{"id":2206,"date":"2016-12-29T14:08:09","date_gmt":"2016-12-29T13:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/skip-winter.polarvogel.de\/?p=2206"},"modified":"2016-12-29T14:08:09","modified_gmt":"2016-12-29T13:08:09","slug":"rurrenabaque","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skip-winter.polarvogel.de\/?p=2206","title":{"rendered":"Rurrenabaque"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck haben wir das erste Mal daf\u00fcr gesorgt, das die Tour auf uns warten musste und nicht umgekehrt. Daf\u00fcr mussten wir innerhalb von 5 Minuten packen und haben nat\u00fcrlich die H\u00e4lfte vergessen&#8230;<br \/>\nMit dem Auto ging es dann Richtung &#8218;Yacuma National Park&#8216; mit Faultier-Beobachtung als Zwischenstopp. Nach dem Lunch sind wir in ein Boot umgestiegen und vier Stunden lang den &#8218;Yacuma River&#8216; hoch, ein Abk\u00f6mmling des Amazonas. Unterwegs gab es allerhand Tiere zu entdecken: unfassbar viele Alligatoren, die schr\u00e4gsten V\u00f6gel, das quasi Nationaltier Boliviens (dessen Name ich mir nicht merken kann, schaut aber aus wie ne Mischung zwischen Schwein und Murmeltier) und ab und an hat sich sogar ein Flussdelfin blicken lassen. Am unterhaltsamsten waren nat\u00fcrlich die \u00c4ffchen, die wir mit Bananen auf unser Boot gelockt haben. Die sind richtig ausgerastet, Mama mit Baby inklusive.<br \/>\nDa ich auch die Sonnencreme vergessen habe, war die gem\u00fctliche Flussfahrt ein Kampf gegen die Sonne. Gerade als ich aufgeben wollte sind wir an unserem Nachtquartier angekommen: Holzh\u00fctten auf Pf\u00e4hlen mehr oder weniger im Djungel.<br \/>\nHier gab es -wie sollte es auch anders sein- Popcorn und dann haben wir alle Nachmittagsschlaf gehalten.<br \/>\nIn der D\u00e4mmerung sind wir nochmal aufgebrochen, wurden zum Sonnenuntergang in eine Touribar geschippert und haben dort gewartet bis es richtig dunkel war. Dann sind wir im Dunkeln mit Stirn- und Taschenlampen bewaffnet zur\u00fcck zum Camp. Wenn man den richtigen Winkel traf konnte man die Augen der Alligatoren orange leuchten sehen. Ziemlich cool aber auch ein wenig gruselig!<br \/>\nNach dem Dinner sind wir die Naturdusche ausprobieren gegangen (das Klima l\u00e4sst auch nachts Duschen zu, mal was anderes) und dann unter die Moskitonetze ins Bett gekrochen.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen hat es leider in Str\u00f6men geregnet, sodass wir anstatt Birdwatching schlafen konnten. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck ging es dann mit Gummistiefeln und Regenponcho bewaffnet im wahrsten Sinne des Wortes quer durch die Pampa, die leider so geflutet war, das man mehr als einmal stecken geblieben ist und der Schlamm einem fast die Stiefel ausgezogen hat. Wir haben uns dort auf die Suche nach Anakondas gemacht, aber leider keine gefunden. Stattdessen hat der Regen und seltsamerweise endlos viele Moskitos uns gefunden. Halb aufgegessen haben wir uns dann etwas entt\u00e4uscht wieder Richtung Boot vorgearbeitet, nicht ohne die Gummistiefel noch vollst\u00e4ndig zu fluten.<br \/>\nNach einer Mittagspause, die wir im Schutze der Moskitonetze im Bett verbracht haben sind wir los, Piranhas angeln. Und wie f\u00e4ngt man die am besten? Richtig, mit rohem Fleisch! Also haben wir die Angelhaken ausgestattet und los ging&#8217;s. Ich habe es leider nicht geschafft, die Piranhas ins Boot zu schnicken, aber Sanna und Cara haben jeweils einen Fisch gefangen, genauso unser Guide. Als wir von Moskitos aufgefressen wurden (das war wirklich alles andere als witzig) haben Hanna und ich dann die Crew zum Heimgehen gezwungen. Auf dem Heimweg ist dann noch ein riesiger Fisch mit Unterbiss in unser Boot gehupft.<br \/>\nMit 100 Moskitostichen mehr haben wir das Abendessen und anschlie\u00dfend 10h Schlaf genossen.<br \/>\nDer n\u00e4chste Morgen begann schon mit 10 weiteren Stichen und einem zuckrig-fettigem Fr\u00fchst\u00fcck. Es wird Zeit, wieder in die Zivilisation zur\u00fcckzukehren! So cool die Pampa und all ihre Tiere sind, die Moskitos vermiesen einem jeglichen Spa\u00df!<br \/>\nDen Vormittag wollten wir mit &#8218;Schwimmen mit Delfinen&#8216; verbringen, aber diese scheuen Flussbewohner sind immer schnell geflohen, wenn wir mit knatterndem Motor n\u00e4her kamen. Ins Wasser sind wir trotzdem (trotz Alligatoren am Ufer), auch wenn es wieder eher &#8218;Schwimmen mit Moskitos&#8216; war. Auf dem Heimweg hat uns ein gewaltiges Schauer \u00fcberrascht, sodass wir pitsch patsch nass am Camp ankamen. Der Blick auf den Fluss im Regen ist allerdings super sch\u00f6n.<br \/>\nLeider hat der Regen \u00fcberhaupt nicht mehr aufgeh\u00f6rt, sodass wir mit dem Boot und all unseren Sachen durch peitschende B\u00f6hen gebrettert sind, bis alles durchn\u00e4sst war. Dann mussten wir noch eine Stunde auf unser Auto warten (Brrr!) und dann sind wir endlich in einem Affentempo -links und rechts die braune Br\u00fche hoch spritzend- nach Rurrenabaque zur\u00fcck gekehrt.<br \/>\nHeute Abend werden wir mal wieder den Nachtbus an der eh schon gef\u00e4hrlichen Strasse nach La Paz wagen!<\/p>\n<p>Nachtrag<br \/>\nKurz bevor wir los starten wollen gehen wir in ein Restaurant, zum Essen und Internet benutzen. Hanna erf\u00e4hrt, das eine gute Freundin von ihr gestorben ist. Todesursache ist noch unklar, sowas wie ein Anfall wohl aber sie war nicht \u00e4lter als wir! Uns fehlen die Worte&#8230;<br \/>\nAu\u00dferdem ist Sanna wieder krank und wir wegen all den Schwierigkeiten wahnsinnig sp\u00e4t dran (selbst f\u00fcr bolivianische Verh\u00e4ltnisse). Drei Kumpels unser Tour-Agency bringen uns daher gegen ein kleines Endgeld mit dem Motorrad zum Bus. Dort gibt es wieder ein bisschen Heck-Meck und doppelt belegte Sitzpl\u00e4tze und los geht die Fahrt \u00fcber die wohl nicht umsonst betitelte &#8218;Death Road&#8216;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck haben wir das erste Mal daf\u00fcr gesorgt, das die Tour auf uns warten musste und nicht umgekehrt. 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