Hare Krishna Farm

Mir definitiv falschen Erwartungen habe ich mich zur Krishna Farm aufgemacht, was eeewig gedauert hat, denn alleine zum Busterminal in Bogota habe ich 1,5h gebraucht.
Im Halbdunkel bin ich dann angekommen, wurde kurz eingeführt (wirklich viele Infos habe ich nicht erhalten, aber die ständige Verwirrung ist hier eh mein Begleiter) und in einen Raum mit den anderen Freiwilligen gesetzt, wo wir einen Film über vegane Ernährung anschauen durften (aka ‚wie man mit einer veganen Diät Brustkrebs heilt‘). Die einzigen zwei netten (Deutschen) Freiwilligen haben mir gleich erzählt, das sie Samstags wieder abreisen, weil die Farm nicht ihren Erwartungen entspricht. Super!
Tag 1 beginnt mit einem Frühstück, dann geht es für Luise und mich in den Garten/aufs Feld. Wir pulen Physalis, ernten Mais, pflücken Salat und jede Menge abgefahrene Früchte, die wir selbstverständlich alle probieren, waschen Gemüse und zählen und wiegen es.
Nach dem Mittagessen spiele ich exzessiv mit Leni und Luise Wizard und wir trinken Kaffee und besorgen und im Dorf Internet und Snacks. Yoga fällt heute aus.
Dann muss ich denn Zweien leider Tschüss sagen und verbringe den Abend unspektakulär und alleine.
Tag 2 beginnt mit Yoga, Frühstück und Küchendienst. Kartoffeln schälen macht nicht besonders viel Spaß aber gegen die Langeweile nehme ich alles.
Ich stiefele wieder ins Dorf runter, auf der Suche nach Snacks und Internet.
Am Nachmittag gibt es das Hauptessen, was wir morgens zubereiten haben. Der Rest des Tages besteht aus langweilen, lesen, malen etc.
Ich bin froh, wenn ich mich morgen wieder Richtung Bogota bewegen kann. Es wird Zeit, das ich nach Hause komme.

*Nachtrag*
Sonntag Abend habe ich festgestellt, das die Kolumbianer hier meistens doch ein bisschen Englisch sprechen. In einer Mischung aus Spanisch und Englisch habe ich gelernt, Armbändchen zu knüpfen und mich überraschend gut mit Zweien von ihnen verstanden. Wir sind alle gemeinsam zum ‚Festival‘ (die sonntägliche Feier mit Sekten-Gesang), was zwar etwas befremdlich aber auch Mal interessant war. Ich habe mich außerdem gut mit einer Nonne unterhalten, die optisch ich in alt sein könnte, da ihre Großeltern aus Deutschland stammen. Später sind noch zwei weitere Freiwillige aus England angereist. Die sind furchtbar nett und wir haben uns zusammen mit einem Kolumbianer, der plötzlich perfekt Englisch konnte richtig gut unterhalten, wobei wir lokale Einsicht in die Landespolitik erhalten haben. Ich wäre eigentlich also doch gerne länger geblieben.
Was ich gelernt habe:
Es steht und fällt mit den Leuten.
Kommunikation ist das A und O.
Man kann doch eine richtig gute Zeit haben, wenn man sich nur drauf einlässt.