Hole in the wall

Den heutigen Tag haben wir uns mal ‚ein wenig‘ die Beine vertreten: drei Stunden durch Auenland-ähnliche, fast schon irische Landschaft immer an der Küste entlang, über Ziegenpfade, Stock und Stein, bergauf und bergab.
Am ‚Hole in the wall‘, einem Loch in einem massiven Felsen im Meer, angekommen war eine Pause angebracht, die wir damit verbracht haben, das super leckere Khosa Brot zu genießen, Sonne zu tanken und dem Meer zuzusehen, wie es mit voller Wucht die Wellen durch das Loch im Felsen treibt.
Auf dem Rückweg haben wir uns aufgetrennt, da Eriks Knie etwas rumgemuckt hat und er lieber die Strasse anstatt den Trampelpfaden gehen wollte. Also sind Lilli und ich diesmal fast ohne Umweg die Hügel hinaufgeklettert, durchs Wasser gewatet und durch Vorgärten von Einheimischen getrappt.
Etwas erledigt kamen wir dann wieder im ‚friends‘, unserem Hostel an. Mangels Essen und wegen des sportlichen Tages haben wir uns den Abend mit Woodfire-Pizza versüßt und sind schon bald in unsere unbequemen und lauten Betten gefallen.
Heute morgen noch schnell Kaffee und Frühstück mit grandioser Aussicht genossen, dann losgestochen Richtung Umzumbe, unserem nächsten Stop.

Random and remote

Mangels Internet jetzt erst wieder ein Update 😉
Wir sind von Cintsa mit dem Auto zur Coffee Bay durchgescheppert: Überragende Landschaften, viele Tiere auf der Strasse und unzählige Schlaglöcher.
Coffee Bay selbst ist ganz klar was für Aussteiger. Abgeschnitten vom Rest der Welt am Meer und besiedelt von Alt- und Junghippies gilt hier eine eigene Zeitrechnung.
Zu allererst checken wir in ein katastrophalen Hostel ein, bis wir uns umentscheiden, durch einen Fluss waten und ein anderes Hostel wählen.
Dort machen wir erstmal Braai (südafrikanisch für BBQ), abends folgt eine Drumshow, alle sind super süß aber auch stark verballert.
Der nächste Tag wird nach dem Wave spotting von einem Hügel aus am Strand verbracht. Mit den Brettern im Wasser werde ich leider fast nur gewaschen und kriege bei den riesigen Wellen eher ein bisschen Angst…
Abends wird gekocht und am Campfire gesessen.
Da es Wochenende ist, stossen zur heutigen Drumsession viele Einheimische dazu. Dementsprechend laut, bunt und verrückt wird getanzt und gefeiert…

Surfari

Um uns mal Afrika hautnah zu Gemüte zu führen, sind wir heute super früh in den Addo Elephant Park gefahren. Hier kann man im eingezäunten Nationalpark mit dem eigenen Auto umherfahren und mit etwas Glück wilde Tiere spotten. Dabei darf man das Auto nur in speziell gesicherten Picknick-Areas verlassen.
Warzenschweine gibt es wie Sand am Meer und die kleinen Kerle sind drollig zu betrachten.
Es gibt eine Fine wenn man Mistkäfer überfährt, deshalb muss man Slalom um die fetten schwarzen Käfer und ihre Mistbälle auf der Strasse fahren.
Das erste Tier der ‚Big Five‘ war für uns ein Büffel. Beeindruckend gross und irgendwie dümmlich aus der Wäsche schauend begegnete uns ziemlich am Anfang der Tour ein einzelnes, vermutlich zum Sterben bereites Tier.
Nach langer Flaute trafen wir dann auf einen Elefant am Wasserloch. Elefanten sind echt super entspannte und gleichzeitig spannende Tiere.
Nach vielen Kuduhs und anderen rehähnlichen Tieren (teilweise zum Greifen nahe), zahllosen Warzenschweinen und Vögeln sowie weiteren Büffeln, ist uns dann direkt auf der einsamen Straße eine Elefantenfamilie entgegen gekommen. Alle Größen vertreten hatte die Gruppe sogar ein winzig kleines, frisches Elefantenbaby dabei! Sowas ist sogar hier echt selten. Weil die Riesen jedoch etwas bedrohlich direkt auf uns zukamen haben wir die Fenster lieber hoch gemacht, kurz den Rückwärtsgang eingelegt und aufgeregt beobachtet, wie sie am Auto streifend an uns vorbeitrotteten.
Später haben wir dann auch endlich Zebras gesehen! Die sehen besonders galoppierend sehr witzig aus.
Kurz bevor wir den Park verlassen haben, sind wir noch den bisher größten Elefanten begegnet. Weil Sophie und ich gerade aus dem Fenster hinaus auf der Autotüren saßen -um besser fotografieren zu können- und uns ein gigantisches Exemplar von hinten zu überraschen drohte, mussten wir etwas überstürzt ins Auto zurück klettern.
Die zweite Tageshälfte war weniger aufregend: Im Auto bis nach Cintsa zum Backbacker, durch endlose Baustellen (alle Bauarbeiter sehr gechillt), über neue Strassen aber auch Dirtroads ins Nirgendwo.
Hier haben wir heute erstmal kräftig ausgeschlafen und den Tag am Stand in der Horizontalen verbracht.
Wegen Sharkalarm sind wir auch nicht surfen gewesen…

Jeffreysbaai

Wir lassen uns natürlich ‚Supertubes‘, DEN Spot für Surfer der ganzen Welt nicht entgehen. Wegen den ganzen Felsen traut sich allerdings nur Erik ins Wasser und wir schauen von den Dünen aus zu. Der Gute kommt letztendlich mit übel zerkratzen Beinen aus dem Wasser, die Füße offen.
Nach dem Frühstück wagen wir uns ins Shoppingparadis für alle Surfmarken-Fans. Tatsächlich geben wir (besonders ich) eine Menge Rand in den Outlets aus. Wenigstens ist mein leerer und leichter Backpack jetzt ein bisschen voller -wenn auch mein Portemonnaie leichter ist.
Völlig erschlagen schaffen wir es abends nicht mal zu kochen, sondern retten uns mit Sushi und Fisch im ‚Catch of the day‘ vor dem großen Hunger.
Heute morgen haben wir mit einer Surfsession im absoluten Whitewash gestartet, die Wellen waren nicht wirklich brauchbar am Anfängerspot ‚Kitchen Window‘.
Nochmal kurz durch zwei Läden geschaut und in den Nachmittag gebummelt beschließen wir nochmal näher an den Felsen ein paar Wellen zu fangen.
Meine Laune sinkt gegen Keller als ich aus dem Wasser gewaschen werde: Nicht nur das die Wellen absolut sinnfrei waren, ich habe mir auch noch eine Finne rausgerissen und die hat ein Loch in mein Brett gehauen. Yibbie!
Wir brechen unsere Zelte ab und stoppen auf dem Weg zum Addo Elephant Park noch bei einem Surfladen zum Repair-Zeug kaufen.
Der Weg zu unserem Hostel führt wie immer irgendwo durchs Nirgendwo, was nach Einbruch der Dunkelheit garnich mal so ungruselig ist.

Surf ’n‘ turf

Nach einer endlosen Autofahrt, teils auf schnurgerade Strassen, teils einfach über rote Schotterpiste im Nirgendwo mit Pause am ‚Pearl Beach‘, haben wir es nach Einbruch der Dunkelheit nach Victoria Bay geschafft. Hier hatten wir uns ein Backpackers rausgesucht, das uns einfach nur überwältigt hat: Mit der Besitzerin als Profisurferin (Bianca Buitendag) ist das Haus der absolute Wahnsinn. Geschmackvoll einrichtete und weitläufige Lounges reihen sich an stilvoll möblierte Küchen und menschenleere Zimmer.
Der nächste Tag beginnt mit einer langen Surfsession in der Bucht, die richtig Spass macht und die Lebensgeister weckt.
Nach Frühstück und kurz entspannen geht es wieder ins Auto (was mal wieder nicht direkt startet). Wir machen einen Zwischenstopp in Knysna, einem kleinen Urlaubsort am Hafen, wo wir tatsächlich mal Austern probieren! Allerdings finde ich, das unabhängig von der ewigen Wartezeit sich das salzige Geglibber nicht so richtig lohnt 😉
Wie immer später als gedacht laufen wir in Jeffrey’s Bay ein, das als Hotspot für Profisurfer und auch für Schnäppchenjäger gilt.
Das Hostel ist leider wie überall 90% von Deutschen bewohnt.
Wieso sind die nur immer überall?