Zusammen mit zwei holländischen Mädels sind wir eine halbe Stunde nach der ausgemachten Zeit abgeholt worden (prinzipiell sollte man sich bis zu einer Stunde nach Verabredung keine Gedanken machen).
In einem ziemlich neuen Van wurden wir stets bergauf gekarrt.
Erster Stopp: der lokale Markt von Bedugul, dort wo die Einheimischen einkaufen.
Amin hat uns ein original balinesisches Frühstück besorgt. Mein Ding ist es ja eher nicht so: ziemlich viel Zucker in glibberigen Speisen, die nach Jasmin, Banane oder Kokos schmecken. Serviert wird das Ganze in einem zur Schüssel gefalteten Bananenblatt. Eben original!
Außerdem hat er uns ein paar Früchte gezeigt und für die Holländerinnen Zigaretten von einem Tabak-Stand gedreht. Wir durften auch noch ein paar andere Speisen probieren.
Der nächste Stop war eher ungeplant, aber bei so vielen Affen am Straßenrand mussten wir einfach anhalten.
Amin hat uns Futter für sie gegeben und wir haben unseren Spaß gehabt (:
Der zweite richtige Halt war an einem Aussichtspunkt, von dem aus man über die zwei riesigen Seen schauen konnte, die ganz in der Nähe von Bedugul sind. Außerdem hatte eine Kerl seine Tiersammlung dort aufgebaut, um ein wenig Geld mit Fotos von Touristen zusammen mit den Tieren zu verdienen.
Der klare Vorteil, wenn man mit einem Einheimischen unterwegs ist, ist definitiv, dass man nicht angeschwätzt wird und versucht wird, einem etwas anzudrehen, und dass man prinzipiell irgendwie alles machen darf (vermutlich liegt es auch daran, dass Amin eine Menge Leute kennt).
Ich habe die verdammt schwere Schlange auf meinen Schultern gehabt, Marius das Chamäleon auf seiner Hand, wir haben Bilder von dem riesigen Leguan gemacht und (was am lustigsten war) die drei großen Fledermäuse mit Papaya-Stückchen gefüttert. Diese niedlichen Kerle waren richtig gierig!
Amin hat uns ein paar Brocken Indonesisch beigebracht (Hoflichkeits-Floskeln) und weiter ging die Fahrt zum Dschungel.
Dort angekommen sollte der Hike starten. Wir wurden quer über Plantagen und durch den Urwald geführt, bis hin zu zwei verschiedenen und wirklich beeindruckend großen und mächtigen Wasserfällen. Dort herrschte richtiger Wind mit Niesel.
Unterwegs wurde uns beinahe alles Wissenswertes über die uns begegneten Pflanzen erzählt, eben echtes Guide-Wissen.
Wir durften auch auf vielen verschiedenen und (wurde uns versichert nicht giftigen) Pflanzen rumkauen oder an ihnen riechen. Dabei kam viel Interessantes zum Vorschein, auch wenn ich die schärfste Chilli besser doch nicht probiert hätte…
Etwas zerstochen und um einiges Wissen reicher haben wir uns beim nächsten Regen in einem kleinen Hüttchen mit Blick ins Tal niedergelassen. Während wir uns zwischenzeitlich in mitten einer Wolke befanden, hat Amin mit uns eine Probierstunde gemacht: sämtliche einheimische Früchte wurden ausgepackt und wir durften alles probieren. Von manchen auch mehrere Sorten, die es in Deutschland garnicht oder selten gibt (Jackfruit, Snakefruit, winzige Bananen, verschiedene Mangos, eine unterwegs selbstgepflückte Ananas und noch viel mehr!)
Das war wirklich spitze!
Nach einem weiteren Walk durch Plantagen, wo wir auch Kakaobohnen probieren durften, sind wir zurück am Auto angelangt.
Die Mittagspause, bei der das Essen aus Bananenblättern und ohne Besteck, sondern mit den Händen gegessen wurde, fand mitten in den Reisterassen statt.
Der nächste Halt sollte am heiligen Baum, dem größten Baum Balis sein.
Der Umfang dieses Baumes beträgt etwa 100m und da sein Stamm aus Wurzelwerk besteht konnten wir hineinsteigen. Ein wahrliches Kletterparadies! Allerdings schüttete es zu diesen Zeitpunkt und Klettern wäre eher ein Risiko. Deshalb ist nur Amin in Flip-Flops hoch und wir sind lieber unten geblieben. Schade!
Der letzte Stop sollte bei den Hot Springs sein. Diese heißen Quellen kommen direkt aus den Bergen und sind sehr entspannend. Nach dem ereignisreichen Tag haben wir in den unterschiedlich warmen Becken gebadet und die Seele (und Beine) baumeln lassen.
Die Tour endete in Lovina, wo Amin uns noch an ein niedliches Homestay weitervermittelt hat.
Es hat uns direkt noch ein anderer Typ dazu überredet, eine Schnorcheltour am nächsten Tag mitzumachen. Eine der beiden Holländerinnen (beide haben einen Tauchschein) hat sich auch für die Tauchtour entschieden.
Bali wird mit allem Drum und Dran doch deutlich teurer als gedacht…
Aber wir bezahlen ja für unwiederbringbare Erlebnisse 😉