Weil ich mit einem Event am Tag nicht ausgelastet bin, war der zweite Teil des Tages nicht minder interessant!
Ich habe mein Volunteer-Kit aufgesammelt und nachdem ich komplett mit Kappi und T-Shirt ausgestattet war ging es auch schon los mit der freiwilligen Arbeit!
Zu Beginn habe ich bei der Taschenausgabe mitgeholfen: die fertige Athleten des Ironman haben uns ihre Nummer gesagt und wir mussten durch enge Gänge mit den Taschen rennen und die passenden Stücke suchen. Und „suchen“ trifft es hier ganz richtig!
Irgenjemand mit Diskalkulie hat die Sachen wohl eingeräumt, denn von Zeit zu Zeit hat man vergeblich nach Nummern gesucht, nur um festzustellen, dass die gesuchte Tasche irgendwie in einen anderen Gang mit anderen Nummern gerutscht ist.
Oder, was auch immer witzig war: Von der gewaltigen Anstrengung, die so ein Ironman mit sich bringt, geistig umnachtete Athleten, die nach ihrer Tasche fragen, obwohl sie sie schon abgeholt und den Verwandten gegeben haben. Dann sucht man natürlich auch umsonst 😉
Meine Mitfreiwilligen waren super lieb und es hat irgendwie Spaß gemacht! Wir wurden auch super von den Organisatoren behandelt und auch alle Ironmen haben unsere Arbeit sehr wertgeschätzt!
Zwischendrin habe ich auch noch an der Finish-Line geholfen.
Dort wurden alle Finisher von je zwei Freiwilligen abgefangen, in ein Handtuch eingehüllt, gestützt, haben eine Medaille bekommen (z.B. vom freiwillig arbeitenden Ironman-Hawaii-2013-Gewinner Pete Jacobs überreicht), mussten ihren Chip abgeben und wurden anschließend entweder zum Erste-Hilfe-Zelt geleitet oder zu der Recovery-Area mit Sitzgelegenheiten, kostenlosen Massagen, All-you-can-eat Essen und Trinken und den sanitären Einrichtungen.
Es war wirklich interessant: jeder Einzelne wurde richtig gelobt und umsorgt! (:
Zwei meiner Athleten sind total kollabiert und mussten im Rollstuhl weggefahren werden. Viele der Finisher haben unheimlich gezittert oder geschwankt.
Ansonsten war es super interessant direkt nach diesem Kampf mit den Leuten zu reden und ihnen direkt Unterstützung zugeben. Und Australier quatschen auch noch nach der größten Anstrengung mit wildfremden Menschen! 😀
Es waren sowieso nur super nette Leute da…
Ich war sogar diverse Male im Fernsehen, weil der Zielbereich dauerhaft gefilmt wurde 😉
Irgendwie war es auch inspirierend, so viele unheimlich sportliche Menschen zu sehen…
Vielleicht sollte ich doch auch irgendwann mal einen Ironman machen…
Ich weiß auch nicht so genau, ob es an all den sportlichen Menschen oder an den Australiern gelegen hat, aber es war eine total angenehme Stimmung dort!
Als ich nach 5 Stunden dann nach Hause kam, musste ich sogar nicht mal sauber machen…
Alles in allem also ein perfekter Tag, auch wenn diese Sportveranstaltungs-Stimmung viele Erinnerungen an meine Kindheit weckt, die mich meine Eltern sehr vermissen lässt.