Nach einem hastigen Frühstück und einer chaotischen Anmeldung sind wir zu zwölft in einen Jeep gestiegen und nach Verlassen der Stadt über eine ziemlich holprige Straße bis zu einem Dorf gefahren. Dort gab es Mittagessen und der Treck begann. Wir sind zunächst nur 2-3 Stunden gelaufen, bis wir an unserem Camp angekommen sind. Durch die Hitze und die Luftfeuchtigkeit ist man einfach permanent nass. Und wenn das nicht reicht, kommt noch Sonnencreme und die Tonnen an Moskitospray dazu. Diese Viecher sind hier leider überall in Scharen anzutreffen, so gut wie jeder Wanderer kommt total zerstochen zurück.
Zum Abkühlen und Saubermachen konnten wir an einem kleinen Wasserfall in dessen See springen. Der Abend wurde viel mit Uno-Spielen verbracht, unsere Gruppe ist da echt überragend für!
Am nächsten Morgen um 5.15 wurden wir wieder aufgeweckt, es gab schnell Frühstück und los ging das muntere Wandern: Durch den Djungel im ständigen Kampf mit den Moskitos, der Feuchtigkeit, der Anstrengung, dem matschigen und rutschigen Boden,…
An der Mittagsstation konnten wir und an einer Liane in einen super klaren Fluss schwingen. Dort gab es dann auch Lunch, bevor ein krasser Anstieg begann. Es war wirklich mit eine der anstrengendsten Wandertage, die ich je hatte. Aber wenn man Mal durch einen Fluss waten, Mal über eine Hängebrücke wackeln muss, mit Ananas, Wassermelone und Schokolade versorgt wird sowie eine gute Truppe hat, ist auch das machbar! Ziemlich platt sind wir im Camp 2 angekommen. Es hat noch für eine Dusche, viel Popcorn, das Abendessen und ein paar Runden Uno gereicht, dann bin ich um 20.00 Uhr (!) ins Bett gegangen.
Am Tag 3 des Trecks gab es schon gegen 5.00 Uhr Frühstück und dann sind wir über einen Djungelweg zu den 1200 Stufen der Lost City gehiked. Es war trotz der noch nicht ganz so hohen Temperaturen anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Als erste Gruppe konnten wir die ehemalige Stadt und ihre Terassen erkunden, haben einiges an Infos erhalten und konnten tolle Fotos schießen. Ein bisschen Magie ist auch hier noch erhalten…
Zurück im Camp gab es dann Mittagessen und anschließend ging es wieder den steinigen, matschigen und steilen Weg zum Nachtlager. Dort haben wir einem Indigenen dabei zugesehen, wie er aus einer Pflanze Faden gewonnen hat. Wir haben ein bisschen auf das Abendessen gewartet (endlich Mal nicht Reis) und anschließend gab es noch ein Get-Together mit einem Einheimischen, der uns viel über seinen Stamm erzählt hat und seine Poporo gezeigt hat (ein komischer Zeitvertreib). Wir sind wieder vor Neun im Bett gelegen.
Der letzte Tag bestand wie immer aus Mücken, Hitze und Schweiß. Aber wir haben es gemeistert!
Mit Jeep ging es dann wieder über Stock und Stein zurück nach Santa Marta, wo wir leider aufgrund eines leeren Wassertanks zwei Stunden auf die heiss ersehnte Dusche warten mussten…
Autorenarchiv: lara
Santa Marta/Taganga
Mein Hostel in Santa Marta war wirklich richtig krass! Leider habe ich den Pool, den Kinoraum, die Riesenschaukel und die Tage Hängematten nicht genutzt, sondern meine Wäsche gewaschen, sie in den Sturm gehängt und dann in einem frischen guten Bett geschlafen.
Am nächsten Morgen musste ich meine Klamotten aus allen Ecken/Bäumen zusammen suchen, in die sie der Wind verteilt hatte.
Ich bin ins Hostel von Nicole umgezogen und dann mit ihr und einem Freund an den Strand von Taganga gefahren. Dort haben wir mit dem Boot nach Playa Grande übergesetzt und dort im Schatten, Wasser und kurz auch in der Sonne gechillt, bis uns am Nachmittag das Boot wieder abgeholt hat. Vor dem Sonnenuntergang haben wir noch die Jungs getroffen, uns leider von ihnen verabschiedet (sie fliegen heim) und später im Hostel Wraps gemacht. Wir haben noch alles zusammen gepackt, was wir für den Lost City Treck brauchen und haben uns dann schlafen gelegt.
Cartagena
Nach meinem erstaunlicherweise pünktlichen Flug habe ich mich zum Hostel bringen lassen und bin quasi direkt ins Bett gegangen.
Der nächste Tag war irgendwie seltsam. Mein Nachmittagsprogramm (die Free Walking Tour) wurde abgesagt, ich war permanent müde von der Hitze und ganz alleine und einsam bin ich durch die wunderschönen Gassen der Kolonialstadt getigert. Die Häuser hier sind super goldig, bunt, mit kleinen Balkonen und blühenden Rankengewächsen. Der historische Teil der Stadt ist wirklich sehr touristisch, aber auch wirklich hübsch. Nach einem Mittagsschlaf bin ich noch zum Stadtstrand, dem ‚Boca Grande‘ gelaufen. Dort habe ich noch den Sonnenuntergang erwischt und mich von einer der Muddis dort belabern lassen, das sie mir die Haare flechten darf. Die ganze Sache hat dann mit Kunsthaaren in dunkelbraun den Abend in Anspruch genommen. Das Ergebnis sah ziemlich ulkig aus. Eigentlich nur 90 Prozent doof (besonders oben auf dem Kopf), mit einer besseren Farbe und mehr Zöpfchen hätte es sogar etwas werden können.
Nun ja, mit hüftlangen dunklen Zöpfen bin ich dann zum Hostel zurück, nur um dort 2 Stunden lang diese interessante Frisur wieder in den Normalzustand zu bringen.
Schweißgebadet, wie man hier nach jeglicher Aktivität ist, habe ich mich unter die Dusche gestellt und anschließend auf ‚die Jungs‘ gewartet, mit denen ich dann noch zwei weitere Leute abgeholt habe. Alle zusammen sind wir auf einen Platz vor einer Kirche im Stadtteil Getsemani gegangen, wo Gaukler und Tänzer bis ca. 2 Uhr nachts eine Show hingelegt haben.
Gegen 4 war ich dann wieder im wohlklimatisierten Hostelbett.
Nach einem langsamen Start in den Tag habe ich mich -wieder alleine- auf den Weg zum Playa Blanca gemacht: erst ein ewig dauernder Local-Bus, dann eine Motorradfahrt. Der Strand ist bis zu einer gewissen Uhrzeit wahnsinnig überlaufen mit Kolumbianern und ein paar einzelnen Touristen, die im Meer Nass Abkühlung suchen. Gegen späten Nachmittag aber, wenn die Sonne ein herrliches Licht wirft, legt sich der Trubel langsam. Spätestens mit dem Eintritt der Dunkelheit ist hier nichts mehr los, außer ein paar Aussteigern, die -wie ich- in Hängematten und Zelten am Strand übernachten.
Mit malen, Musik hören und lesen habe ich den Abend gekillt. Insgesamt irgendwie angenehm und irgendwie einsam. Ich habe Mal wieder festgestellt, das ich wirklich nicht sehr gerne alleine bin.
Obwohl ich nachts ein bisschen gefroren habe, war es erstaunlich bequem in der Hängematte und entgegen aller Erwartungen bin ich nicht um 6 Uhr aufgewacht. Trotzdem habe ich nicht mehr viel Zeit am Strand verbracht und habe mich wieder mit dem Moto nach Passocaballos Bringen lassen, wo direkt ein Bus nach Cartagena kam. Da dieser aber leider unterwegs zusammengebrochen ist, mussten alle umsteigen, sodass der nächste Bus übervoll war. Bei einem Einkaufszentrum habe ich mich rausschmeißen lassen, bin kurz shoppen und Kaffee trinken gegangen, habe noch ein wenig das Viertel Getsemani besichtig und bin dann ins Hostel, um meinen Shuttle nach Santa Marta zu nehmen.
San Andrés, Teil 2
Tag zwei meines Advanced Diver war definitiv ein Tauch-Highlight!
Trotz Müdigkeit habe ich mich in die Fluten gestürzt und musste ein paar Aufgaben unter Wasser erledigen (z.B. Rechenaufgaben oder Farben bestimmen, um die Veränderungen in 30m Tiefe zu zeigen. Wir haben eine krass massive Muräne gesehen, die größte Languste, tausende Fische, darunter beeeinducke Löwenfische und einen riesigen Korallengarten.
Bei meinem zweiten Tauchgang musste ich zunächst mit dem Kompass navigieren und ein Viereck schwimmen. Danach haben wir das Schiffswrack erkundet, sind durch rostige Luken geschwommen, haben die Zylinder des Montors gezählt, auf dem Controlboard die deutschen Beschriftungen freigekratzt, wieder eine fette Muräne und eine Languste gesehen und dann war der Spaß auch schon vorbei.
Am Nachmittag habe ich mit der frisch eingetroffenen Claire gekocht und dann sind wir in der Stadt umher gelaufen, bis wir den Abend mit Snacks am Meer ausklingen lassen haben.
Nachts wurde mitten in unser Zimmer noch ein Extrabett gestellt, sodass wir weder atmen noch uns bewegen können.
Wir haben uns Fahrräder geliehen und sind zur Erkundung der Insel aufgebrochen: immer am Meer entlang haben wir eine Runde gedreht, dabei das krasse Blau bewundert und uns über das Geschenk gefreut, das wir hier sein dürfen. Wir waren bei ‚La Piscinita‘ wo man leider Eintritt bezahlen muss und die nationalen Touris Fische mit Toast füttern und schnorcheln. Danach haben wir das Kokosnuss-Haus gesucht, was komplett aus Kokosnuss bestehen soll und uns anschließend an den Strand von San Louis gelegt, der wesentlich kleiner und weniger überlaufen als der Hauptstrand war. Dort haben wir aus einer Kokosnuss getrunken und im Meer geschaukelt.
San Louis selbst versprüht richtig Karibik-Feeling mit seinen bunten Häuschen, dem Strand, den Palmen, den auf der Veranda rumlungernden Locals und einigen rostigen Booten am Ufer.
Nach gutem Kaffee in der Stadt sind wir wieder zum Hostel geradelt und haben lecker gekocht.
Abends mussten wir leider wieder in unserem völlig unerfüllten Dorm, ohne Bewegungsfreiheit oder frischer Luft schlafen. Es wird Zeit den Laden hier zur verlassen.
Mit dem Taxi ging es zu Claires neuem Hostel: so viel besser (leider auch so viel teurer)! Von dort sind wir zum Cocoplum Beach gestartet, wo wir uns im Schatten an den Traumstrand gelegt haben. Um die Mittagszeit haben wir uns einen Kaffee im Zentrum gegönnt und sind ausgiebig im Internet gesurft.
Nach einer wunderbar säubernden Dusche und einer Kochsession mussten wir uns leider auch schon verabschieden und ich bin Richtung Flughafen gefahren.
Bye bye Paradies!
San Andrés, Teil 1
Nachdem ich die Stadt, mit der ich bessere Freunde hätte werden können, morgens um 6.30 Uhr verlassen habe, musste ich mit einem Mitreisenden am Flughafen die fast zwei Stunden Verspätung abwarten. Die anderhalb Stunden Flug auf die Karibikinsel San Andrés neben Niqueragua habe ich fast komplett verschlafen.
Vom Airport ging es mit einem viel (!) zu teurem Taxi zum Hostel, was im Internet als immer ohne Ansprechpartner und generell sehr schlecht bewertet wurde (aber nun ja, es ist das günstigste der Insel). Dort angekommen wurde ich super freundlich empfangen, das Hostel war sauber, hübsch, vielleicht ein bisschen leer und ein Stück ab vom Schuss.
Bis auf die Lage und das WiFi kann ich auch bis jetzt absolut keine Mängel finden, was am Besitzerwechsel liegen könnte.
Ich bin hinten auf dem Jeep der Besitzerin ein Stück mitgefahren und den Rest in die Stadt gelaufen.
Dort habe ich die Tauchschule aufgesucht, mich angemeldet, deren exzellentes WiFi benutzt und den Ami aus dem Flieger auf einen Kaffee am Strand mit Blick auf das türkisblaue, durchsichtige Wasser getroffen… Im Dunkeln bin ich heim, wobei ich mich etwas unwohl gefühlt habe. Nachdem ich gekocht hatte und ein bisschen Tauch-Infos gelesen habe, bin ich ins Bett gefallen.
Heute morgen um 7.45 wurde ich schon wieder von der Tauchschule abgeholt.
Nach ein bisschen Vorbereitung sind wir dann am ersten Spot getaucht. Es war wie immer entspannen hoch zehn (:
Zusammen mit einem weiteren Tauchgang habe ich Rochen, Krabben, Kugelfische und noch viel mehr gesehen!
Den Nachmittag habe ich mit den deutschen Jungs verbracht, bis ich wieder zum Nachttauchgang gegangen bin. Im Sonnenuntergang sind wir mit dem Boot raus, haben gewartet bis es fast dunkel war und haben uns dann ins Wasser gestürzt. Es war echt super cool! Mit der Taschenlampe im schwarzen Meer tauchen, die Nachtjäger bewundern, Langusten, Kraken, Kugelfische, flureszierendes Plankton…
Die Rückfahrt war zwar verdammt kalt, aber zum Glück auch kurz!
Am Abend habe ich mich über eine Umwege mit den vier Jungs in der ‚Stadt‘ getroffen, die merkwürdig feierfaul war. An der Strandpromenade hatten Leute ein paar Boxen aufgestellt und Einheimische haben locker Salsa getanzt. In einer plastikbestuhlten „Bar“ haben wir etwas getrunken und irgendwann hat einer der Angestellten seinen Laptop ausgepackt und einen auf DJ gemacht. Mitten auf dem Gehweg ist eine Party ausgebrochen: Chilenen, Iren, Französinnen, Deutsche, Kolumbianer, Jamaikaner alles dabei…
Es war richtig witzig und deshalb bin ich viel zu spät ins Bett, was ich heute morgen fast ein bisschen bereut habe.