Autorenarchiv: lara
4 Tage Abenteuer
Wir haben noch einen Tag mit einem unspektakulären Mirador und den Vorbereitungen verbracht, Eselverleihe angeschrieben und dann doch entschieden, den Santa Cruz Treck mit einem Guide und einer Gruppe zu machen.
Um 5 in der Frühe ging es mit dem Bus los, wieder in den Huascaran Nationalpark. Bis wir angefangen haben zu wandern hat es einige Zeit gedauert, denn die Fahrt war lang, der Bus eher instabil (ein Wunder, das wir nur einmal stecken geblieben sind und in den Kurven nicht umgekippt und die Klippen herunter gestürzt sind), die Esel mussten beladen werden und in Peru dauert eh alles immer gefühlt doppelt so lange.
Tag 1
Wir sind zu unserem Bedauern zunächst bergab gelaufen, den das bedeutet, wir müssen auch wieder rauf!
Nach ca. 4h durch kleine Dörfer über Wiesen und Steine ist unsere Truppe aus 12 Leuten dann trotzdem am schon aufgebauten Camp angekommen.
Wir haben ein wenig Karten gespielt und dann im Kerzenschein bei bitterer Kälte zu Abend gegessen.
Die erste Nacht war grauenvoll! Ich bin fast erfroren und erst bei Tagesanbruch eingeschlafen.
Tag 2
Wieder ging es um 5 raus, zusammen packen, Frühstück und los. Die anfängliche Kälte und damit verbundene Steife der Glieder hat sich schnell verflüchtigt, denn Tag 2 war derjenige mit den meisten Höhenmetern (höchster Punkt 4750m). Es war wirklich anstrengend, in schwindelerregenden Höhen die Berge und deren Geröll zu erklimmen, aber unsere Gruppe hat gut zusammen gehalten und die Landschaft entschädigt für die Mühen. Übernachtet haben wir auf 4250m, ein Versprechen das die Nacht unerträglich werden würde und direkt neben dem ‚Paramount‘ Gipfel.
Wir haben irgendwie den Nachmittag herum bekommen (wir dürfen nämlich nicht länger schlafen sondern sollen lieber schon um die Mittagszeit im Camp eintrudeln…?!), indem wir Karten gespielt und ein bisschen Richtung ’schönster Berg der Erde‘ gewandert sind.
Zu 12t im Essenszelt war es noch einigermaßen erträglich aber beim Zähneputzen unterm Sternenhimmel bin ich fast gestorben.
Die Nacht war erstaunlicherweise deutlich angenehmer als gedacht, denn ich habe alles angezogen, was ich dabei habe und den Schlafsack über meinem Kopf zugeschnürrt.
Tag 3
Im Morgengrauen haben uns 4 Leute verlassen, sodass am Frühstückstisch nur noch 8 versammelt wurden. Zunächst sind wir zu einem Mirador gelaufen und ab dort ging es quasi nur noch bergab durch ein wüstenähnliches Tal, in dem wir mehrfach halb verweste Rinder, hunderte Kühe m it ihren tapsigen Kälbchen und Esel gesehen haben. Später hat sich die Landschaft dann am Fluss entlang ein wenig verändert: grüner, lebendiger, einfach atemberaubend schön!
Weil wir richtig gutes Wetter hatten konnten wir auf einer Weide rasten, wo zwei Esel auf Kuschelkurs gingen.
Um die Mittagszeit sind wir dann am Camp für die letzte Nacht angekommen. Direkt am reißenden Fluss haben wir die Sonne genossen bis es dunkel wurde.
Tag 4
Ein ziemlich unnützer Tag: nach Frühstück in kleiner Runde sind wir eine gute Stunde weiter bergab durch das hübsche Tal gelaufen. Dann haben wir gefühlt eine halbe Ewigkeit in einem kleinen Dorf auf unseren Rücktransport gewartet.
Nach Mittagessen mit der Truppe sind wir zurück zum Hostel, den Dreck der letzten Tage abwaschen und einen Blick auf den nächsten Tag werfen.
Unsere Truppe wird sich aufteilen und in Cusco wieder finden.
Der Abend wird vermutlich eher gemütlich mit Pizza begangen werden…
Huaraz‘ Hochgebirge
Huaraz liegt auf über 3000m.
Deswegen haben wir es am Ankunftstag eher ruhig angehen lassen mit Stadterkundung, Wäsche waschen, Geld besorgen, Infos sammeln und Abends schön vom Markt Gekauftes kochen.
Außerdem haben wir Bens Haare lila gefärbt, das war ein Spaß!
Heute frühs ging es um 5 Uhr (!) los.
Nach kurzem Gewarte auf den Bus (Klassiker in Südamerika), sind wir mit diesem und ca. 20 anderen Touris weiter ins Gebirge gefahren -unterwegs Frühstücksstop in netter Tourifalle.
Auch im Huascarán Nationalpark ging es weiter mehr oder weniger sicher aussehende, steile und kurvige Strassen hoch. Der erste Stopp für Fotos wurde an einem türkisblauen Schmelzwassersee gemacht. Sehr hübsch anzuschauen.
Noch ein paar Minuten später wurden wir alle aus den Bus geworfen und mussten von nun an zu Fuß weiter bis auf 4600m zur Laguna 69.
Natürlich war der Weg bedingt durch die Höhe wieder super anstrengend, eine seltsame Form von Anstrengung, weil nicht die Muskeln schlapp machen, sondern man einfach zu wenig Sauerstoff hat und das Herz wie wild klopft.
Allerdings ist der Weg einer der schönsten jemals gewesen. Dieses Gebirge ist einfach der Oberhammer! Almwiesen mit Flussdeltas, kilometerhohe Berge mit schneegekrönten Gipfeln (Cordillera Blanca), Gletschereis, Wasserfälle, überragende Aussicht, einfach fantastisch…
Und am Ende der atem(be)raubenden Wanderung die Laguna 69, einen überirdisch blauen Gletschersee!
Im Bus zurück ist Ben leider richtig krank geworden und hat sich abends im Hostel die Seele aus dem Leib gespien. Auch Eric ist am kränkeln… Mal sehen, ob unsere viertägige Wanderung noch was wird.
Ansonsten herrscht bei mir gerade etwas Planungschaos, weil das nun nach hinten verschobene Praktikum und meine Reisepläne sich nicht ausgehen wollen…


















