The Drakensberge

Die Drakensberge, die Tolkin zu Herr der Ringe inspiriert haben und ihren Namen durch ihr Erscheinungsbild erhielten, sollten unser nächstes Ziel sein.
Im Amphitheater Backpackers angekommen, wurden wir erstmal kräftig geworben eine ‚guided‘ Tour zu machen, da laut dem Hostel die Touren sehr anspruchsvoll sein sollten.
Den angefangenen Tag sind wir noch kurz etwas im Royal Natal Nationalpark spazieren und Baden gegangen.
Abends gab es -wie sollte es anders sein- Braai auf dem Zeltplatz des Hostel, dessen Ausmaße deutlich größer waren als zuerst gedacht.
Kurz vor dem Insbettgehen haben wir uns noch eine Art Guide klar gemacht, einen Südafrikaner, der die Tour, die wir gehen wollten, schonmal absolviert hat.
Am nächsten Morgen in der Frühe haben wir uns mit ihm uns seinen Freunden am Parkplatz getroffen und sind mit dem Auto zum Startpunkt der Amphitheater Tour gefahren. Dabei mussten wir allerdings die holprigste Dirtroad jemals überwinden, die eher aussah wie ein ausgetrocknetes Flussbett. Die Bergkette bekam ihren Namen ziemlich eindeutig dadurch, dass sie aussieht wie ein Amphitheater (generell schauen Berge in Afrika so aus, als hätte jemand die Spitze oben einfach abgeschnitten).
Etwa drei Stunden sind wir eine seichte Steigung emporgeklettert, haben sehr wacklige ‚chain ladders‘ erklommen und lustige Unterhaltungen mit unseren Begleitern geführt. Dabei sind wir auch am zweitenhöchsten Wasserfall der Welt, den Tukela Falls, vorbeigekommen.
Oben angekommen war die Aussicht unbeschreiblich! Endlose Weiten, weich aussehende hügelige Landschaft, steile Klippen und tiefe Abgründe…Eindrücke die man einfach in sich einsaugen musste.
Auf dem Plateau sind wir etwas im Wind umhergestreift und haben an der Kante zum sicheren Tod unser Osterpicknick und zahllose Fotos gemacht.
Der Rückweg führte uns über den gleichen Weg zurück.
Den Abend haben wir mit einem Dinner unter dem beeindruckenden mit Sternen reich geschmückten Himmelszelt verbracht.
Ostermontag sind Sophie, Lilli und ich (Erik war gesundheitlich leider unabdingbar) zu einer weiteren Tour aufgebrochen: Surprise Ridge und Carnival Cave.
Mit einer sehr wagen Wegbeschreibung in der Tasche haben wir uns über kleinere Wasserfälle und durch den tiefsten Busch (ich bin mir ziemlich sicher das dieser Weg seit Jahren unbesucht ist!), durch hohes Gras und links uns rechts Sträucher aus dem Weg haltend bis zum Carnval Cave durchgeschlagen. Der Weg war nur durch ein paar wahllose Steine und ab und an einen Holzbalken ‚markiert‘, sodass ich fast 90% der Zeit nicht sicher war, ob wir richtig sind.
Am Cannibal Cave, in dem bis zum 18. Jahrhundert Kannibalen gelebt haben, haben wir unter einem weichen und eiskalten Wasserfall geduscht und pausiert.
Ab dort wurde der ‚Weg‘ fast noch schlechter. Die Beine von vorne verkratzt und brennend haben wir zuletzt sogar die Emergency Nummer angerufen, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden.
Nach zehn Stunden Trampelpfad und Tuchfühlung mit Flora und Fauna, die ’nur‘ belohnt wurde durch sagenhafte Landschaft und Begegnungen mit Antilopen- und Baboonherden, sind wir schlussendlich tatsächlich wieder am Parkplatz angekommen. Wer hätte das gedacht?!
Im Hostel mussten wir erstmal unsere Kratzer kurieren und sämtlichen Dreck abwaschen, sowie unsere Abreise am nächsten Morgen (5.00!) vorbereiten…

Dodgy Durban

Von Umzumbe aus ging es für uns direkt nach Durban, Südafrikas drittgrößte Stadt. Nach dem Checkin im Hostel sind wir zunächst durch das uShaka Village gelaufen, einem kleinen sehr touristischen Einkaufszentrum neben einem Freizeitpark. Kurz am Strand entlang flaniert, sind wir dann in sehr komische und zuweilen unsichere Strassen abgebogen. Wir wurden zwar vorgewarnt, die Gegend sei ’not safe‘ aber so richtig gefährlich hat es sich auch nicht anfühlt. Vielleicht bedingt durch Ostern und deshalb geschlosse und heruntergekommene Geschäfte etwas gespenstisch. Da uns die Strassen nicht sehr überzeugten sind wir lieber wieder zum Strand abgedreht. Doch auch dort sollten wir noch in den Genuss der Kriminalität einer Großstadt kommen: Sophies Tasche samt Inhalt verschwand trotzdem immer einer von uns auf den Handtüchern lungerte. Kurze Panik und etwas Stress, denn sämtliche Karten mussten nun gesperrt werden.
Während Sophie und Erik noch der nächsten Polizeistation einen Besuch abstatteten, sind Lilli und ich zum nächsten Supermarkt gelaufen, leider durch eine sehr zwielichtige Gegend und auf dem Rückweg bei einbrechender Dunkelheit.
Wieder vereint im Hostel haben wir uns dann ziemlich erschlagen vom Tag ‚Bunny Chow‘ bestellt, was als Spezialität von Durban gilt. Dabei handelt es sich um ein halbes Toastbrot, ausgehöhlt und mit indischen Curry gefüllt (Durban ist die Stadt mit der größten indischen Einwohnerzahl neben Indien selbst). Super ‚Lekker‘!
Insgesamt hat Durban auf uns nicht so den allerbesten Eindruck hinterlassen, aber sicherlich haben wir die schönen Ecken nur nicht gefunden 😉