Abseits von einem mittelgroßen Dorf liegt die Farm >>Gordonpark<< von Tina und Clint Kenyon.
An der Einfahrt angekommen fährt man ersteinmal 5 Minuten durchs Gelände bis zum Haus. Dabei begegnet man natürlich einem Wallabie (kleine Kangoroo-Rasse), das über den Weg hoppelt. Ganz normal hier (:
Auf dem Hof gibt es Pferde, denn die beiden verdienen ihr Geld auch mit breeding (Pferdezucht), Rinder (es ist immernoch eine Fleisch-Farm) und Kälbchen, jede Menge Hunde und sogar zwei richtig putzige Welpen, riesige Spinnen (einer Hunter Spinne sind wir gleich am ersten Abend begegnet und die deutsche Hausspinne ist kein Vergleich: Hunters sind so groß wie meine Handfläche!…aber harmlos), jede Menge aggressiver Mossies (Stechmücken) und Schlangen.
Am Abend unserer Ankunft war gleichmal ein Familien BBQ geplant.
Doch zuvor sind wir noch auf dem Quatt über die Koppel geheizt und haben Clint so geholfen, die Pferde einzutreiben. Quattfahren auf einer freien Fläche macht wahnsinnigen Spass!
Das Familienessen musste wegen eines Gewitters (die sind hier auch gewaltiger als in Deutschland) nach drinnen verlegt werden. Natürlich gab es jede Menge Fleisch, was gut für Marius war, der in letzer Zeit eher vegitarisch leben musste, weil er mit mir unterwegs ist und weil Fleisch praktisch unbezahlbar ist.
Ein Freund der Familie mit Aboriginee-Herkunft hat die Gitarre rausgeholt und original australische Songs gesungen. Der Gute war schon 82 Jahre alt, hat sich aber verhalten wie ein 30-jäheriger und sah auch nicht aus wie ein alter Mann…
Der Abend wurde dann noch gekrönt, indem wir in einem RICHTIGEN Bett schlafen durften! (:
Der nächste Tag bedeutete für Marius arbeiten mit Clint und für mich, auf die beiden Tochter des Hauses, Isabell (3) und Charlotte (1), aufzupassen. Die beiden sind zuckersüß aber auch sehr quengelig und weinerlich und sehr auf ihre Mama gepolt.
Nachmittags sind Marius und ich mit dem Quatt ueber das Gelände geheizt. Wir haben eine ziemlich gefährliche Giftschlange, die >>Bellyredblack<< getroffen, etwa 2 Meter von uns entfernt.
Dann ist das Quatt uns noch stehengeblieben, weil das Benzin alle war und wir sind über die Felder zurückgelaufen (selbstverständlich haben wir es später aufgefüllt und das Quatt zurückgefahren).
Bei Tina und Clint konnten wir uns richtig Zuhause fühlen und durften prinzipiell alles nehmen, essen und machen, was wir wollten.
Es gab natürlich jede Menge Fleisch und wie in jedem australischen Haushalt Unmengen an Toast.
Aufällig war auch der eher verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln: die Kinder haben den ganzen Tag lang Essen bekommen und da sie immer nur die Hälfte gegessen haben, wurde die ander Hälfte eben weggeworfen. Mülltrennung oder Recycling ist sowieso nirgends in Australien angesagt. Eigentlich doof, denn die Umweltverschmutzung fördert das Ozonloch, unter dem Autralien unglücklicherweise liegt.
Abends wurde meistens Ferngesehen, denn auf dem Land steppt weniger der Bär 😉
Wir waren noch einmal im benachbarten Städtchen im Kino (James Bond, Skyfall) und ich habe den Koppelzaun repariert, aus dem ein Kälbchen immer ausgebüchst ist. Das Kälbchen und sein Freund haben keine Mama mehr und deshalb werden sie mit Milchpulver gepäppelt.
Als Clint von seinen Märkten zurück kam hatte er eine Python mitgebracht, die er auf der Straße gefunden hat und die er als eine Art Haustier unter den Heuschober setzten wollte, damit sie die Mäuse frisst.
Wir haben die Schlange Samuel the snake getauft und nachdem Clint ein wenig mit ihr rumgespielt hat wurde sie tatsächlich im Gordonparkt eingebürgert.
Anschliessend wollte er uns noch mit dem Quatt an den Fluss am Ende des Geländes fahren, damit Marius Angeln gehen kann. Bei der Fluss-Überquerung sind wir leider steckengeblieben und es wurde eine nasse Angelegenheit aber bei gefühlten 50 Grad ist das nicht so schlimm. Die benachbarten Farmer haben uns geholfen, die Machine zu bergen und uns auf ihrem Laster zum Hof gebracht.
Wir haben noch versucht, das Peitschenknallen zu lernen, aber unsere Übungsstunde wurde von einem Mosquito-Überfall gestoppt.
Nach 4 Tagen voll mit Landleben, Essen, Kindergeschrei und vielen neuen Erfahrungen, darunter auch die Bekanntschaft eines unglaublich herzlichen Farmerpaars, haben wir noch eine Matratze geschenktbekommen (Jippie! weniger Rückenschmerzen!). Die erarbeiteten 100$ haben wir zwar großteils für den Sprit bis zur Farm ausgegeben, aber es hat sich dennoch gelohnt (: