoben werden und den Preis des Hostels eher nicht rechtfertigen. Es wird außerdem noch ein neuer Besitzer für einen Hund und ein Katzenbaby gesucht, die sonst wohl oder übel auf die Strasse gesetzt werden!!!
Nachts hat es so heftig gewittert, dass ich regelmäßig dachte, die Hütte stürzt zusammen. Der Donner war so laut, dass er die Wände zum wackeln brachte und nicht an Schlaf zu denken war.
Zum inklusiven Frühstück gab es eine geschmacklose Pancakesmasse, die mangels einer geeigneten Pfanne eher zu halbdurchem Kaiserschmarrn wurde.
Mit dem viel zu spät kommenden Bus ging es am nächsten Morgen bei wieder strahlendem Sonnenschein über die schlechteste „Strasse“ im ganzen Land zum ältesten Nationalpark Costa Ricas, dem Carbo Blanco. Dieser Park wurde sogar von Gringos gegründet und als Lebensprojekt gesehen.
Über einen sehr schlammigen Weg haben wir uns durch Lianen und immer begleitet von dem Ruf der Brüllaffen bis an den Strand vorgeschlagen.
Durch die hohe Luftfeuchtigkeit zerläuft man schon bei der kleinsten Bewegung, sodass wir dankbar ins kühle Nass gesprungen sind.
Leider wurden wir ziemlich direkt von Quallen angegriffen, sodass wir uns lieber mit Picknick und Pelikanbeobachtung begnügt haben. Dieser Nationalpark ist irgendwie besonders und definitiv wunderschön.
Den gleichen Weg ging es dann wieder zurück, ganz am Ende haben wir sogar noch einen Ameisenbär und zu meinem allergrößten Entzücken ein Gürteltier gesehen haben.
Mit dem winzigen und ausgereizten Bus ging es dann wieder Richtung Dusche in Montezuma.
Zur Feier des Tages haben wir uns selbst in einer hippen Soda zum Essen eingeladen: teurer zwar als unser übliches Budget aber eben auch ziemlich lecker!
Heute haben wir ausnahmsweise Mal ausgeschlafen, bevor wir zum bekannten Wasserfall gewandert sind. Durch den Regen der letzen Tage, war der Weg sehr rutschig, aber zusammen mit den bereitgestellten Seilen und Wurzeln hat die Kletteraction richtig Spaß gemacht! Wir sind bis ganz nach oben auf den Wasserfall drauf, verschwitzt und voller Schlamm wie wir waren.
Die Aussicht war super und man konnte teilweise bis ans Meer schauen.
Für den Nachmittag stand nochmal ein bisschen Lesen am Meer an, bis wir Abends groß aufgekocht haben.
Morgen früh treten wir unsere Reise zur letzten gemeinsamen Station an: der Nationalpark Manuel Antonio.

Santa Teresa

Santa Teresa ist definitiv einer der schönsten Spots, an denen wir bisher waren. Unser Hostel ist keine fünf Minuten vom Meer entfernt, wer braucht da schon Klamotten oder Schuhe?
Wir haben uns sogar Bretter geliehen und in die Fluten geworfen (eher frustrierend, aber trotzdem sehr spaßig!). Ansonsten arbeiten wir an unserer Bräune, lassen die Seele baumeln und machen super nette Bekanntschaften im Hostel.
Das Wetter hat bis auf heute ebenfalls sehr brav mitgemacht!
Bei einem Spaziergang zum nächsten Bankautomat, der so 40 Minuten dauerte, haben wir uns auch das süße Dorf selbst angesehen.
Ansonsten haben wir uns noch zum Playa Hermosa bringen lassen und sind von dort aus über den Strand zurück gelaufen, vorbei an natürlichen Pools in den Felsen, immer wieder stoppend zum Muschelsammeln und Wale beobachten.
Ein herrlicher Ort, an dem es sich sehr gut aushalten lässt!
Zum Abschluss unserer Zeit, sind wir tatsächlich nochmal ‚feiern‘ gegangen in einen Laden mit Live-Musik,was in Kombination mit unseren Hostel-Mitbewohnern sehr witzig war.

Busfahren in Costa Rica, Teil 2

Ob es daran liegt, dass die Ticos gerne ihr Geld an Touristen-Shuttles verdienen oder es wegen irgendwelchen Naturschutzgründen einfach kaum gute Strassen gibt – wir wissen es nicht. Fakt ist jedoch, dass von kaum einem zum anderen gut besuchten Ziel ein direkter Bus fährt und die Anschlüsse fast nie aufeinander abgestimmt sind, sodass schon die kürzeste Strecke zur Weltreise wird…
Fakt ist auch, dass anscheinend ausser den Busfahrern selbst keiner weiss, wann die Busse kommen.
Den Infos unseres Hostelbesitzers zufolge sollten wir um 7:00 den Bus in Samara nach Nicoya nehmen, dort um 9:00 in den Bus nach Playa Naranjo steigen, mit dem Taxi nach Paquera fahren, nach Cóbano umsteigen und von dort erneut einen Bus nach Santa Teresa nehmen.
Der Tag begann früh, um kurz vor 7 standen wir an der Bushaltestelle, sprinteten dem falschen Bus hinterher und warteten letztendlich doch eine Stunde, bis um 8 ein Bus kam (Busfahrplan wurde wohl geändert, was soll man machen). Es wurde leicht knapp für den Anschluss, aber es ging sich aus. Der nächste proppenvolle Bus brachte uns dann mit einigen Zwischenhalten nach Playa Naranjo.
Dort angekommen wurden wir natürlich von Taxifahrern belagert, die uns alle nach Paquera fahren wollten.
Stattdessen haben wir Mal ein Ticket für die Fähre geholt, um überzusetzen nach Punta Arenas, nur um von dort wieder zurück überzusetzen nach Paquera.
Definitiv die längere Variante. Definitiv die billigere. Und definitiv die witzigere, denn auf der Fähre gab es ein Party-Deck, auf dem wir direkt eine Runde getanzt haben.
Generell ist eine Fährfahrt hier etwas ganz anderes. Es gibt laute Musik und eine Bar, an der Bier getrunken und Fußball geschaut wird.
Fähre Nummer zwei in die fast gegensätzliche Richtung haben wir knapp bekommen. Diesmal wurden wir mit Live-Musik bespaßt.
Leider hat es auch angefangen zu regnen, hätte ja keiner wissen können.
Der nächste Bus von Paquera nach Cóbana war leider so voll, dass wir die anderhalb Stunden rumpelige Fahrt stehen mussten. Die Luft war wegen der geschlossenen Fenster (es regnet ja!) unerträglich.
In Cóbana mussten wir im Sturzregen schnell den Bus wechseln und schon ging es auf einer heftigen Schotterpiste -nichts für schwache und auch nicht für starke Mägen- bis an den Strand von Santa Teresa.
Mit einem Bärenhunger sind wir in unserem zuckersüßen Hostel eingelaufen….