Nach einer kleinen Runde durch Melbourne mit den wohl besten Croissants, sind Bex, ihre Freundin und ich Richtung Meer gefahren und haben unsere Sachen in dem Haus in Jan Juc abgestellt, aus dem Bex und James jetzt ausziehen.
Dann sind wir direkt Mal bei untergehender Sonne surfen gegangen. Es ist wirklich beeindruckend schön hier. Noch viel beeindruckender ist es allerdings, wie normal das Meer, die Wellen und das Surfen für die Leute hier sind. Es ist ein bisschen wie schnell eben eine Runde Joggen gehen…
Am Abend haben wir noch gekocht, Monopoly gespielt und mit den Mitbewohnern gequatscht.
Heute ging es nach einer Portion Porridge (classy) ans Meer und direkt in die Wellen.
Es hat Mal wieder wahnsinnig viel Spaß gemacht. Leider wurde ich überfahren und jetzt muss meine Board erstmal zum Doktor…
Wir drei Mädels haben einen kleinen Spaziergang durch eine Schlangen-Brut-Gegend gemacht, die allerdings eher gerade Winterschlaf halten. Die Aussicht aufs Meer war überragend.
Nach Zusammenkunft mit James und Pizza am Meer haben wir die letzten Sachen der zwei in einen Umzugswagen geladen und sie haben mich nach Geelong zu meiner Couchsurf-Gelegenheit gebracht.
Ich bin ein wenig verunsichert, wie die nächsten Wochen werden, muss mich noch ganz schön viel orientieren und bin manchmal ein bisschen verloren. Außerdem sollte ich unbedingt mein Englisch weiter trainieren, es scheint etwas eingerostet…
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Melbourne Part I
Glücklicherweise kam mein Gepäck in einem Stück, wie gewünscht an und ich habe auch James schnell gefunden, der mich netterweise vom Bahnhof abgeholt hat.
Ich habe erstmal ausgeschlafen und dann bin ich losgezogen und hab einige Erledigung -wie zum Beispiel eine neue Simcard zu besorgen – gemacht.
Ich habe im Anschluss noch einen Freund auf ein Bier bei seiner Arbeit getroffen und mit Bex und James gekocht.
Insgesamt bin also einfach Mal 20 Kilometer durch die Gegend gelaufen, was in Melbourne doch recht schnell zusammenkommt.
Mittwochs bin ich dann tatsächlich nach 6 Jahren Mal wieder zu meinem ehemaligen Job im Café gelaufen und bei der Wanderung durch die altbekannte Gegend hab ich mich ganz komisch gefühlt: alles seltsam vertraut und doch so anders. Auch die noch so vertrautesten Wege haben sich irgendwie verändert.
Besonders das Hafenviertel ‚Docklands‘, was ‚damals‘ noch eine einzige Baustelle war ist inzwischen voll mit Hochhäusern und Restaurants.
Ich war gefühlt ewig bei meiner alten Chefin im Café und wir haben viel gequatscht. Zee und Eran haben mich direkt zum Abendessen am nächsten Tag eingeladen.
Ich habe noch schnell eine Joggingrunde mit Bex durch den Albert Park gedreht, wo um Ostern rum immer das Formel 1 rennen stattfindet, auf dem ich auch schon Sebastian Vettel getroffen habe.
Am Abend bin ich dann noch mit Luke zu einem Freund in die weiteren Vororte von Melbourne zu einem Bandkollegen gefahren, wo es überhaupt nicht mehr nach Stadt aussieht, sondern sehr wir australisches Land: Grüne Bäume, Briefkästen an der Strasse mit langen Einfahrten, Feuerstellen im Garten, hügelige Weiten mit wunderschönem Blick.
Ich habe neben mehreren kleinen Privatkonzerten und einem Sneak-Preview des neuen Albums auch ein bisschen Gitarrenunterricht bekommen 😀
Den nächsten Tag habe ich mit Bex und ihrer Freundin aus Neuseeland verbracht: durch die Stadt streunern, South Melbourne Market, Kaffee hier, Snacks da.
Zum Glück war Mal wieder die Sonne draussen, sodass wir einfach viel durch die Gegend gelaufen sind.
Am Abend bin ich dann zu Zee und Eran zum Abendessen, war wirklich schön, Mal wieder mit den Zweien abzuhängen.
Ein holpriger Start ins Abenteuer
Dezent nervös -jedenfalls witzigerweise nervöser als vor meinem jüngst zurück liegenden Staatsexamen- hat meine Mama mich mit meinem treuen Backpack und einer vollgepackten Surfbag in Frankfurt am Flughafen abgeliefert.
Leider wurde ich direkt am Schalter von Emirates schon ein bisschen in Aufregung versetzt.
Es stellte sich also heraus, dass das „freie Sportgepäck“ nur zusammen mit dem normalen Gepäck 25kg wiegen darf, sodass ich direkt Umpacken durfte, ein paar Sachen am Flughafen lassen durfte und mein Handgepäck aufgestockt habe (denn das wiegt ja keiner!).
Nach etwas Stress aber sehr freundlichem Personal, dass dann auch noch zwei Augen zudrückte durfte ich also doch alles mitnehmen.
In Dubai wollte man mir dann noch meine Leash abnehmen (die ja nur wegen meiner umpack-action überhaupt in meinem Handgepäck gelandet war), weil ich ja potentiell jemanden damit strangulieren könnte.
Weil ich mich aber doch recht wortgewandt dagegen gewehrt habe und die Dame am Sicherheitscheck glaube ich auch einfach keine Lust auf Diskussionen um 1 Uhr nachts hatte, durfte ich aber wieder alles mitnehmen, was ich wollte.
Und jetzt sitze ich bei 31° Außentemperatur im Alpaca-Pullover am sehr großzügig klimatisierten Flughafen in Dubai und warte auf meinen Anschluss nach Melbourne.
Ich glaube, ich habe meinen Schal verloren. Und ich hoffe, mein Gepäck kommt vollständig und im Fall meiner Surfbretter in einem Stück/heile in Australien an.
Hat ja schließlich niemand gesagt, dass solche Abenteuer einfach werden…
Special Edition: Skip Summer!
…denn wer braucht schon Sonne, Vitamin D oder Grillabende an langen, lauen, Sommernächten?
Stattdessen vielleicht doch lieber alte Freunde treffen, durch Melbourne stromern und die Südküste unsicher machen während man sich das australische Gesundheitssystem kennen lernt?
Vielleicht etwas unspektakulärer weil weniger mobil aber sicherlich nicht weniger lehr- und erfahrungsreich gestalten sich für mich die nächsten 4 Monate.
Viel Spaß dabei und einen schönen Sommer (:
Isla Holbox
Nach einer Busfahrt, viel Regen und einer schaukeligen Fahrt mit der Fähre sind wir an meinem letzten Stop, der Isla Holbox angekommen.
Die Insel war leider so überschwemmt (und allem Anschein nach überhaupt nicht auf Regen vorbereitet), dass wir schon unterwegs die Schuhe ausziehen und quer durch gigantische Matsch-und Wasserpfützen waten. Unser Hotel hier ist noch recht neu, super goldig und vielleicht ein wenig unorganisiert, das einzige wirkliche Manko die Klos (die entweder nicht funktionieren oder deren Riegel einen für geraume Zeit einsperrt, wie ich direkt am ersten Abend erfahren durfte).
Wir haben direkt Maike und Timo wiedergetroffen und sind mit ihnen einen guten Kaffee trinken gegangen, haben den Sonnenuntergang versucht zu finden und abends essen gegangen (super lecker!).
Unseren ersten richtigen Tag auf der Insel haben wir viel mit am Strand liegen und an der Bräune arbeiten verbracht, auch wenn die Sonne selbst die meiste Zeit hinter den Wolken verborgen blieb. Gegen Abend hin haben wir nochmal einen zweistündigen Spaziergang zum ‚Puncto Mosquito‘ gemacht und dort Flamingos betrachtet, nur um danach noch ein letztes Mal Taco Abend zu machen und eine Runde Monopoly zu spielen.
Der letzte richtige Tag fernab von Zuhause begann mit Hostelfrühstück und wurde mit Zeit am Strand/Meer fortgeführt, diesmal sogar ohne regnerische Unterbrechung und dafür mit Pausen, bei denen wir die letzten Pesos verbraten haben.
Der letzte Abend in Mexiko wurde von einem wunderschönen Sonnenuntergang und Kartenspielen gekrönt, der letzte Morgen von einem leckeren Frühstück.
Am Vormittag habe ich mich dann alleine mit der Fähre und dem Shuttle auf nach Cancun zum Flughafen gemacht, wo ich wegen reibungslosem Ablauf (wenn man Mal außer acht lässt, dass ich noch Ausreisegebühren beschaffen und bezahlen musste) vier Stunden lang Zeit verbracht habe.
Das war es dann Mal wieder. Fast neun Wochen Abenteurer. So viele Geschichten und Erinnerungen, viel gesehen, viel gelernt, viel GELEBT.
Die letzten Semesterferien waren es wohl -garantiert aber nicht die letzte Reise…