Punto del Diablo

Donnerstag bin ich in aller Hergottsfrühe aufgestanden und zur Fähre nach Montevideo in Uruguay gefahren. Die Überfahrt dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Weil mein Bus nach Punta del Diablo nicht vor Mittags ging, habe ich etwas Zeit im Café de Farmacia (wunderschönes Café in einer alten Apotheke) überbrückt. Erst am Abend bin ich in Punta del Diablo angekommen und von der Bushaltestelle 30 mins mot Sack und Pack zum Hostel gelaufen.Ich habe den winzigen Urlaubsort mit seinem Strand und seinen Cabañas noch kurz erkundet, bevor ich in meinem mit Latinos gefüllten, 24/7 laut Musik dröhnendem Hostel eingeschlafen bin. Weil mein Spanisch leider nicht fließend ist oder ich vielleicht auch etwas alleine sein wollte, habe ich fast 24h mit niemandem gesprochen und hatte stattdessen am nächsten Tag eine Surfstunde. Dann hab ich mir ein Fahrrad geliehen und mit in den angrenzenden Santa Teresa Nationpark geradelt. Die Strände dort waren super schön, aber der Weg dahin leider immer an einer grossen Straße entlang. Vor Sonnenuntergang habe ich mir noch schnell eine Stunde lang ein Surfbrett geliehen und meine Weiterreise organisiert.

Bienvenidos en Buenos Aires

In Buenos Aires angekommen, habe ich zuerst mit Seb & Domi aus Berlin gefrühstückt. Wir mussten uns erstmal updaten, was in den letzten Wochen in unseren Leben so passiert ist, aber es war toll, die beiden wieder zu sehen. Wir sind erst nach mittag aus unserem herzallerliebsten Airbnb aufgebrochen und haben viele Schritte gesammelt: Plaza Italia (an allen Ecken und Enden in Buenos Aires kann man den deutlichen Einfluss europäischer Einwanderer erkennen), die Botanical Gardens, ein süßes Hipstercafé, Palermo als toller Stadtteil mit vielen tollen Bars, Vafés und Restaurants. Weil die Inflation hier (leider für die Argentinier gar nicht gut) gerade bei über 200% liegt ist es als Euro-verdienender Mensch extrem günstig hier. Wir haben ausserdem noch das Museo de los Artes decorativos, ein
altes reiches Haus mit Kunst, besucht, eine gekühlte Abwechslung bei der stetigen Sonne.
Nach einem selbstgekochten Veggie Abendessen (als Fleischfresser kommt man in diesem Land mehr als auf seine Kosten) sind wir nach einem langen Tag in die Kissen gesunken und ich habe mal locker 12h geschlafen (da spielt definitiv auch die Zeitverschiebung rein).
Am nächsten Mittag nach entspanntem Frühstück auf der Dachterrasse sind wir zum Recoleta cemetery geubert (auch nur circa 3 Euro für eine halbe Stunde Fahrt). Dieser Friedhof ist wahnsinnig schön und mit den mal mehr und mal weniger gepflegten und imposanten Mausoleen extrem eindruckvoll. Ein beeindruckener Ort!
Im Anschluss haben wir die Recoleta Gegend erkundet, die eher ein reicher Stadtteil ist und an manchen stellen architektonisch nicht von Paris zu interscheiden ist. Der Alteno Buchladen in einem ehemaligen Theater ist wunderschön. Das Theatro Colon, der stadtbekannte Obelisk und der politische Sitz Casa Rojo trugen zu weiteren gelaufenen Kilometern bei.
Am Abend haben wir ein paar Bars in Palermo inkl. einer Gaybar ausgecheckt und sind erst in den frühen Morgenstunden nach Hause zurückgekehrt.
Auch Tag 3 sparte nicht mit Entdeckungen. Wir haben den etwas ärmeren Stadtteil La boca besucht, dessen bunte Häuser und Liebe zum ortsansässigen Fußballclub allgegenwärtig ist. Hier haben wir auch zum erstem mal Geld gewechselt und mussten trotz kleiner Summen in Euro ganze Bündel mit uns tragen. Für die zweite Hälfte des Tages stand der Staddteil San Telmo auf dem Programm. Dort ist es ein wenig künstlerischer veranlagt und der Baustil eher kolonial. Wir haben den Local im Park beim Tanzen zugesehen, ich habe mir eine Calabaza (Gefäß für den Hierba Mate, den die Einheimischen gefühlt IMMER trinken) gekauft und meine erste Empanada gegessen.
Auch zum Abendessen gab es extrem leckere Empanadas bei El Hornero in einer kleinen Markthalle. So gut!
Auf dem angrenzenden Platz fand noch eine Melonga statt, quasi eine Tangoaufführung mit anschließend offener Tanzfläche.
Den Sonntag habe ich alleine verbracht, denn die Jungs haben sich mehr Pärchenzeit gewünscht. Also habe ich mich verwöhnt: eine Massage, Kaffee im Bioma plant based Café mit Telefonaten nach Hause und dann bin ich einem Empanada craving folgend doch nochmal nach San telmo gefahren. Ich habe mir hier zunächst den sonntäglichen Markt angesehen und dann wieder Empanadas bei El Horneo gegessen. In der Schlange habe ich eine Britin kennengelernt, mit der ich dann noch gequatscht habe und mich für den nächsten Tag verabredet habe.
Montags sind Seb, Domi und ich mit dem Zug für einen Centbetrag nach Tigre gefahren, ein Ort am Flussdelta des Rio Plata. Wir haben dort eine Bootstour gemacht und ein paar süße kleine Cabañas gesehen – quasi ein Naherholungsgebiet für die Städter. Abends bin ich mit der Britin vom Tag zuvor und ihren Hostelmenschen zu „La bomba del tiempo“ gegangen, eine Trommelshow mit guter Stimmung.
Am Tag darauf habe ich eine sehr empfehlenswerte Free walking Tour im Recoleta gemacht, die mir viele Funfacts zur Geschichte Argentiniens zugetragen hat. Ich Habe mich über 3 Euro Green Juice & Café gefreut und mir für wenige Euro eine Maniküre geben lassen. Abends fand ein Dinner mit den Hostel Leuten statt, was dann noch in Drinks und den 30. Geburtstag von einem von übergegangen ist.
Den Mittwoch haben die Jungs und ich dann noch den Plaza Alemannia angeschaut und das MALBA, das Museum für moderne Kunst besichtigt. Ich bin noch etwas alleine durch Palermo gesteuert, bevor wir alle eine Tangostunde genommen haben. Das war tatsächlich anstrengend aber hat eine Menge Spaß gemacht. Ein letztes gemeinsames Abendessen gab es noch, bevor die Jungs zu einer Melonga und ich zum Packen nach Hause gegangen sind.

P.S. Singapur

Bevor ich allerdings wieder endgültig meine Reise beende, habe ich noch eine Nacht und einen Tag in Singapur verbracht. Ich habe bei Karen und June (Mutter und Tochter) geschlafen, die ich in Uluwatu beim Surfen kennengelernt hatte.
Die beiden waren super lieb und haben den letzten Tag großteils mit mir verbracht. Ich habe mit Karen eine Fahrradtour gemacht und dabei die klassischen Blicke auf die Stadt genossen. Dabei haben wir bei der hohen Luftfeuchtigkeit und den hohen Temperaturen gut geschwitzt
Später ist June dazu gestoßen und wir haben noch einen Walk in einem der vielen Parks dieser grünen Stadt gemacht. Ich bin dann noch in den Botanischen Garten und zu den Gardens by the bay gefahren. Die Stadt selbst ist natürlich sehr sauber und geordnet und obwohl die Menschen hier wahnsinnig zuvorkommend und freundlich sind, ist es mir für meinen Geschmack etwas zu künstlich und geradlinig.
Nach einem gemeinsamen Abendessen haben wir uns verabschiedet und ich bin an den Flughafen gefahren, um den Flieger Richtung Europa zu boarden.

Terima Kasih

Die letzten Tage habe ich nochmal in Uluwatu mit Surfen (angeblich mit Hai im Wasser), Sonnenuntergängen, viel gutem Essen, einem Bauchnabelpiercing und einigen schweren Abschieden verbracht. Es waren 10 Wochen Abenteuern, eine absurd gute Zeit, hunderte gute Begegnungen und eine Millionen neue Erinnerungen. Es fühlt sich etwas unwirklich an, wieder nach Deutschland und in mein Leben zurück zu kehren. Natürlich freue ich mich auf alle liebe Menschen, aber das Meer, die Freiheit und die Wärme werden mir fehlen!

Nusa Penida Runde 2

Nusa Penida hat auch beim zweiten Mal kein bisschen enttäuscht!
Direkt nach Ankunft hab ich einen Roller gemietet, der Tauchschule einen Besuch abgestattet, in der Vegan Soul Kitchen gegessen und mir eine phänomenale Massage abgeholt, bevor ich in die Feder gesunken bin.
Der nächste Tag sollte einfach wunderbar werden. In der Früh ging es zuerst mit dem Boot zum Manta Point, der Weg dahin war alleine wunderschön, an den Klippen der grünen Insel und diversen Felsformationen vorbei.
Endlich sollte sich ein kleiner Traum von mir erfüllen! Ich durfte mit Manta Rochen tauchen! Die sind einfach super elegant und riesig und einer ist sogar bis auf einen Meter an mich rangeschwommen.
Ziemlich stoked haben wir späterr auch noch einen zweiten Tauchgang mit krasser Strömung absolviert.
Aus irgendeinem Grund hatte ich wieder an Land etwas Kreislaufprobleme und musste erstmal in der Tauchschule rumliegen, bevor ich mit Claudia vom Tauchen lunchen konnte. Wir haben dann doch noch den Rest des Tages zusammen verbracht und sind bis an den wunderschönen Diamond Beach gescootert – immer wieder mit fantastischen Ausblicken auf die Vulkane der Nachbarinseln.
Nach erneuter Massage und Abendessen, bin ich wieder hundemüde eingeschlafen.
Der nächste Morgen begann wieder recht früh mit Claudia. Wir sind gemeinsam an den super bekannten Kelingking Beach gefahren und die unzähligen Stufen bis an den Strand geklettert. Auch wenn diese Orte super touristisch sind lohnt es sich doch sehr!
Noch am gleichen Tag bin ich wieder mit dem Speedboat nach Bali zurück und hab erst Billy und dann die Boys aus dem Camp getroffen, um in Canggu ein Konzert zu besuchen (leider ging es mir noch immer nicht blendend, also war ich nicht lange unterwegs, aber dadurch hab ich mir ohne nächtliches Pizza essen wenigstens nicht wie die anderen eine Lebensmittelvergiftung eingefangen). Der nächste Tag wurde ein richtiger Trödel-Tag mit Yoga, viel essen, Massage, etwas bummeln und dann der Rückkehr nach Uluwatu.