Nach einer endlos langen Suche nach Frühstück wird mir dann letztendlich die teuerste Portion purer Reis jemals vorgesetzt. Laune unten.
Auch der Umtausch der vietnamesischen Dong in Dollar ist komplizierter als gedacht. Man kann in einer Bank zwar Dollar in Dong tauschen, nicht jedoch andersherum. Wieso zur Hölle? Wir werden auf Schmuckläden verwiesen, die den Job übernehmen. Nun ja.
Dann leihen wir uns jedoch Fahrräder aus und der Tag nimmt eine erfreuliche Wendung. Wir radeln an den Sam Berg, einer Pilgerstätte, die gänzlich vom Tourismus verschont ist.
Hier schauen wir zunächst einen Tempel an, der zur Hälfte aus dunklen Gängen durch Felsen und Höhlen mit Statuen besteht. Super!
Dann erklimmen wir durch Friedhöfe, Wohnhäuser, Cafés mit Hängematten und kleine Altare hindurch den Berg. Es ist unfassbar heiß und es gibt so viele Stufen!
Aber: es lohnt sich! Der Ausblick ist wunderschön, man kann bis nach Kambodscha rüber gucken. Und auf dem Berg ist es irgendwie friedlich.
Dann geht es alles Treppen wieder runter und mit dem Rad zurück nach Chau Doc.
Nach Mittagspause und -schlaf suchen wir abends wieder Dinner. Da wir früh dran sind ist das viel einfacher. Scheinbar essen die Vietnamesen gerne früh zu abend…
Morgen geht es um 6.30 Richtung Kambodscha, wo wir eine Reunion mit vielen Leuten von der Uni feiern!
Tag 40, Can Tho, Vinh Long -> Chau Doc
Wir machen ein do-it-yourself-Frühstück mit Baguette, Bananen und Reiskuchen vom Markt und Erdnussbutter. Reiskuchen ist ganz lecker und aud jeden Fall traditionell, aber nicht für jeden Tag. Die Bananen schmecken wie eigentlich alle Früchte besser als daheim.
Danach brechen wir mit unserer Krücke von Roller auf nach Can Tho. Nicht ohne sich wenigstens ein bisschen zu verfahren brausen wir letztendlich über eine sehr beeindruckende Riesenbrücke in die Stadt. Es gibt allerdings nicht viel zu sehen. Außer einem klassischen Markt und kleinen Läden entdecken wir nichts beim Durchkämmen der Straßen.
In einem kleinen Café beschließen wir daher zurück nach Vinh Long zu fahren.
Mit ein paar Abkürzungen ‚Asiastyle‘ finden wir schnell zurück, machen ein Picknick am Fluss und ruhen dann ein wenig. Die Hitze bringt einen praktisch in einen Zustand des Dauermüdeseins.
Am Nachmittag geht es weiter mit dem Local Bus. Wie immer ein Erlebnis. Diesmal im Program: Redselige Vietnamesen, Rauchen erlaubt, Massgen auf dem Sitz vor uns, eine Fahrt wie immer ins Ungewisse.
Wieder wird es dunkel und wir sind noch immer nicht angekommen…
Dann schaffen wir es (wie immer) doch, werden mal wieder überteuert von Motorradboys zum Guesthouse gebracht und brechen fast sofort den Kilometer bis ins Center auf, um auf Dinnerjagd zu gehen.
Es gibt bei einer Straßenmuddi Banh Mi 😉
Tag 39, Vinh Long/ An Binh
Es geht um 6.15 mit einer Touri-Tour los. Aber wir sollen positiv überrascht werden.
Es gibt Frühstück auf dem Boot, wir sind eine kleine Gruppe und wir fahren erstmal eine Stunde über den Mekong, vorbei an kleinen Inselchen und Seerosenbüscheln. Immer wenn einer aufsteht kippt das Boot fast.
Wir passieren die schwimmenden Märkte, wo wir mit Jackfruit versorgt werden.
Beim ersten Stop dürfen wir Honig von der Insel-Imkerei probieren. Super lecker!
Wir fahren wieder Boot, machen eine Pause bei der wir mit Obst versorgt werden und eine riesige Python zum Spielen rausgeholt wird.
Hier stehen auch Bonsai-Gärten zur Schau.
Wir steigen um in kleinere Bootchens, die von alten Mamis mit Rudern betrieben werden, dürfen Reishüte aufziehen und werden über kleinere Flüsse geschippert.
Dann geht es zurück ins ursprüngliche Boot, was uns zu einer kleinen Manufaktur bringt.
Dort wird uns erklärt wie hier „Reispopcorn“ gemacht wird (anstatt Feuer werden hier überall Reishülsen verbrannt, die auf überladenen Kähnen herangefahren werden).
Wir erfahren, wie man hier ‚Karamell‘ zusammen mischt, wie die Reispuffer hergestellt werden und dürfen alles probieren.
An der nächsten Station zeigt man uns die Herstellung von Reispapier.
Dies und Reiswein (auch den mit den eingelagerten Schlangen!) dürfen wir wieder verkosten.
Dann zeigt man uns noch wie der Coconut-Candy hergestellt wird, der wird sogar handverpackt!
Am Ende dürfen wir nochmal alles schnabulieren und dann geht es zurück zum Festland.
Wir machen kurz Pause und mieten einen Roller.
Über die Fähre zu anderen kleinen Inseln geht die Fahrt, auf der wir uns wie immer in den Straßen verlieren.
Mit schmerzendem Hintern fahren wir zurück ins Hotel, ruhen uns aus und machen uns auf zum Abendessen.
Tag 38, Hoc Mon -> Vinh Long
Nach einem sehr deftigen Frühstück packen Jürgen und Hoa und mitsamt riesigen Backpacks auf die Roller und es geht Richtung Distrikt 10, Saigon. Es ist eine wilde und unfassbar unbequeme Fahrt, aber dank der Zwei verirren wir uns diesmal nicht 😉
Hoa klärt den Bus für uns ab und dann brechen wir überstürzt auf. Es war eine schöne Zeit bei den Drei!
Die Durchsagen vom Busfahrer verstehen wir absolut nicht und nur weil sich ein Mitreisender erbarmt wissen wir ungefähr was abgeht.
Der Bus bringt uns bis nach Vinh Long im Mekong-Delta. In dieser untouristischen Stadt werden wir von zwei Motorradboys ins Zentrum gebracht. Dann geht die Hotelsuche los. Wir finden etwas günstiges und erkunden die Stadt. Tatsächlich ist die nicht auf Touris ausgelegt. Auf dem riesigen Markt geht es heiß zu. Restaurants gibt es kaum und als Vegetarier ist es mal wieder ein Graus.
Obwohl das Reisen wundervoll ist, ist dies mal wieder einer jener Momente, in denen ich mich richtig arg wieder auf Zuhause freue!
Tag 37, Hoc Mon, Cu Chi Tunnels
Wir schlafen ein wenig länger und werden zum Frühstück eher vietnamesisch verköstigt: kommt nahe an Nudelsupp‘ ran.
Nach ein bisschen entspannen und Unterhaltungen mit Jürgen fahren wir mit dem Roller Richtung Cu Chi, wo die Tunnel der Guerilla-Kämpfer aus dem Vietnamkrieg zu sehen sind. Die Vietnamesen haben hier 10 Jahre unter der Erde gelebt, um die Amerikaner zu überlisten.
Nach einer ungewollten Spazierfahrt durch die Gegend kommen wir irgendwann an.
Mit einem Guide und einer kleinen Gruppe werden wir über das Gelände geführt. Zuerst ziehen wir uns ein vietnamesisches Propagandavideo rein. Nun ja…
Dann dürfen wir durch Bunker (mit Spinnen und Fledermäusen) und Tunnelsysteme (die obwohl schon für Touris geweitet trotzdem beengend) zum Teil auf allen Vieren kriechen. Schwer vorstellbar, dass das hier einst das Leben von Menschen war.
Dreckig und verschwitzt nimmt uns ein vietnamesisches Paar ein Stück Richtung Hoc Mon, damit wir uns nicht wieder kläglich verirren.
Abends mästet uns Hoa wieder mit köstlichem Essen. Zum Platzen voll werden noch ein paar politische Diskussionen mit Jürgen geführt (seine Spezialität).







