{"id":1970,"date":"2016-10-17T08:05:43","date_gmt":"2016-10-17T06:05:43","guid":{"rendered":"https:\/\/skip-winter.polarvogel.de\/?p=1970"},"modified":"2016-10-17T08:05:43","modified_gmt":"2016-10-17T06:05:43","slug":"banos-es-muy-bonito","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skip-winter.polarvogel.de\/?p=1970","title":{"rendered":"Ba\u00f1os es muy bonito"},"content":{"rendered":"<p>Freitag um 9 ging es mit den grausligen Fahrr\u00e4dern die asphaltierte Stra\u00dfe aus Ba\u00f1os heraus Richtung Puyo, (fast) immer bergab. Unterwegs einige Ziplining Angebote und insgesamt sieben Wasserf\u00e4lle zu sehen. An einer Br\u00fccke haben Matteo und Christina (ECU) sich herabgest\u00fcrzt und wir anderen (Jonny (ECU), Sebastiaan (NL) und ich) staundend zugesehen. Mit Abstand am besten war El Casada del Diabolo, einer der eindrucksvollsten und m\u00e4chtisten Wasserf\u00e4lle, die ich je gesehen habe. Kleiner Nebeneffekt: man wird pitschpatsch nass und sch\u00fcrft sich eventuell die Knie auf, wenn man durch Felsspalten robbt (Achtung Platzangst!).<br \/>\nMit dem holprigen Bus ging es dann wieder durch dunkle Tunnel zur\u00fcck nach Ba\u00f1os, wo wir eine kleine Pause mit typischem Essen gemacht haben.<br \/>\nZusammen mit den Mexikanerinnen hat uns ein Lieferwagen auf seiner Ladefl\u00e4che am Nachmittag zu Casa del Arbor gebracht. Das sind mehrere Riesenschaukeln mit sagenhaftem Ausblick und ein Baumhaus. Der R\u00fcckweg wurde uns mit 30min ecuadorianischer Zeitrechnung beschrieben, einfach nur bergab. Nach anderthalb Stunden durch Matsche und herabrutschende Erde, immer wieder klasse Aussicht auf die Stadt und Spanischunterricht to go haben wir es dann geschafft. In Ecuador feiert man gerade &#8218;das Ende des Oktobers&#8216; und die Strasse ist voller Musik, der Himmel voller Feuerwerk.<br \/>\nDie anderen sind teilweise wieder in die Stadt feiern gegangen aber ich habe stattdessen den Abend mit zwei anderen Reisenden beim Billard verbracht.<br \/>\nSamstag morgends waren alle recht groggy also bin ich mit dem nachgereisten Cyril (SUI) zu zwei Aussichtspunkten am Berg gewandert. An einem war mitten auf dem Berg ein Gottesdienst im Gange, etwas weniger steif als in Deutschland \ud83d\ude09<br \/>\nNach gemeinsamem Mittagessen mit dem m\u00fcden Rest der Truppe haben wir die Ecuadorianer verabschiedet und sind langsam Richtung Thermalb\u00e4der gefahren. Diese Naturb\u00e4der in unterschiedlichsten Temperaturen sind auch bei den Einheimischen beliebt und man darf sie nur mit Badekappe betreten. Also haben wir uns unterwegs die schlimmstm\u00f6glichen Modelle besorgt und ein paar Stunden zwischen eiskalt und br\u00fchend hei\u00df gewechselt.<br \/>\nZur\u00fcck mussten wir leider durch Wind und Regen laufen. Deshalb haben sich Sebastiaan, Cyril und ich sich mit einer Stunde Massage belohnt.<br \/>\nHeute fr\u00fch habe ich meine sieben Sachen gepackt, ein Busticket gekauft und meinen Backpack bei Cyril untergestellt.<br \/>\nAnschlie\u00dfend sind wir zu einer Touri-Djungeltour gestartet. Nach mehreren Kreisen mit dem Bus durch die Stadt ging es in den &#8218;Djungel&#8216; von Puyo (was auf Quechua \u00fcbrigens Wolke hei\u00dft). Erster Stopp: Aussicht auf ein Flussdelta, alle ein Foto, weiterwinken, wieder in den Bus.<br \/>\nZweiter Stopp: eine Auffangstation f\u00fcr unterschiedlichste Tiere (auch so abgefahrene Exemplare wie Jaguare,&#8230;). War aber leider nicht so wirklich sch\u00f6n angelegt. Besonders unterhaltsam war eine Gruppe Engl\u00e4nderinnen, die den Lautst\u00e4rkepegel circa verf\u00fcnffacht haben und alles &#8218;Look at it, so cute, whoooo!&#8216; fanden. F\u00fcr einen Tag jedoch durchaus unterhaltsam (:<br \/>\nDie dritte Touri-Unterhaltung war jedoch wirklich ganz nett: mit einem Holzkanu \u00fcber der Rio Puyo, herrliche Pflanzenwelt, immer mal wieder Stromschnellen, Kentergefahr und Aufsetzen auf die Steine.<br \/>\nNach einem Mittagessen (Reis mit Bohnen, wer h\u00e4tte das gedacht?!) sind wir wortw\u00f6rtlich weiter&#8217;gestiefelt&#8216;, denn sp\u00e4testens jetzt wurde jeder mit Gummistiefeln ausgestattet und das mit gutem Grund. Beim n\u00e4chsten Halt n\u00e4mlich sind wir quer durch den Djungel, seine Fl\u00fcsse und Schlamml\u00f6cher gewandert. Unterwegs hat unser Guide uns mit ein paar Infos \u00fcber den Djungel und seine Bewohner gef\u00fcttert (die Spinnen k\u00f6nnen hier sogar schwimmen -ein Alptraum wenn man bedenkt wie riesig sie sind!)<br \/>\nEine gratis nat\u00fcrliche Gesichtsmaske aus einem bestimmten Gestein war inklusive, f\u00fcr die man in der Stadt scheinbar viel Geld bezahlt.<br \/>\nAn einem anderen Punkt des Weges konnten wir eine Liane entlangschwingen, sehr spa\u00dfig und auch wahnsinnig hoch!<br \/>\nDas Ziel der Wanderung war der Wasserfall Hola Vida, in dem man sich traditionell etwas w\u00fcnschen darf. Also rein in den Bikini und ab unter den prasselnden Strahl! An dieser Stelle verrate ich nat\u00fcrlich nicht, was ich mir gew\u00fcnscht habe, aber angesichts der Tatsache, das mein s\u00fcdafrikanisches Fu\u00dfb\u00e4ndchen der Kraft des Wassers zum Opfer gefallen ist, gehe ich davon aus, das mein Wunsch in Erf\u00fcllung geht \ud83d\ude09<br \/>\nDer letzte und meiner Meinung nach unn\u00f6tigste Stopp sollte der Besuch in einem indigenen, nicht besonders authentischem Dorf sein.<br \/>\nBegr\u00fc\u00dfungsdrink: Yukka-Saft, kleine Kinder malen einem das Gesicht an und halten die Hand auf, die gleichen tanzen in nachgeschneiderten Kost\u00fcmen einen ewigen Tanz und stellen eine Schale f\u00fcr Spenden auf, wollen einem Schmuck verkaufen oder einfach so Geld. Cool war allerdings das dorfeigene Faultier und die Tatsache, das wir jeder mit dem Blasrohr auf eine Holzstatue schie\u00dfen durften.<br \/>\nLeider hat sich dadurch der Trip so in die L\u00e4nge gezogen, dass ich den Busfahrer zur H\u00f6cheistung anpeitschen musste. Trotz alledem kam ich deutlich sp\u00e4ter als geplant wieder in Ba\u00f1os an. Die Ecuadorianer sind allerdings meistens wahnsinnig nett, also hat er mich (und den ganzen Bus voller Leute) vors Hostel und dann mit Rucksack wieder zum Busbahnhof gekarrt.<br \/>\nHier sollte ich mit einem leicht zweifelhaften Bus nach Riobamba fahren, den ich auf der Stra\u00dfe einfach anhalten sollte.<br \/>\nBesagter Bus kam mit einer halben Stunde Versp\u00e4tung vorbei, sodass ich schon Angst hatte er komme garnicht mehr. Aber ein netter Student hat sich meiner angenommen und mit mir gewartet.<br \/>\nAlso sitze ich jetzt, leicht feucht vom Djungel und dem nassen Bikini, mit roter Farbe im Gesicht und hoffentlich allen meinen Sachen in einem stockfinsteren Bus mit beschlagenen Scheiben auf dem kurvenreichen Weg nach Riobamba.<br \/>\nDer Ecuadorianer, der vorhin noch knackend auf seinem Zuckerrohr gekaut hat, lehnt jetzt semi auf meiner Schulter, die Frau \u00fcber den Gang singt lauthals mit unbekannte Lieder mit und der Busfahrer klatscht im Takt. Das Leben ist eigentlich ganz witzig&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag um 9 ging es mit den grausligen Fahrr\u00e4dern die asphaltierte Stra\u00dfe aus Ba\u00f1os heraus Richtung Puyo, (fast) immer bergab. Unterwegs einige Ziplining Angebote und insgesamt sieben Wasserf\u00e4lle zu sehen. 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