Chichicastenango

Um 7 in der Frühe wurden Lousia und ich mit einigen anderen, vorwiegend weiblichen, Touristen abgeholt und Richtung Chichicastenango zum sonntäglichen Markt gekarrt. Unterwegs haben wir uns viel mit unserem Fahrer Salvador unterhalten, der uns direkt seine Dienste als Taxifahrer unter der Hand angeboten hat, um seine 7 Kinder besser unterhalten zu können.
Auf dem Markt angekommen haben wir uns zunächst noch mit einer Belgierin (Maurine) mehr aus unserem Hostel getroffen.
Der Markt ist sonntags und donnerstags gigantisch. Stundenlang kann man sich in seinen Gassen verlieren, Farben, Gerüche, Stimmen und das Gewusel einsaugen und sich treiben lassen. Wir haben 4 Stunden lang bitterhart verhandelt, uns immer wieder von aufdringlichen Verkäufer Innen anquatschen lassen und sogar ein wenig Geld dortgelassen – Masken, Kleidung, Webkunst im Schlepptau. Der Backpack wird bald wegen Überfüllung geschlossen sein. Der Markt war auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn die Preise bestimmt höher als woanders angesetzt wurden.
Nebenzu haben wir sogar noch einen Blick auf den kunterbunten Friedhof und die eindrückliche Kirche geworfen, in der Betende auf den Knien rutschend Opfergaben herrichten -wieder Mal eine interessante Mischung zwischen indigenem Götterglauben und Christentum.
Gegen zwei Uhr nachmittags sind wir ziemlich groggy zurück zum Shuttle. Salvador hat uns gegen ein kleines Endgeld zu einer Stelle gebracht, wo sogenannte Chicken Busse nach Xela/Quetzaltenango fahren. Diese lokalen ehemaligen Schulbussen erstrahlen in Farben, Lichtern und Sprüchen und werden bei Bedarf bis unters Dach beladen. Die Backpacks auf dem Dach und hektisch alle Leute in den Bus scheuchend mussten wir noch einmal unerwartet umsteigen, aber auch das gelang uns Dank hilfsbereiten Locals (man begibt sich einfach in deren Hände, Fahrpläne oder so gibt es nicht). Eingepfercht zwischen vielen Menschen haben wir es bis Xela geschafft und dort nervige Taxifahrer kalt stehen lassen. Ein gutatemalesisches Paar, was einige Zeit in den Staaten verbracht hat, hat uns durch eine Zona Rojo (sollte man lieber alleine nicht durch) begleitet und in einen Bus zum Parque Central gesetzt. An unserem Hostel angekommen, wurden wir darauf hingewiesen, dass unser Stadtteil aktuell leider keinen Strom hat. Das Hostel selber ist sportbillig, etwas leer aber irgendwie nett.
Lousia und ich haben sich direkt nochmal auf den Weg zu Quetzal Trekkers gemacht, eine Non-Profit-Organisation, die mit der Hilfe von internationalen Freiwilligen Wandertouren organisieren und den Erlös in Kinderprojekte investiert.
Wir haben uns für eine Dreitagestour von Xela/Quetzaltenango an den Lago Atitlan entschieden, die am Dienstag startet.
Ziemlich hungrig sind wir am Zentralpark noch über eine sonntägliche Feria geschlendert und für den kleinen Preis einheimisches Essen probiert: Pupusas der Queso (ursprünglich wohl aus El Salvador), kleine Tortillas, Lotes Loca (Mais am Stiel mit Mantequilla und Käse) und Ponche de Leche (sowas wie Milchpunsch). Sehr zufrieden mit diesem Tage voller Eindrücke sind wir in unser Hostel zurückgekehrt. Ungefähr zwei Straßen vor der Haustür machte sich der Stromausfall dann auch bemerkbar, sodass wir ganz kurz durch unsere dunkel Strasse schleichen mussten.
Im Hostel selbst haben wir uns noch lange mit dem Rezeptionist und einem weiteren deutschen Gast bei Kerzenschein unterhalten und viele Infos über das Land und die Leute ausgetauscht.
What a day!

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