Archiv für den Tag: 3. März 2013
Mein „freier“ Sonntag
Ich hatte mir eine lange und geruhsame Nacht versprochen, nachdem ich mich doch nicht mit meiner Freundin getroffen habe.
Aber durch die Hausparty, die der Vater erstmal angesetzt hat, wurde ich gefühlte 200 Mal aufgeweckt, wegen lauten Stimmen, Hausführungen oder Menschen, die in mein Zimmer stolpern.
Und ich durfte den Müll wegschaffen und die Flaschen recyceln.
Nach einem relativ entspannten Vormittag, der nur von der Anwesenheit zu vieler Leute im Apartment (irgend so ein Gast schläft schon wieder auf der Couch) gestört wurde, bin ich los, Lydia in der Stadt zu treffen.
Auf dem Weg kam schon die erste Sms, ob ich die Kinder von 3 Uhr an nehmen könnte. NEIN!
Der Sonntag war als frei abgesprochen und Lydia hat eine weite Zugfahrt gemacht, um mich zu treffen.
Nach etwas Gemaule von Kathryn hatte ich einen schönen Nachmittag, auch wenn sie mir für die Zukunft keine freien Sonntage mehr versprochen hat.
Es ist offiziell, ich bin ein Hauself. Ich werde mal mit dem Opa drüber reden. Es kann ja nicht sein, dass weder Vater noch Mutter Zeit mit den Kindern verbringen wollen. Klar arbeiten die viel, aber in ihrer freien Zeit gehen sie auch nur ihrem Vergnügen nach!
Nach eigenem Verständnis arbeitet sich die Mutter übrigens zu Tode.
Sicher, sie geht ständig auf irgendwelche Events oder aus.
Ich bin mit Lydia zu den Victoria Markets gelaufen und wir haben ein wenig gebummelt, die kulinarischen Köstlicheiten aus aller Welt bestaunt und die Marktschreier belächelt.
Ich habe sogar endlich einen Ring gefunden!
Aus Selbstlosigkeit bin ich früher heim, um die Kinder dann zu übernehmen.
Allerdings waren die garnicht da!
Auf den Onkel abgeschoben hatten sich die Eltern getrennt voneinander einen schönen Tag gemacht.
Der Vater hat sich den Film „The Descendants“ angeschaut, in dem es um einen Vater geht, der die kaputte Beziehung zu seinen Kindern retten will. Wie passend. Glaube aber nicht, dass es für ihn lehrreich ist.
Ich habe dafür eine Sms bekommen, ich soll doch bitte das ganze Haus putzen und die Betten neu beziehen.
Nett.
Und als ich das alles gemacht hatte wurde mir noch gesagt, ich soll den Spielraum in Zukunft jeden Tag aufräumen (auch heute!) und die Badewanne auch jeden Tag putzen.
Ach ja und wenn ich die Duschen mache, soll ich doch auch die Ablage mit den Shampoo-Flaschen sauber machen.
Derweil haben der Gast und der Vater die Küche wieder benutzt und nicht eingesehen, auch nur im geringsten aufzuräumen. Danke dafür!
Langsam wird es mir echt zu bunt.
Nächste Woche ist voll durchgeplant und voll.
Die bleibe ich noch.
Dann schaue ich mal weiter, weil das hier immer ein wahnsinniges Auf und Ab ist.


