Great Ocean Road

Etwas verspätet habe ich Levis Haus verlassen und mich mit meinem voll gepckten Auto auf der Great Ocean Road entlang Richtung Warrnambool aufgemacht.
Ich hab einen Zwischenstopp in Lorne bei Kaffee und Kuchen gemacht und immer Mal wieder bei Lookouts gehalten. Die Great Ocean Road ist definitiv einr wunderschöne Strasse und von Teddy’s Lookout über die Apollo Bay sowie den Kenneth River, an dem man Koalas, jede Menge Kakadus und Papageien in freier Wildbahn sehen kann, über die zwölf Apostel bin ich ewig lange gefahren.
Bei Johanna Beach habe ich sogar Mal wieder wilde Kängurus gesehen und bin im Dunkeln erst im ländlich verschlafenen Warrnambool angekommen.

Meine Mitbewohner und alle anderen Studenten sind gerade ausgeflogen in ihren zwei Wochen Urlaub und so ist in dieser Stadt noch mehr ‚tote Hose‘ angesagt als ohnehin schon.
Mal sehen, was sich hier so machen lässt, um der Langweile Einhalt zu gebieten.

Long time No hear

Lang‘ lang‘ ist’s her seit meinem letzten Update und meine Zeit in Geelong ist mittlerweile schon quasi rum.
Ich habe Levi auf seine Europareise verabschiedet und seitdem das Haus und Auto für mich alleine.
Ich war zwar fast jeden Tag im Krankenhaus, hatte aber trotzdem ausreichend Zeit, das Leben zu genießen.
Dementsprechend war ich einige Male am Meer (Wetter und Wellen leider nicht besonders gut, daher hab ich dann doch lieber nur geguckt oder Kaffee getrunken).

Ich war mit Paige und Jo, zwei Paramedics klettern und Bürger essen, habe mein eigenes Auto von James bekommen (Hallo Mobilität!), immer Mal wieder Leute getroffen und war über das Wochenende campen mit Freunden „von damals“.
Wir hatten erstaunlich gutes Wetter, haben irgendwo im nirgendwo im Yarra Valley gecampt und zwei Nächte hintereinander ein sehr rauchiges Lagerfeuer gemacht. Es hat ziemlich viel Spaß gemacht: von Drohnen fliegen über Stockbrot lehren, Lagerfeuer-Trink-Spielen, Ausflügen zu Wasserfällen und Kaffees in der nächsten Ortschaft war alles dabei.
Ich hatte mir von Levi seinen Swag (=Kombi aus Matratze und Zelt mit dicker Plane) geliehen aber das Gestänge nicht mitgebracht, also die kalten Nächte in einer selbstgebauten Konstruktion aus der Hülle verbracht.
Wieder einmal auffällig ist, wie viel mehr Sterne man hier am Himmel entdecken kann. Wenn die untergehende Sonne durch die gigantisch hohen Bäume glitzert kann man gar nicht anders, als sich in dieses Land zu verlieben.
Montags hat es leider Mal wieder geregnet, sodass wir dann früher wieder Richtung Stadt aufgebrochen sind.

Meine letzte Woche in Geelong war ich noch ein paar Mal am Meer, habe ein bisschen Sonne genossen, war nochmal klettern, mit Jack/Nicola/Jo beim Pubquiz, mit Paige nochmal surfen und mit Nicola und Jo in einem weiteren Escape Room.
Heute ist Freitag und der letzte Tag im Krankenhaus für mich. Ich hab Zimtschnecken gebacken und werde heute Abend den Tag zusammen mit den anderen Studenten, die heute ihre letzte Klausur schreiben in der örtlichen Brauerei ‚Little Creatures‘ feiern.

Geelong & the area

Ich bin nach wie vor viel im Krankenhaus und lerne einiges, immer Mal in anderen Disziplinen.
Nebenzu war ich mit einigen Rettungssanitätern und Nicola aus der Klinik bei einem Pubquiz, habe einen escape room mit Levi geknackt (super cool!) und war mit einer anderen Studentin in einem Varieté mit mitternächtlicher heisser Schokolade.

Samstag bin ich mit Nicola in der Gegend um Ocean Grove, Bells Beach und Point Londsdale auf der Halbinsel am Meer gewesen mit vielen kleinen schönen Cafés und Läden.
Sonntag war ich dann noch mit Levi in Torquay am Strand mit gefühlt einer Millionen Hunden. Die Leute hier leben ein so fantastisches Leben 😉
Ich hab auch endlich mein repariertes Surfbrett wieder, das heisst bald geht es los!

Setteling in

Über das Wochenende bin ich nach Melbourne gefahren, was von Geelong nur eine gute Stunde ist.
Samstag morgen habe ich Marc und Halil wieder getroffen, die ich seit sechs Jahren nicht mehr gesehen habe. Wir waren im Café, weil die beiden auch Zee wieder sehen wollten.
Witzigerweise sind wir ein wenig Spazieren gegangen und haben Nic in seiner Holzboot Werft besucht.
Ich war noch mit Eran für das Café bei einem Großmarkt und am Abend habe ich Julius (aus München) Freundin Anya getroffen, die in Melbourne lebt.
Es hat ziemlich dolle geregnet, wogegen hier niemand gewappnet zu sein scheint.

Sonntags habe ich mit einer alten Freundin, ihrem Freund und ihrer schwedischen Mitbewohnerin einen Ausflug in die Dandenong Ranges gemacht, eine Gegend nordöstlich von Melbourne. Wir sind durch Shops, botanische Gärten und Parks flaniert und haben es uns gut gehen lassen. Es ist wirklich schön da draussen!

Am Abend war ich mit Levi in Geelong noch in Rocketman, dem Film über Elton John.

Anfang der Woche konnte ich bei einer coolen OP assistieren und dabei die Eingeweide des Patienten halten. Aha, okay.
Ich habe außerdem den Tip erhalten, mir ein bisschen die Gegend anzusehen und nicht jeden Tag immer da zu sein: also quasi einen Freifahrtschein, mir auch Mal frei zu nehmen.
Hier ist halt auch im Krankenhaus alles entspannter…

Geelong Hospital

Meine Couchsurf-Gelegenheit entpuppt sich als wahrer Glücksgriff – die richtige Mischung zwischen Privatsphäre und einem Monat umsonst wohnen und wenigstens ein bisschen Anschluss.
Levi selbst ist Rettungssanitäter und arbeitet ziemlich viel, sodass ich an meinem ersten Tag in Geelong in der herbstlichen Sonne alleine die Stadt unsicher gemacht habe. Die ‚Waterfront‘ von Geelong ist ganz nett zum flanieren und auch der botanische Garten kann sich sehen lassen…
Ich bin noch ein bisschen durch Geschäfte gebummelt (hier hat ja auch sonntags alles offen) und ein wenig am Wasser gelesen. Hätte ich ein Auto, wäre ich sicherlich ans Meer zum surfen gefahren.
Irgendwie komisch, dass es mir so schwer fällt mich selbst zu beschäftigen…

Montag war dann mein erster Tag im Krankenhaus. Alles sehr verwirrend und viel – sowohl sprachlich als auch medizinisch leichte Überforderung.
Allerdings geben sich alle echt Mühe und sind super lieb. Hatte ja fast nichts anderes erwartet vom Land der Sonnenscheine.
Die ganze Woche über habe ich also versucht, mich zurechtzufinden und ein bisschen Übersicht zu bekommen, was ich so alles machen darf/kann/muss und dabei mein Bestes gegeben, nicht andauernd verloren zu gehen. Ich durfte außerdem eine Nadel bei einer der Interns (entspricht einem Assistenzarzt) legen und habe ein paar Studenten-Kurse für Nähen sowie Vorträge besucht, wo ich auch ein paar andere Studenten kennen gelernt habe.
Außer dem frühen Start um 7 ist hier doch alles etwas entspannter als in deutschen Krankenhäusern.

Mit Levi habe ich sowohl einige Nintendo 64 als auch Switch Turniere ausgetragen, Dienstag waren wir bei ‚Pint of Science‘ -semi wissenschaftliche Vorträge mit Bier in einer lokalen Brauerei. Mein Brett ist mittlerweile beim Ding-Repair aber ich war leider nicht nochmal am geschweige denn im Meer.
Für das Wochenende werde ich nach Melbourne fahren und noch ein paar Leute treffen, die ich seit 6 Jahren nicht mehr gesehen habe…

Ich bin also noch ein bisschen in der Eingewöhnungsphase, aber zuversichtlich, dass ich mich einleben werde.