Von Pipa aus mussten wir leider wieder viel Autofahren. Wir sind bis nach Porto de Galinhas gescheppert, einem kleinen Urlaubsort, der besonders bei Brasilianern beliebt ist. Dementsprechend hat er wieder eine Bummelmeile und diverse ramschige Shops. Wir haben eine Runde gedreht, Abendessen erbeutet und sind am nächsten Morgen zusammen am Strand joggen gegangen (eventuell etwas zu spät, die Hitze hat uns in die Knie gezwungen).Dann sind wir weiter bis nach Aracaju – einem größeren aber ähnlich aufgebautem Urlaubsort. Diese Tage waren eher ätzend und einfach nur viel Fahrerei.Von Aracaju aus haben wir vor unserer Endhaltestelle noch einen Stop in Praia do Forte gemacht, angeblich einer der schönsten Strände Brasiliens. Es war sehr nett, wir haben uns ausgiebig verpflegt und sind dann endlich in Salvador angekommen!
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Pipa
Pipa ist ein extrem netter kleiner Strandort mit diversen Surfspots. Wir haben abends auf der belebten Strasse noch eine Runde gedreht und uns gleich wohlgefühl, bei Pizza, Caipirinha und dem Zuschauen der Skater. Es ist sicher auf den Strassen und eine gute Mischung zwischen Surfern und Strandurlaubern. Diverse Restaurants bieten jede Cuisine und Preisklasse. So sieht es auch mit den Unterkünften aus. Unsere war recht fancy aber günstig und der Besitzer (ein deutscher Auswanderer) hat uns gleich ins Herz geschlossen und uns ein kostenloses Upgrade in ein doppelt so grosses Zimmer mit Balkon gegeben und sich beim Frühstück immer mal zum Quatschen zu uns gesetzt. Wir haben direkt am ersten Tag mit dem Surfunterricht gestartet – und nichts macht mich bekanntlich glücklicher. Wir haben einen langsamen Tag am Praia Principal (eher überlaufen) genossen und ich war nochmal im Gym, bevor es zur Videoanayse ging. Ist immer sehr unterhaltsam. Surfen schlaucht aber immer auch und wir sind jeden Abend früh ins Bett (auch weil die Stunden teilweise zu unchristlichen Zeiten begannen).Am zweiten Tag im Paradies sind wir mit dem Auto zur Barracco do Chico gefahren und sind dort am Strand sonnenbaden und spazieren gewesen. Der kleine Trip aus Pipa raus lohnt sich auf jeden Fall für den wunderschönen, leeren Strand. Das vorgezogene Abendessen gab es bei Donna Branca, wo man sich am Brasilianischen Buffet so viel auftun kann, wie man will und trotzdem nicht viel bezahlt (und als Vegetarier genausoviel, wie wenn man sich Fleisch grillen lässt- willkommen in Brasilien)Am dritten Tag hatte Gizem morgens Stunde und ich erst mittags, also haben wir den Tag weitestgehend getrennt verbracht. Ich bin in der Früh mit aufgestanden und vom Stadtstrand zum Praia de Golfinos gejoggt (oder auch über Steine geklettert, was sowieso nur bei Ebbe möglich ist). Und siehe da: es tummelten sich wirklich ein paar Delfine in der Bucht! Ich bin noch weiter bis zum Strand am Tag davor gerannt und zurück. Dabei kam ich auch am Praia de Madeiro vorbei, wo Gizem gerade die Surfstunde hatte. Mit Kaffee und Pistazien Croissant ausgestattet habe ich es irgendwann nach Hause geschafft.Ich habe im Garten am Pool relaxed, bis meine Surfstunde an Lajao begann – dem Spot mitten in der Stadt. Die Stunde war dank Clara als Coach richtig gut und ich habe mehrfach Schildkröten gesehen. Am Nachmittag haben Gizem und ich noch unsere im Surfpaket beinhaltete Massage wahrgenommen und dann sind wir fast schon wieder ins Bett gegangen. Der letzte Tag an diesem lieben Ort, an dem wir uns schon wie zuhause fühlen, begann für mich schon um 4:30 – denn der Sunrise Surf am Praia do Amor sollte um 5 starten. Das Licht war sagenhaft und das Lineup leer, was womöglich an den nicht wirklich guten Wellen gelegen hat. Ich hatte trotzdem Spaß und quasi einen privaten Lehrer. Nach Dusche, Frühstück, Hängematte und Packen, war auch Gizem wieder da und wir haben uns schweren Herzens ins Auto gesetzt und sind über Joao Pessoa (mit Açai-Stop, nicht weiter erwähnenswert) bis nach Porto de Galinhas gefahren.
Fortaleza
Fortaleza ist eine Großstadt im Norden Brasiliens, die vor allem für Kunst und Kultur sowie ihre Strände bekannt ist. Für uns sollte es nur ein Zwischenstopp werden. Wir haben als erstes Açai aufgespürt und uns mit Snacks für den nächsten Tag eingedeckt. Gizem wollte dann lieber chillen, ich bin nochmal eine Runde Laufen und es hat sich sehr gelohnt: ich bin die gesamte Strandpromenade entlang, mit hunderten anderen Sportlern und Flanierenden. Die Stimmung ist besonders abends super, wenn die ganzen Verkäufer raus kommen und alle Leute entweder trainieren oder einen Spaziergang machen. Es gab viel zu sehen und am Ende noch eine eiskalte Kokosnuss.
Der folgende Tag sollte sowieso sehr viel Zeit im Auto beinhalten. Mit Podcasts und Musik sind wir 8h lang bis nach Pipa gefahren. Brasilien ist einfach ein sehr grosses Land. In Pipa werden wir aber wieder einige Tage bleiben.
Jericoacoara
Der Tag sollte mit einigen Autokilometern beginnen – 6h die Küste entlang. Eigentlich gar nicht so weit, aber wegen schlechter Strassenverhältnisse dauerte es eine halbe Ewigkeit und ich kann sagen: Schlaglöcher und Speedbumps sind mein natürlicher Feind.
Irgendwann haben wir es doch bis an den Anfang der Schotterpiste nach Jericoacoara geschafft und wurden direkt von einem Guide abgefangen: wir könnten nicht in den kleinen Ort fahren, denn es seien Dünen dazwischen, in denen man eigentlich einen beach buggy oder ein 4×4 drive braucht. Der Guide hat dann aber etwas Luft aus unseren Reifen gelassen und uns sicher durch die zahlreichen Wege durch die Dünen gebracht. Jericoacoara selbst ist ein bezaubernder Ort. Man muss zwar Kurtaxe zahlen, aber dafür ist der ganze Ort auf Sand gebaut und hat etwas Bali Ästhetik. Es ist alles sehr hübsch und detailreich gestaltet, man kann überall hinhauen, die Leute sind freundlich, der Strand wunderschön und es kommt richtig Urlaubsstimmung auf.
Am ersten Tag hier sind wir an den Strand, um endlich an unserer brasilianischen Bräune zu arbeiten. Man muss aber doch gut vorsichtig sein, die brasilianische Sonne ist wie die Caipirinhas am Strassenrand: stark.
Mittags gab es natürlich Acai und etwas Sonnenpause. Ich bin dann noch ins Nagelstudio und der Sonnenuntergang war leider hinter Wolken verborgen. Nach einem frühen Abendessen waren wir tatsächlich im Gym, aber das tat wirklich gut nach der langen Sportpause.
Der zweite Tag begann langsam. Wir sind noch am Vormittag zum Pedra Furada aufgebrochen. Es war super schön aber auch heiss und anstrengend, über den losen Sand zu laufen. Auch da musste erstmal zur Belohnung Açai her. Wir haben noch etwas die Läden durchstöbert, ich war nochmal am Strand und später haben sich Gizem und ich eine Massage gegönnt.
Den Tag haben wir am Strand und mit gutem Essen ausklingen lassen.
Jeri ist wirklich ein kleines Juwel!
Am nächsten Morgen sind wir dann von Ivan wieder durch die Dünen gefahren worden und bis nach Fortaleza gedonnert.
Lençois de Marahnese
Super früh ging es an den Flughafen und dann mit dem Flieger nach Sao Luis an der Nordküste Braziliens.Hier wollten wir unseren Mietwagen abholen, aber weder Gizem noch ich hatten unseren Führerschein dabei (Gizem wusste das bis dato nicht, ich hatte ja mein Portemonnaie in Deutschland vergessen).Da ich einen abgelaufenen internationalen Führerschein hatte, wollten wir in der Hoffnung dass das keiner merkt, den Namen der Reservierung umschreiben lassen.Leider wurde uns aber am Schalter gesagt, dass das nur die Vermietung in Deutschland machen könne. Also gab es ein dreistündiges Kuddelmuddel, mit vielen Anrufen in Deutschland über meine Mama, nachdem per Email erlaubt wurde, den Vertrag zu verändern und siehe da, es war wohl doch möglich. Das Ablaufdatum auf deutsch hat eh keiner verstanden.Nach dem ganzen Stress sind wir nur noch zum Abendessen und dann ins Bett, denn am Abend hat Sao Luis leider nichts mehr zu bieten.Der nächste Tag begann sehr verregnet – aber wir wollten eh nur möglichst schnell nach Barreirinhas um dort eine Nachmittagstour zu in den Lençois da maranhense Nationalpark zu machen. Mit einem 4×4 drive ging es über eine Fähre und sehr holprige Sandwege bis zu den Dünen, auf denen wir dann rumstreunerten. Dieser Ort ist etwas wirklich ganz besonderes – es bilden sich durch den Regen kleine Lagunen zwischen dem feinen Sand. Wir sind die Dünen rungergerannt, haben in den Lagunen gebadet und jede Menge Fotos gemacht, bevor es wieder über Stock und Stein nach Barreirinhas ging.