Wilson’s Prom

Freitags bin ich mit Luke Richtung südlichster Zipfel des australischen Festlands aufgebrochen.
Wilson’s Promontory wurde mir bereits mehrfach empfohlen und auch ich wollte dieses herrliche Fleckchen Erde bewandern.
Luke musste allerdings unterwegs noch ein paar Sachen an seinem vermieteten Haus reparieren und die Fahrt hat sich gezogen, sodass wir erst in der Dämmerung am Parkplatz im Nationalpark angekommen sind.
Tatsächlich war also der Plan, einen 4 Tages-Hike in etwas unter 2 Tagen zu machen.
Zusätzlich hat es am Abend ziemlich geregnet, sodass wir mit 10 Kilo auf dem Rücken und Stirnlampen durch die Dunkelheit und den Matsch gestolpert sind.
Den ersten Campingplatz haben wir dann direkt in das Lager für die Nacht umgewandelt und die Kälte mit tausenden Lagen Klamotten bekämpft.
Es ist allerdings schon ganz lustig, von einem Opossum mit Baby beäugt zu werden, während man den Essensbeutel mit einer Schnur am Dach der Rangerstation festbindet (selbiges Opossum hat auch die ganze Nacht randaliert und versucht, doch irgendwie unser Essen zu klauen).
Tag zwei hat dann deutlich weniger nass mit Blick vom Schlafplatz aufs Meer begonnen. Da wir aber wieder Mal ein bisschen langsamer waren als geplant -man muss die Sonne schon auskosten – haben wir kurzerhand den Plan des vollen Loops zum Leutturm umgeworfen und eine kürzere Route gewählt. Man braucht ja immer einen Grund, zurück zu kommen 😉
Die Natur hier umwerfend und das Wildlife geht gerne auf Tuchfühlung. Das Meer hat immer wieder durch die Bäume geglitzert oder am Strand in satten Farben gestrahlt.
Wir konnten sogar einem Seehund beim Surfen und einer Delfinschule beim fischen zusehen.
Weil uns 20 Kilometer mit Gepäck noch nicht genug waren, sind wir spontan noch 7 Kilometer an den Strand gerannt (wirklich jetzt!), um die Sonne kurz vor Untergang zu erwischen. Es hat sich gelohnt! Und wieder überall Sterne, die Milchstraße und Sternschnuppen. Ich werde es so vermissen.
Tatsächlich war der Wandertag auch dann noch nicht vorbei: wir haben beschlossen die Runde noch zu vollenden und weitere 7 Kilometer durch die Dunkelheit zurück zum Auto zu wandern und dort im Swag auf der Ladefläche zu schlafen um uns die morgendliche Wanderung zu ersparen und direkt nach Melbourne zu starten.

Definitiv ein magischer Ort!

Die Zeit rast…

Nach Tasmanien habe ich nochmal zwei Wochen in Melbourne verbracht:
Krankenhaus, arbeiten im Café, Spiel und Spaß in der vibrierenden Stadt.
Tatsächlich habe ich glaube ich mittlerweile sämtliche OP-Shops in einem Radius von 30km durchstöbert, war ein paar Mal Feiern und habe die kulinarischen Seiten Melbournes sehr ausgereizt. Mittlerweile bin ich ein kleiner Trivia-Night Profi geworden und hab einige Museen auch von innen gesehen.
Melbourne überrascht mich immer wieder: sei es die Installation des sonst in N.Y. beheimateten ‚Rain Rooms‘ oder spontane Open Stage mit wahnsinnig begabten und doch herrlich normalen Menschen aus dem Publikum im Pub.
Ich liebe es einfach, mit den lieben Menschen hier immer wieder neues zu entdecken und bin quasi keinen Abend Zuhause.
Es wird mir das Herz brechen, das alles gehen zu lassen.