Kuta, Lombok, Part II

Zurück in Kuta hat die Regensaison für ein paar Tage leider erstmal ihrem Namen alle Ehre gemacht.Ich musste dementsprechend um 5 Uhr in der Früh wie in nasses Häufchen Elend ins LMBK Surfcamp umziehen und direkt an der ersten Surfsession teilnehmen. Der erste Tag ging super schnell rum mit einer außergewöhnlich guten Massage und einer zweiten Surfsession. Am Nachmittag war dann auch Mel, die ich aus dem Surfcamp aus Uluwatu noch kenne, dort.Den 24. selbst haben wir mit zwei Surfsessions und leckerem Essen mit anderen aus dem Camp verbracht – Weihnachtsstimmung? Fehlanzeige!Genauso hat es sich eigentlich am 25. verhalten, bis auf dass ich leider das Weihnachtsessen wegen einer Lebensmittelvergiftung verpasst habe.Ansonsten haben wir die Tage on Kuta sehr entschleunigt mit viel surfen (und Bootfahren zu den Spots), essen, schlafen, lesen, Massagen und Yoga verbracht. Dabei ist auch das ein oder andere tolle Bild entstanden und wir haben quasi alle Restaurants durchprobiert.Leider heilen Wunden im Salzwasser extrem schlecht und mein Körper ist etwas lädiert.Für die zweite Hälfte hier hat sich sogar auch die Sonne wieder blicken lassen und wir konnten mit dem Roller nochmal die schöne Gegend erkunden. Insgesamt eine gute Zeit hier!Der nächste Stop sind die Gili Islands im Nordwesten von Lombok.

Mt Rinjani

Dienstag frühs gab es wie immer einen Banana Pancake und dann wurde ich mit dem Roller und meinem kleinen Rucksack an einen anderen Ort gekarrt. Dort warteten schon 6 andere Wanderer aus den USA, China, Tschechien und Canada.Wir wurden weiter auf die Ladefläche eines Transporters verfrachtet und an den Startpunkt des Hikes gebracht – nicht ohne noch schnell einen „Medizinischen Test“ aka Puls und Blutdruckmessung zu bezahlen. Dann ging die Wanderung auch schon los. Mit Pausen und Verpflegung (was hier einfach alles sehr lange dauert) haben wir 7 Stunden durch grüne Landschaften, Stock & Stein, immer den Berg rauf hinter uns gebracht. An einigen Stellen konnten wir noch die Überbleibsel des Erdbebens 2018 deutlich sehen. Unser Guide war zu dem Zeitpunkt sogar gerade auf dem Berg und meinte, es hätte sich wie der Weltuntergang angefühlt.Ziemlich verschwitzt sind wir im Camp auf dem Kraterrand eingelaufen und haben noch etwas mit der Drohne eines Mithikers gespielt und hinter die Wolken gelunzt. Zum Sonnenuntergang hatten wir sogar Glück und die Wolckendecke hat sich ganz verzogen und einen sagenhaften Blick auf den glitzernden Kratersee mit kleinem, rauchenden Binnenvulkan und dahinter dem Kraterrand freigegeben.Es wurde schnell sehr kalt und die Nacht war sehr unangenehm. Der Wecker klingelte aber sowieso schon wieder um 2 Uhr in der Früh und der Hike zum Gipfel auf 3726m NN begann in der Eiseskälte.Der Hike selbst war wirklich kein Kinderspiel: Kälte, Dunkelheit und bei jedem Schritt ein Schlittern zurück haben sich angefühlt, als würde man keinen Meter vorankommen. Ungefähr 3 Stunden und 1100m ging das so. Irgendwann jedoch ging langsam die Sonne auf ich selbst habe es als erste der Gruppe (aber natürlich nicht als erste von allen) gerade passend zum Sonnenaufgang auf den Gipfel geschafft!Der Blick war sagenhafter, unter meinen Top 5 jemals. Man konnte bis zu den Gili Islands und den Mt Agung auf Bali schauen! Ich hab solange Bilder gemacht, bis mir die Finger abgefroren sind und auch alle anderen es geschafft hatten.Der Rückweg war sehr rutschig und es hat ständig irgendwelche Leute hingehauen – aber auch hier war der Blick noch wunderschön. Mit der Hälfte des Vulkans in den Schuhen haben wir es auch alle wieder zum Camp geschafft. Eine Runde Bananapancakes später haben wir uns von 2 Mitstreitern verabschiedet, die nur 2 Tage Wandern wollten und sind weitergezogen.Etwas ungewöhnlich sind die Pausen auf dieser Wanderung – seltsam getaktet und etwas ungleich aufgeteilt. Vom Kraterrand ging es 2 Stunden bergab bis an den Kratersee, wo wir in heißen Quellen baden durften. Ein bisschen gemufft haben die schon und ein paar waren echt brühend heiss.Nach dem Mittagessen ging es dann nochmal 3 Stunden wieder bergauf. Die meiste Zeit bin ich mit einem der Porter gelaufen. Der sprach kein Wort englisch und ich bin einfach nur beeindruckt: mit halb so langen Beinen, zwei riesigen Körben auf der Schulter und Flip-Flop sind die immer noch schneller als alle Wanderer.Leider hat es am Camp angekommen wieder angefangen zu regnen und wir haben uns quasi alle ins Zelt verkrochen und auch dort gegessen. Am nächsten Morgen sind wir auch in einer Pfütze aufgewacht, weil die Zelte nicht nur kaputte Reißverschlüsse hatten sondern auch nicht dicht waren. In unsere Plastikponchos verpackt sind wir nochmal drei Stunden durch den Djungel den Hang runter geschliddert mit merkwürdigen Pausen – dann war der Hike auch schon vorbei (bis auf eine 3stündige Fahrt zurück nach Kuta). Duschen und essen hatte natürlich oberste Priorität nach diesem Ausflug und dann musste ich nach etwas socialisen im Hostel auch ins Bett…